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Verpackungs- und Abfülltechnik

So packt der Spezialmaschinenbauer Bausch+Ströbel den Fortschritt an

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Wie kann ein Hersteller pharmazeutischer Verpackungs- und Abfülltechnik am Markt Profil zeigen und wachsen? Siegfried Bullinger, Geschäftsführender Gesellschafter von Bausch+Ströbel, setzt auf große Bandbreite und Komplettlösungen.

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Für Siegfried Bullinger, Geschäftsführender Gesellschafter von Bausch+Ströbel, garantiert die hohe Fertigungstiefe der Maschinen die für die Pharmaindustrie erforderliche Qualität. (Bild: Bausch+Ströbel)
Für Siegfried Bullinger, Geschäftsführender Gesellschafter von Bausch+Ströbel, garantiert die hohe Fertigungstiefe der Maschinen die für die Pharmaindustrie erforderliche Qualität. (Bild: Bausch+Ströbel)

PROCESS: Herr Bullinger, Sie haben nach der Neustrukturierung der Gesellschafterstruktur im Jahr 2007 kräftig in das neue Technikgebäude investiert und neue Bürogebäude und Montageflächen geschaffen. Inwieweit spiegelt die Erweiterung die Entwicklung des Unternehmens?

Bullinger: In der Tat wurde seit der Neugestaltung der Gesellschafterstruktur 2007 – alleinige Gesellschafter sind nun die Familien Ströbel und Bullinger – kräftig investiert. Zunächst galt es, die Montage- und Lagerfläche zu erweitern, hier wurden 1400 zusätzliche Quadratmeter geschaffen. Gut ebensoviel an Bürofläche kam durch die Aufstockung unseres Technikgebäudes hinzu. In bauliche Maßnahmen wurden rund 3.5 Millionen Euro investiert. Und die Planungen gehen weiter.

In den nächsten Jahren werden wir weitere fünf Millionen Euro in die bauliche Entwicklung stecken. Die Montagekapazität soll weiter wachsen, außerdem sind ein Kommissionierungslager sowie Besprechungs- und Sozialräume in Planung. Natürlich ist es für uns als international tätiges Unternehmen wichtig, vor Ort bei unseren Kunden präsent zu sein. So haben wir ein Zweigwerk in den USA und Service- und Verkaufsbüros über den gesamten Globus verteilt. Immer wieder überprüfen wir, ob es sinnvoll ist, Teile der Produktion direkt in unseren Hauptabnehmerländern zu installieren. Doch wird das immer nur eine Kapazitätserweiterung sein können, keine Verlagerung vom Standort Ilshofen ins Ausland.

Unsere Kernkompetenzen liegen ganz klar hier in Deutschland, unsere große Stärke ist das Know-how und das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deren Zahl ist deshalb in den vergangenen drei Jahren um 120 auf über 900 gestiegen – und das Wachstum hält weiter an. Uns liegt viel am Ausbau des Stammsitzes in Ilshofen – sowohl in baulicher als auch in personeller Hinsicht – dies ist wichtig, um den erweiterten Anforderungen des Marktes auch in Zukunft gerecht werden zu können.

PROCESS: Auf dem Markt für Sterilabfüllung gibt es nur eine geringe Zahl von Herstellern, die technologisch dazu noch sehr dicht beieinander liegen. Wo sehen Sie den wesentlichen Wettbewerbsvorteil Ihres Unternehmens?

Bullinger: Bausch+Ströbel hat eine für den Spezialmaschinenbau in unserem Bereich außergewöhnlich große Bandbreite an Einzelmaschinen im Angebot. Das reicht von der Reinigungsmaschine für pharmazeutische Behältnisse wie zum Beispiel Ampullen, Vials, Karpulen oder Einmalspritzen bis hin zu komplexen Verschließ-, Etikettier- und Verpackungsmaschinen. Dies macht uns natürlich zum idealen Projektpartner für Pharmazeuten, die eine Lösung für einen kompletten Verarbeitungszyklus suchen. Bausch+Ströbel entwickelt und baut deshalb immer mehr komplexe Großanlagen, die vom Reinigen über das Sterilisieren, Befüllen, Verschließen, Kontrollieren, Etikettieren und Verpacken sämtliche Arbeitsschritte vollautomatisch übernehmen. Durch die deutlich gestiegene Komplexität der Anlagen und die sich rasant entwickelnde Automatisierung ist es außerdem zwingender denn je, den Kunden über die gesamte Lebensdauer der Anlagen eine komplette und umfassende Betreuung zu bieten.

Das beginnt bereits damit, dass wir seit Jahren auch Laborgeräte und kleine Maschinen für den Forschungsbereich der Pharmazeuten liefern und so den bei der Produktion kleinerer Mengen verwendeten Abfüll- und Verpackungsprozess später problemlos auf große Anlagen übertragen können. Darüber hinaus können Sie für nahezu jede Maschine, jede Anlage, die in den vergangenen 40 Jahren unser Haus verlassen hat, problemlos Ersatzteile bestellen oder eine Auf- oder Umrüstung bei uns in Auftrag geben. Schaltpläne, Bedienungsanleitungen, Zeichnungen - all das findet sich von jeder Maschine noch in unserem Archiv.

Darüber hinaus gelingt es uns immer wieder, das bestehende Angebot an die sich verändernden Bedürfnisse unserer Kunden anzupassen. In der Pharmabranche wächst derzeit das Segment Biotechnologie rasant. In diesem Zusammenhang sind es vor allem die komplexen Herstellungsverfahren, die neue Herausforderungen an uns als Spezialmaschinenhersteller stellen, sowie die Tatsache, dass hier oft eher kleine Chargen abgefüllt bzw. verpackt werden. Unseren Kunden stellen wir hier sehr flexible Technologien zur Verfügung, etwa Maschinen, die mit den unterschiedlichsten Füll- oder Verschließsystemen ausgestattet sind und die sich schnell und problemlos auf andere Medikamente bzw. andere Packmittel umstellen lassen.

PROCESS: Wie profitieren ihre Kunden von der für einen Sterilabfüller ungewöhnlich hohen Fertigungstiefe?

Bullinger: Das Thema Ersatzteile habe ich ja bereits angesprochen. Darüber hinaus können wir durch die hohe Fertigungstiefe die besonders hohe Qualität garantieren, die in der Pharmabranche erforderlich ist. Und auf diese Weise können wir auch kurzfristig auf Änderungswünsche oder Verbesserungsvorschläge auf Seiten der Kunden reagieren. Denn alle an einem Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sei das nun der Monteur oder der Programmierer, stehen direkt bei uns im Hause für Nachfragen zur Verfügung.

PROCESS: Bausch + Ströbel agiert als mittelständisches Familienunternehmen. Wie wirkt sich das auf ihre Geschäftspolitik und die Entwicklung des Unternehmens aus?

Bullinger: Bei uns geht es nicht in erster Linie um schnellen Profit oder darum, Aktionäre zufrieden zu stellen. Tatsächlich bleibt der größte Teil des Unternehmensgewinns auch im Unternehmen selbst, wird für dessen Weiterentwicklung zur Verfügung gestellt. Auch der enge Kontakt zwischen Geschäftsleitung und Belegschaft ist ein großer Vorteil für uns. Die Entscheidungswege sind kurz, und die Geschäftsführer Markus Ströbel und ich sind jederzeit ansprechbar.

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