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Exklusivinterview Meilenstein Sicherheitstechnik „Smart ist eine Geisteshaltung“

| Autor: Anke Geipel-Kern

Immer am Puls der Zeit sein und immer ein bisschen besser sein als die anderen – Das ist die Maxime von Hima seit der Gründung. Jahrelange Safety-Erfahrung und große Leidenschaft für das Thema Sicherheit treiben das Familienunternehmen nun schon in der vierten Generation. Für die digitale Zukunft sehen sich Geschäftsführender Gesellschafter Steffen Philipp und Entwicklungsleiter Dr. Alexander Horch seit der Neuaufstellung gut gerüstet.

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Geschäftsführer Steffen Philipp: „Wir haben bei Hima eine große Leidenschaft für das, was wir machen.“
Geschäftsführer Steffen Philipp: „Wir haben bei Hima eine große Leidenschaft für das, was wir machen.“
(Bild: Hima)

PROCESS: Herr Philipp, was zeichnet Hima in Ihren Augen besonders aus?

Steffen Philipp: Wir haben eine große Leidenschaft für das, was wir machen und verbinden das mit einer großen technischen Tiefe. Unsere Mitarbeiter sind geprägt von einer großen Neugier und einer intrinsischen Motivation, Sicherheit in großer Perfektion für unsere Kunden umzusetzen. Und wir begreifen uns trotz aller Globalität immer noch als Familienunternehmen und Mittelständler, der seine Kernkompetenz in der Sicherheitstechnik sieht und hier als Premiumanbieter unterwegs ist.

PROCESS: 2017 hat sich Hima komplett neu aufgestellt und den Claim Smart Safety kreiert. Was war der Grund für so einen umfassenden Schritt?

Philipp: Hinter unserer neuen Positionierung steht die Kombination aus jahrzehntelanger Safety-Erfahrung und Innovationskraft. Die Welt um uns herum wandelt sich in großen Schritten und wir müssen diesen Wandel annehmen. Neue Technologien kommen in immer kürzeren Abständen. Vor allem die Digitalisierung treibt die Entwicklungen voran und wir wollen mit unserem Rebranding fit für die Herausforderungen der digitalen Transformation werden, um gezielt auf die veränderten Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Wir haben uns lange überlegt, wie wir unseren Markenkern in einen Claim fassen und sind zu der Überzeugung gekommen, diesen „smart“ zu nennen.

PROCESS: Was bedeutet denn konkret „smart“ für Sie?

Philipp: Wir wollen unseren Kunden auch in Zukunft die Lösungen bieten, die sie benötigen, um den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen zu können – z.B. in puncto Cyber Security. Das verstehen wir unter „smart“. Mit dem Wort smart verbindet sich bei Hima alles, was dort vorhanden ist. Smart sind unsere Mitarbeiter, die smarte Gedanken haben, die Prozesse, die smart aufgebaut werden, die täglichen Dinge, die wir smart besser machen, als wir es vorher gemacht haben. Smart ist für uns eine ­Geisteshaltung.

Technikchef Dr. Alexander Horch: „Smarte Sicherheitslösungen sollen heute nicht nur Sicherheit garantieren, sondern auch Daten in geschäftsrelevante Informationen umwandeln.“
Technikchef Dr. Alexander Horch: „Smarte Sicherheitslösungen sollen heute nicht nur Sicherheit garantieren, sondern auch Daten in geschäftsrelevante Informationen umwandeln.“
(Bild: Hima)

PROCESS: Herr Horch, was bedeutet die digitale Transformation für die Sicherheitstechnik in der Prozessindustrie?

Dr. Alexander Horch: Industrie 4.0 stellt ganz neue Anforderungen an die Anlagenbetreiber. Es geht heute um viel mehr als nur einen unterbrechungsfreien Betrieb und eine Notfallabschaltung. Die zunehmende Digitalisierung der industriellen Automation bedingt auch eine stärkere Vernetzung von Industrieanlagen. Smarte Sicherheitslösungen sollen heute nicht nur Sicherheit garantieren, sondern auch Daten in geschäftsrelevante Informationen umwandeln, wodurch sich die Produktivität und Rentabilität von Industrieanlagen steigern lässt. Die Vernetzung fordert deshalb sicherheitstechnische Steuerungslösungen die im Ernstfall nicht nur Anlagen und Mitarbeiter schützen sondern, die auch Cyber­attacken effektiv abwehren und langfristig die Profitabilität von Anlagen steigern. Diesen Paradigmenwechsel haben wir mit unserer neuen Technologie-­Plattform eingeläutet.

PROCESS: Was genau verbirgt sich dahinter?

Horch: Unsere Smart-Safety-Plattform kombiniert alle Hima-Steuerungen mit aufeinander abgestimmter Hard- und Software. Die Steuerungen können über Safe Ethernet miteinander kommunizieren, haben ein einheitliches Betriebssystem und dieselbe Programmierumgebung. Anlagenbetreiber erhalten so eine skalierbare Lösung, mit der sie von kleinen Einzelanwendungen bis hin zu komplexen Architekturen von Großanlagen die kompletten Safety- und Security-­Bedürfnisse bedarfsgerecht abdecken können. Sie kaufen nur noch das, was sie wirklich brauchen. Auch Bestandssysteme lassen sich in die Plattform integrieren.

PROCESS: Wie lassen sich Safety und Security unter einen Hut ­bekommen?

Horch: Wir propagieren die Trennung zwischen Prozessleitsystem und Sicherheitssteuerung und setzen das konsequent um. Dieses Vorgehen empfehlen im Übrigen auch die Normen für funktionale Sicherheit und Automation Security (IEC 61511 und IEC 62443). Unsere Sicherheitssteuerungen sind absolut autark und laufen zu 100 Prozent mit einem eigenen Betriebssystem, das speziell für sicherheitsgerichtete Anwendungen entwickelt wurde. Das macht uns als Unternehmen unabhängig.

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PROCESS: Das Thema Dienstleistungen wird auch für Hima wichtiger. Welche Geschäftsmodelle verfolgen Sie hier?

Horch: Wir haben im Juni 2018 in Kassel ein Innovations- und Entwicklungszentrum eröffnet, das unsere Safety-on-Chip-Technologie Hicore einsetzt. Dabei handelt es sich um ein Safety-­System-on-Chip, das überall dort eingesetzt wird, wo Platz knapp ist. Wir spezifizieren und entwickeln auf dieser Basis Sicherheitslösungen im Auftrag für Kunden aus den Bereichen Antriebstechnik, Logistik, Medizintechnik, Energiewirtschaft und Robotik, und zertifizieren diese Lösungen beim TÜV.

PROCESS: Was dürfen wir technologisch in nächster Zeit erwarten?

Horch: Wir werden die bestehenden Produktfamilien und natürlich die Smart-Safety-Plattform weiterentwickeln. Wir arbeiten intensiv an neuen Kommunikationsprotokollen wie OPC-UA. Und wir erweitern mit der „HIJunctionBox“ die Smart-Safety-Plattform ins Feld. Damit folgen wir dem Trend zur dezentralen Lösung. Insgesamt positionieren wir uns als Safety-­Anbieter über den gesamten Lebenszyklus der Anlage und werden auch die Themen Security und Services weiter ausbauen.

Wir danken Ihnen für das Gespräch.

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