Optische Inspektion

Sitzt das Etikett auch richtig?

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Die Qual der Wahl

Komplexere bzw. multifunktionale Inspektionsaufgaben hingegen lassen sich mit Vision-Sensoren und Kamerasystemen durchführen. Das Anwendungsspektrum reicht von der einfachen Anwesenheitskontrolle über die Barcodekontrolle bis hin zur Text- und Mustererkennung. Beide benötigen ein Objektiv und die entsprechende Beleuchtung, über die der Kontrast zwischen Merkmal und Hintergrund eingestellt wird.

Gegenüber Vision-Sensoren ermöglichen Kamerasysteme auch eine Bildanalyse. Die Bilderfassungstechnik macht es möglich, dass auch bei hohen Geschwindigkeiten gestochen scharfe Bilder übermittelt und verifiziert werden können. So lässt sich beispielsweise auch nach Objekten in der Siegelnaht suchen. PC-basierte Kamerasysteme bieten durch umfangreiche Bildanalyse-Tools eine statistische Auswertung der Ergebnisse.

Sie zeichnen sich außerdem durch schnellere Verarbeitungszeiten und komplexere Inspektionsmöglichkeiten aus. Über das Bedienterminal Multivac HMI 2.0 steht eine OPC-Schnittstelle zur umfassenden Kommunikation mit anderen Systemen zur Verfügung.

Die maximale Größe der zu prüfenden Fläche hängt sowohl bei Vision-Sensoren als auch bei Kamerasystemen in erster Linie davon ab, wie groß das kleinste zu detektierende Merkmal ist. Je kleiner das Merkmal, desto höher muss die Auflösung des Sensors bzw. der Kamera eingestellt werden und desto kleiner wird wiederum die Fläche, die erfasst werden kann.

Alle genannten Inspektionslösungen werden in die Verpackungslinien bzw. in entsprechende Kennzeichnungssysteme inte­griert. So bieten Tiefziehver­packungsmaschinen vielfältige Möglichkeiten, von Lumineszenzsensoren zur Etikettenanwesenheitskontrolle über Kamerasysteme zur Druckkontrolle direkt am Etikettenspender bis hin zur Kamerainspektion im Auslauf der Maschine. Allen Lösungen gemein ist die Integration in das HMI der Verpackungsmaschine.

Optische Inspektionssysteme können aber auch in Transport­bandetiketter eingebunden und über das HMI 2.0 des Kennzeichnungssystems gesteuert werden – oder unabhängig von Verpackungs- oder Kennzeichnungssystemen z.B. im Anschluss an einen Tray­sealer arbeiten. Dazu wird ein separates Transportband mit einer Inspektionslösung ausgestattet. Die Packungen werden entweder von einer vorgeschalteten Transporteinrichtung übernommen oder manuell zugeführt. Eine Auswurf­einrichtung schleust die fehlerhaften Packungen aus. Auch hier erfolgt die Bedienung über das Multivac HMI 2.0.

Spezifikationen müssen sein

Für eine zuverlässige Druckkontrolle mit Kamerainspektionssystemen müssen jedoch spezifische Voraussetzungen bzw. Mindestanforderungen hinsichtlich des Druckbildes erfüllt sein. Sie betreffen die Schriftarten, die Zeichenbeschaffenheit, den Zeilenabstand, die Freizone um den Text, den Kontrast sowie Hintergrund und Schriftfarbe. Speziell für optimale Maschinenlesbarkeit entwickelt wurde die Schriftart OCR-B. Ansonsten sind grundsätzlich serifenlose Standardschriften wie Arial, Verdana, Courier, Helvetica u.a. in einer Mindestgröße von 2,5 mm und einer Strichgröße oder Dotgröße von 0,3 mm zu verwenden, damit sie mit OCR- (Object Character Reading) Funktionen gelesen werden können. Für eine erfolgreiche Erkennung der gedruckten Zeichen muss der Hintergrund zudem grundsätzlich homogen und intransparent sein; als Standard wird von einem weißen Hintergrund mit schwarzer, blauer oder grauer Schriftfarbe ausgegangen. Weitere Konstellationen oder Abweichungen sind jedoch möglich, sollten aber in einer Machbarkeitsstudie untersucht und erst danach bewertet werden.

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