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Kratzer vermeiden

So wird aus einem kleinen Kratzer kein großes Problem

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Keine Chance für Kratzer

Wie versucht man diese auf die Objekte einwirkenden Kräfte nun zu minimieren?

Zum einen kommen in den Maschinen Werkstoffe mit geringerem Reibefaktor und besserer dämpfender Wirkung zum Einsatz – hier vor allem Kunststoffe.

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Eine weitere Möglichkeit sind so genannte Pucks. Diese Transportbehältnisse waren ursprünglich dafür eingesetzt, nicht standfeste Objekte durch die Anlage zu schleusen. Da die Objekte in diesen Behältern frei beweglich stehen, bringt das in Punkto schonendem Transport aber nur minimalen Vorteil. Werden die Objekte beschleunigt oder verzögert, kollidieren sie mit dem Puck und nicht selten auch mit benachbarten Objekten.

„Bausch & Ströbel setzt in diesem Bereich schon seit über 15 Jahren Individualtransportsysteme ein“, so Werner Wieland. Spritzen oder Karpulen werden bereits beim Glashersteller in Tubs oder Trays eingesetzt. Sie werden mittels Roboter entnommen, in die Anlage aufgegeben und am Ende des Verarbeitungsprozesses wieder in diese eingesetzt. Das hat neben der schonenden Behandlung der Objekte zudem den Vorteil, dass das An- und Leerfahren der Anlage kontrolliert und damit ohne Eingriffe durch das Bedienpersonal verlustfrei erfolgt.

Auch in der Anlage berühren sich die einzelnen Objekte nie. Beim Transport wird darauf geachtet, dass nur minimale Kräfte auf das Glas einwirken. Transportschienen führen die Objekte durch den Sterilisiertunnel, der Transport zwischen den Verarbeitungsstationen läuft über Räder, die die Vials, Karpulen oder Spritzen z.B. mithilfe eines Vakuums halten. Auch bei der Verarbeitung (Reinigen, Füllen, Verschließen oder Etikettieren) wirken nur minimale Kräfte auf das Objekt, es wird schonend von Kunststoffzangen gehalten.

Eine solche Behandlung der Objekte erfordert natürlich eine anspruchsvollere Logistikkette, da die Glashersteller in Trays oder Tubs liefern müssen und leere Trays gegebenenfalls an diese zum Wiederbefüllen zurückgegeben werden. Der Automatisierungsgrad der Anlagen ist höher – und damit auch die Anschaffungskosten.

Dem gegenüber steht ein geringerer Personalbedarf. Beim Individualtransport gibt es zudem keine Relativbewegung zwischen Packmittel und Transportmittel und keine Stoßbelastung – und demzufolge auch keine Kratzer, Macken, Brüche, Splitter. Produktionsstillstände die entstehen, wenn beschädigte Behältnisse aus der Anlage entfernt werden müssen, entfallen somit. Weiterer Vorteil: Track & Trace ist während der Produktion zu 100 % problemlos möglich.

Bei Anlagen von Bausch+Ströbel endet die schonende Behandlung des Packmittels übrigens nicht nach der Primärverpackungsphase. Auch bei der Magazinierung und Etikettierung kommt das schonende Verfahren zur Anwendung.

Ob sich ein Pharmazeut für das Individualtransportverfahren entscheidet, hängt von der geforderten Qualität ab – und von den Stückkosten. Diese können trotz höherer Investitionskosten letztendlich unter den Kosten bei klassischen Verfahren liegen. ●

* Die Autorin arbeitet als Leitung Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bei Bausch+Ströbel Maschinenfabrik Ilshofen GmbH+Co.KG.

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