Konzentration der Messgerät-Produktion Siemens verlagert Teile seiner Messgeräte-Produktion ins französische Haguenau

Redakteur: Frank Jablonski

Mit einer großen Feier von Mitarbeitern und Angehörigen ist am Freitag der Neubau der französischen Messgeräte-Produktion von Siemens eröffnet worden. Bereits am Donnerstag konnten Fachjournalisten hinter die Kulissen schauen und mit dem Siemens-Management über die Gründe für den Umzug sprechen.

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Die drei Siemens-Manager Kumpfmüller, Huber und Bruns (v.l.n.r.) freuen sich auf die Einweihung des neuen Produktionsgebäudes von Siemens in Haguenau.
Die drei Siemens-Manager Kumpfmüller, Huber und Bruns (v.l.n.r.) freuen sich auf die Einweihung des neuen Produktionsgebäudes von Siemens in Haguenau.
( Bild: PROCESS )

Haguenau/Frankreich - Mehr als zehn Millionen Euro hat Siemens in den Ausbau des französischen Standortes Haguenau in der Nähe zur deutschen Grenze investiert. Beim Ausbau stand die Erweiterung und Konzentration des Geschäftes mit magnetisch induktiven Durchflussmessgeräten (MID) sowie der Neubau einer umfassenden Kalibrieranlage im Vordergrund. In diesem Zuge wuchs die Produktionsfläche um 10.000 auf 30.000 Quadratmeter und die Mitarbeiterzahl auf 500.

„Wir haben langfristige Pläne im Bereich der Prozessautomatisierung und unsere Meilensteine bis jetzt immer erreicht“, erläutert Anton S. Huber, CEO des Industrie-Sektors in der Siemens Industry Automation Division, die Hintergründe für die Investition. Ein solcher Meilenstein sei die Erweiterung dieser Fabrik. Der Kunde erwarte, dass Siemens hier vor Ort sei. „Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit hier stärken und Nähe hier beweisen. (...) Wir habe viel Freude an der Prozessautomatisierung und verdienen mittlerweile Geld - zwar noch nicht so viel wie im Fertigungsbereich aber dennoch. Insoweit ist das ein freudiger Vorabend für uns, in Europa unser Geschäft weiter stärken zu können.“ Es sei der Einsatz von viel Technologie notwendig, um die Messtechnik-Produkte in solch hoher Fertigungstiefe produzieren zu können. So gesehen profitiere auch der Standort Europa, denn Hightech-Arbeitsplätze ließen sich nicht so leicht verlagern, führt Huber weiter aus.

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Fertigungszentrum für Prozess-Instrumentierung und -Analytik

Siemens fertigt in Haguenau bisher Feldgeräte wie Stellungsregler, Druck- und Temperaturtransmitter sowie Prozess-Analytik wie Gasanalysatoren und Laserspektrometer für den weltweiten Markt. Diese Komponenten sind Basis für die Automatisierung in der Prozessindustrie, beispielsweise in Anlagen der chemischen und petrochemischen Industrie, bei der Herstellung von Nahrungsmitteln oder in der Wasseraufbereitung. Mit dem Aufbau der neuen Produktionslinie für Durchflussmesser hat die Siemens-Division Industry Automation den Standort zum Mechatronik-Fertigungszentrum für Prozess-Instrumentierung und -Analytik in Europa ausgebaut. „Die Konzentration und Erweiterung unserer Produktionskompetenz in Haguenau ist ein wichtiger Schritt für unsere weltweite Wachstumsstrategie in der Prozess-Instrumentierung und -Analytik“, erklärte Hans-Georg Kumpfmüller, CEO der Business Unit Sensors and Communications. Der Ausbau speziell der MID-Geräteproduktion wurde deshalb notwendig, da sich seit der Akquisition des Durchfluss-Bereiches von Danfoss die verkauften Stückzahlen in etwa verdoppelt haben.

Durchgängige Automatisierung

Der Leiter der Prozessautomatisierung der Siemens Business Unit Industrial Automation Systems, Prof. Michael Bruns, betont, wie wichtig moderne Feldgeräte als Teil einer durchgängigen Automatisierung sind. Als wichtigste Aspekte sieht er neben der Planung und dem Engineering das spätere Asset-Management und zunehmend das Energie-Management. Mit Programmen wie dem Process Device Manager und der Integration intelligenter Feldgeräte ließen sich die Gesamtkosten im Betrieb minimieren. Gelungene Beispiele für Bruns sind Diagnosebausteine wie der „PumpMon“, einer Software, die Kreiselpumen überwacht, oder die Funktionen der Simatic PCS7, die Informationen für ein umfassendes Energiemanagement zur Verfügung stellen. Kürzere Time-to-Market, Steigerung der Arbeitseffizienz und Kostensenkungen ließen sich zudem durch ein Engineering nach dem Vorbild der „digitalen Fabrik“ erreichen.

Die Bedeutung, die das Feldgeräte-Know-how und deren Integration in der Prozessleittechnik hat, betont abschließend auch noch einmal CEO Huber: „Wir haben viel über Hardware geredet, doch ein ganz wesentlicher Punkt war der Kauf von Axiva. Damit haben wir die Fachleute, um Prozessautomatisierung betreiben zu können. Unser Erfolg hat ganz wesentlich damit zu tun, dass wir solche Kollegen bekommen haben wie Prof. Bruns. Es ist nicht immer nur Hardware, es ist die Brainware, die zählt.“

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