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Absätze brechen ein Sinkende Nachfrage verregnet BASF-Quartalszahlen

| Redakteur: MA Alexander Stark

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie haben sich auf die BASF-Gruppe im zweiten Quartal 2020 deutlich stärker ausgewirkt als im ersten Quartal dieses Jahres. Besonders der Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie belastete die Konzernergebnisse, während die Nachfrage aus der Wasch- und Reinigungsmittelindustrie sowie der Lebensmittelindustrie stabil war.

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Wegen der hohen Unsicherheit und Intransparenz der wirtschaftlichen Entwicklung macht BASF keine konkreten Aussagen zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das Gesamtjahr 2020.
Wegen der hohen Unsicherheit und Intransparenz der wirtschaftlichen Entwicklung macht BASF keine konkreten Aussagen zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das Gesamtjahr 2020.
(Bild: BASF)

Ludwigshafen – Im zweiten Quartal 2020 ging der Umsatz von BASF um 12 % auf 12,7 Milliarden Euro zurück. Dies war vor allem auf niedrigere Absatzmengen von -11 % zurückzuführen.

Nach wie vor sei die Corona-Pandemie eine große Herausforderung für uns alle, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller, der gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Hans-Ulrich Engel die Zahlen des zweiten Quartals vorstellte. Brudermüller sieht auch Chancen: „Die Situation ist ein Katalysator für Veränderungen. Eine Gelegenheit, vieles anders zu machen.“ In diesen Zeiten kann der Konzern nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden auf viele Stärken bauen: flexible und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein breit aufgestelltes Portfolio und die Finanzkraft des Unternehmens.

Angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit und Intransparenz der wirtschaftlichen Entwicklung macht das Unternehmen weiterhin keine konkreten Aussagen zur Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das Gesamtjahr 2020. Für das dritte Quartal erwartet der Konzern noch keine wesentliche Verbesserung des Ebit vor Sondereinflüssen gegenüber dem zweiten Quartal 2020. Das liegt unter anderem an der im August generell niedrigeren Nachfrage und an der Saisonalität des Agricultural-Solutions-Geschäfts.

Entwicklung der Segmente im zweiten Quartal 2020

Der Umsatz im Segment Chemicals lag bei 1,8 Milliarden Euro. Er nahm gegenüber dem zweiten Quartal 2019 in beiden Unternehmensbereichen deutlich ab, vor allem im Bereich Petrochemicals. Im Wesentlichen resultierte der Umsatzrückgang aus deutlich niedrigeren Preisen in beiden Bereichen. Im Bereich Petrochemicals sanken die Preise vor allem infolge einer höheren Produktverfügbarkeit im Markt sowie gesunkener Rohstoffpreise. Im Bereich Intermediates gingen die Preise insbesondere aufgrund einer anhaltend geringen Nachfrage zurück. Demgegenüber konnte das Segment Chemicals den Absatz aufgrund einer positiven Mengenentwicklung im Bereich Petrochemicals steigern.

Das Ebit vor Sondereinflüssen lag mit –2 Millionen Euro deutlich unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Der deutliche Rückgang betraf beide Unternehmensbereiche, insbesondere jedoch Intermediates. Dort trugen vor allem der Mengenrückgang und höhere Fixkosten, hauptsächlich aufgrund der stufenweisen Inbetriebnahme der neuen Acetylen-Anlage in Ludwigshafen, zum Ergebnisrückgang bei. Gestiegene Margen aufgrund gesunkener Rohstoffpreise konnten dies teilweise kompensieren und führten insgesamt zu einem positiven Ebit vor Sondereinflüssen im Bereich Intermediates. Das Ebit vor Sondereinflüssen von Petrochemicals sank hauptsächlich infolge turnusmäßiger Wartungsabstellungen in Nanjing/China und niedrigerer Margen. Darüber hinaus kam es im Juni zu einer außerplanmäßigen Wartungsabstellung des Steamcrackers in Port Arthur/Texas.

Im Segment Materials lag der Umsatz mit 2,1 Milliarden Euro deutlich unter dem des zweiten Quartals 2019. Die Umsatzentwicklung war hauptsächlich bedingt durch deutlich niedrigere Mengen in beiden Bereichen infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie, vor allem im Bereich Performance Materials. Der Absatzrückgang war dort insbesondere auf die deutlich geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie zurückzuführen. Zudem gingen die Mengen auch in der Konsumgüter- und Bauindustrie zurück. Im Bereich Monomers sanken vor allem die Mengen von Isocyanaten. Ein deutlich gesunkenes Preisniveau für Isocyanate und Polyamide im Bereich Monomers trug ebenfalls zum Umsatzrückgang bei. Im Bereich Performance Materials nahmen die Preise leicht ab. Portfolioeffekte aus dem Erwerb des integrierten Polyamidgeschäfts von Solvay wirkten in beiden Bereichen umsatzsteigernd, Währungseinflüsse hingegen negativ.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen lag bei –80 Millionen Euro und ging verglichen mit dem Vorjahresquartal in beiden Unternehmensbereichen deutlich zurück, insbesondere im Bereich Monomers. Dies resultierte im Wesentlichen aus niedrigeren Isocyanate-Margen infolge der schwachen Nachfrage. Das EBIT vor Sondereinflüssen im Bereich Performance Materials sank ebenfalls deutlich, vor allem aufgrund der niedrigeren Mengen.

Der Umsatz im Segment Industrial Solutions sank in beiden Unternehmensbereichen verglichen mit dem des Vorjahresquartals deutlich auf insgesamt 1,8 Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür waren deutlich niedrigere Mengen in beiden Bereichen. Im Unternehmensbereich Performance Chemicals belastete eine schwache Nachfrage die Absatzentwicklung, insbesondere in den Arbeitsgebieten Kraft- und Schmierstoffadditive sowie Ölfeldchemikalien. Im Unternehmensbereich Dispersions & Pigments konnte ein höherer Absatz von Halbleitern im Arbeitsgebiet Elektronikmaterialien die geringeren Mengen in allen anderen Arbeitsgebieten nicht ausgleichen. Darüber hinaus trugen leicht geringere Preise in beiden Bereichen, vor allem jedoch in Dispersions & Pigments, zum Umsatzrückgang bei. Das Preisniveau nahm hauptsächlich aufgrund gesunkener Rohstoffpreise ab.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen lag bei 163 Millionen Euro und ging verglichen mit dem Vorjahresquartal in beiden Bereichen deutlich zurück. Maßgeblich hierfür war die Mengenentwicklung. Leicht niedrigere Fixkosten wirkten in beiden Bereichen gegenläufig.

Im Segment Surface Technologies ging der Umsatz aufgrund eines deutlichen Umsatzrückgangs im Unternehmensbereich Coatings leicht auf 3,1 Milliarden Euro zurück. Im Bereich Catalysts steigerte BASF den Umsatz hingegen deutlich. Maßgeblich für die Umsatzentwicklung war ein deutlich geringerer Absatz in beiden Bereichen. Dieser resultierte aus der geringen Nachfrage aus der Automobilindustrie infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie. Im Bereich Catalysts wirkten niedrigere Mengen insbesondere für Emissionskatalysatoren, im Edelmetallhandel sowie für Raffineriekatalysatoren umsatzmindernd. Im Bereich Coatings gingen die Mengen in allen Arbeitsgebieten zurück. Insgesamt deutlich höhere Preise aufgrund gestiegener Edelmetallpreise im Bereich Catalysts wirkten gegenläufig. Der Umsatz im Edelmetallhandel erhöhte sich preisbedingt auf 1,5 Milliarden Euro (Vorjahresquartal: 1,1 Milliarden Euro). Im Bereich Coatings stiegen die Preise leicht, im Wesentlichen in den Arbeitsgebieten Bautenanstrichmittel sowie Oberflächentechnik.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen lag mit –151 Millionen Euro deutlich unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Ausschlaggebend hierfür war die Absatzentwicklung in beiden Bereichen.

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Den Umsatz im Segment Nutrition & Care steigerte der Konzern leicht auf 1,6 Milliarden Euro im Vergleich zum zweiten Quartal 2019. Grund hierfür war ein deutliches Umsatzwachstum im Unternehmensbereich Nutrition & Health, während der Umsatz von Care Chemicals auf dem Niveau des Vorjahresquartals lag. Wesentlich für den leichten Umsatzanstieg waren höhere Mengen in beiden Bereichen. Die deutliche Absatzsteigerung in Nutrition & Health war insbesondere auf die Arbeitsgebiete Aromainhaltsstoffe, Pharma und Humanernährung zurückzuführen. Der Bereich Care Chemicals erhöhte den Absatz leicht. Gesteigerte Mengen in den Arbeitsgebieten Home Care, Industrial & Institutional Cleaning and Industrial Formulators sowie Oleochemische Tenside und Fettalkohole trugen zum Umsatzwachstum bei. Negative Währungseffekte, hauptsächlich in Südamerika, wirkten gegenläufig. Ein leicht niedrigeres Preisniveau wirkte ebenfalls umsatzmindernd.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen erhöhte das Segment im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich auf 256 Millionen Euro aufgrund eines deutlich gesteigerten Beitrags von Nutrition & Health. Dies resultierte insbesondere aus mengen- und preisbedingt höheren Margen. Das Ebit vor Sondereinflüssen im Bereich Care Chemicals sank leicht infolge höherer Fixkosten, hauptsächlich aufgrund einer vertraglichen Einmalzahlung im Vorjahresquartal.

Im Segment Agricultural Solutions ging der Umsatz verglichen mit dem zweiten Quartal 2019 leicht auf rund 1,8 Milliarden Euro zurück. Dies war vor allem zurückzuführen auf negative Währungseffekte, insbesondere in der Region Südamerika, Afrika, Naher Osten. Höhere Mengen, in allen Regionen außer Europa, sowie ein höheres Preisniveau wirkten umsatzsteigernd.

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen lag mit 120 Millionen Euro fast auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Währungseffekte sowie ein unvorteilhafter Produktmix beeinflussten das Ebit vor Sondereinflüssen negativ. Deutlich niedrigere Fixkosten konnten dies annähernd kompensieren. Das Ebit enthielt im Vergleich zum Vorjahresquartal geringere Sondereinflüsse für die Integration der von Bayer akquirierten Geschäfte.

Der Umsatz von „Sonstige“ nahm im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich ab auf 507 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren der Rückgang im Rohstoffhandel sowie der verbliebenen Aktivitäten aus dem Papier- und Wasserchemikaliengeschäft. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit vor Sondereinflüssen von „Sonstige“ lag mit –80 Millionen Euro deutlich über dem Wert des Vorjahresquartals.

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