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Sil-Einstufung bei Sicherheitsventilen nicht sinnvoll

| Redakteur: Tobias Hüser

Wie Sicherheitsventile bewerten? Eine Processnet-Arbeitsgruppe empfiehlt nicht zur Sil-Einstufung zu greifen
Wie Sicherheitsventile bewerten? Eine Processnet-Arbeitsgruppe empfiehlt nicht zur Sil-Einstufung zu greifen (Bild: Pepperl+Fuchs)

Ein richtig bemessenes Sicherheitsventil reicht bei fachgerechter Planung und Anwendung auch ohne Redundanz aus, um die sicherheitstechnischen Funktionen zu gewährleisten. Eine Sil-Einstufung ist daher nicht sinnvoll. Zu diesem Schluss kommt der Processnet-Arbeitsausschuss „Sicherheitsgerechtes Auslegen von Chemieanlagen“ in einem aktuellen Ergebnispapier.

Frankfurt am Main – In der Prozessleittechnik hat sich ein risikobasierter Ansatz etabliert, um die Zuverlässigkeit von Sicherheitseinrichtungen zu bewerten. Er liegt unter anderem der Einstufung nach Sil zu Grunde. Eine Arbeitsgruppe des ProcessNet-Arbeitsausschusses „Sicherheitsgerechtes Auslegen von Chemieanlagen“ hat sich in dem Papier „Die Verfügbarkeit von mechanischen Sicherheitseinrichtungen – Sicherheitsventile“ mit der Frage beschäftigt, inwieweit dieses Vorgehen auch auf mechanische Sicherheitseinrichtungen und speziell auf Sicherheitsventile anwendbar ist.

Nach Ansicht der Experten eignet sich die Unterscheidung von systematischen und zufälligen Fehlern, wie sie in der funktionalen Sicherheit üblich ist, nicht für mechanische Sicherheitseinrichtungen. Stattdessen ist die Betrachtung des Gesamtfehlers erheblich sinnvoller. Dieser Gesamtfehler geht zum weit überwiegenden Teil auf vermeidbare systematische Fehler bei Planung, Konstruktion oder Einsatz zurück.

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Die Arbeitsgruppe umreißt in dem Papier, wie solche systematischen Fehler vermieden werden können und welche Anforderungen bei Auswahl, Einbau und Betrieb von Sicherheitsventilen erfüllt werden müssen. Zufällige Fehler spielen demgegenüber praktisch keine Rolle. Daher ist eine Sil-Einstufung, die nur auf zufälligen Fehlern beruht, nach Ansicht der Experten für Sicherheitsventile nicht sinnvoll.

Sicherheitsventile sind robuste, einfache Bauteile und erfüllen ihre Funktion nach Einschätzung des Arbeitskreises mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit („probability of failure on demand“, PFD) kleiner als 10-3 und sind ohne Redundanz für die höchste Anforderungsstufe geeignet. Das Papier ist hier erhältlich.

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