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Prozessautomatisierung zur Hannover Messe

Siemens denkt Prozessleittechnik neu

| Redakteur: Gerd Kielburger

Unter dem Motto „Digital Enterprise – Thinking industry further!“ stellt Siemens intelligente Lösungen für die branchenspezifische Umsetzung von Industrie 4.0 in den Mittelpunkt seines Auftrittes auf der Hannover Messe 2019. Hierfür zeigt Siemens in Halle 9 zahlreiche Erweiterungen seines Digital-Enterprise-Angebots für die digitale Transformation der Fertigungs- und Prozessindustrie.
Unter dem Motto „Digital Enterprise – Thinking industry further!“ stellt Siemens intelligente Lösungen für die branchenspezifische Umsetzung von Industrie 4.0 in den Mittelpunkt seines Auftrittes auf der Hannover Messe 2019. Hierfür zeigt Siemens in Halle 9 zahlreiche Erweiterungen seines Digital-Enterprise-Angebots für die digitale Transformation der Fertigungs- und Prozessindustrie. (Bild: Siemens)

Das Tempo beim Thema Digitalisierung in der produzierenden Industrie nimmt deutlich an Fahrt auf. Getrieben durch die sich stark verändernden Anforderungen von Produzenten hin zu noch mehr Flexibilität, Qualität oder auch Effizienz, wird der Übergang von der digitalen in die reelle Produktionswelt zunehmend fließend. Zur Hannover Messe, Anfang April diesen Jahres, will Siemens mit einem Feuerwerk an Innovationen und intelligenten Best-Practice-Beispielen in vielen Branchen überzeugen – auch in der Prozessindustrie. Das Highlight ist ein völlig neues, webbasiertes Prozessleitsystem, dessen Name und viele Details bis zur Hannover Messe noch absolute Verschlusssache bleibt.

Herzogenaurach – Appetit machen, das möchte Siemens mit seiner jährlichen Hannover Messe-Vor-Pressekonferenz in Herzogenaurach – und damit natürlich möglichst viele Messebesucher auf seinen Stand in Halle 9 locken. Das könnte ihnen auch in diesem Jahr wieder gelingen, denn unter dem Motto „Digital Enterprise – Thinking industry further!“ zeigt der Weltkonzern auch für die Prozessindustrie wieder zahlreiche intelligente Lösungen für die branchenspezifische Umsetzung von Industrie 4.0.

So bietet die Integration von Zukunftstechnologien in das Portfolio Anwendern beispielsweise neue und weitaus umfassendere Möglichkeiten, die rasant wachsende Datenmenge in der Industrie zu nutzen: Diese reichen vom Einsatz von Artificial Intelligence und Edge Computing bis hin zur Prozessautomatisierung der Zukunft. Zudem stellt der Automatisierungskonzern integrierte Energielösungen für digitale Unternehmen vor. Mit dem durchgängigen Angebot sollen Industrieunternehmen unterschiedlicher Größe und Branchen ihre Flexibilität und Produktivität weiter erhöhen können – und sich damit den wachsenden Herausforderungen einer zunehmenden Individualisierung stellen. Veranschaulicht werden die branchenspezifische Umsetzung des Digital Enterprise und der Einsatz von Zukunftstechnologien u.a. an einem Highlight-Showcase: In der Chemieindustrie wird in einer komplett virtuell abgebildeten Greenfield-Anlage mit Labor-, Automatisierungs- und Steuerungstechnologie eine nachhaltige und ökologische Produktion von Polyamiden aus Biomasse ermöglicht.

Digitale Lösungen für die Welt von morgen

Meilensteine Digitalisierung/Industrie 4.0

Digitale Lösungen für die Welt von morgen

12.02.19 - Siemens ist für die Digitalisierung seit Jahren Impulsgeber Nummer 1. Der Technologiekonzern hat ein digitales Ecosystem geschaffen, das die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt: von Design und Planung über Produktion und Betrieb bis zu Wartung und Service. Im Mittelpunkt steht der digitale Zwilling, der lückenlosen Datenaustausch über durchgängige Datenmodelle ermöglicht. lesen

Immer häufiger kommen dabei Edge- und Cloud-Computing-Angebote zum Einsatz, wie Jan Mrosik, CEO der Siemens Digital Factory Division hervorhebt. Nachdem Siemens das IT-Unternehmen Mendix übernommen hat, verfügt der Konzern jetzt auch über einen Marktführer im Bereich der so genannten Low-Code-App-Entwicklung. „Mit seiner Plattform und den dazugehörigen Tools und Services können Anwender damit ihre Apps bis zu zehnmal schneller erstellen“, verspricht Mrosik. Ein weiterer Beschleunigungsfaktor, um Digitalisierung noch schneller nutzbar zu machen. Zu den Produktinnovationen gehört auch eine neue Version der Software NX mit Machine Learning (ML)- und Artificial Intelligence (AI)-Funktionen. Dadurch kann die Software anstehende Arbeitsschritte vorhersagen und die Benutzeroberfläche vorausschauend aktualisieren. Die Funktionen unterstützen Benutzer dabei, die Software noch effizienter einzusetzen und die Produktivität zu erhöhen.

Neue Maßstäbe in der Prozessleittechnik?

Dass man bei Siemens die Prozessleittechnik neu denken will, konnte man sich bereits auf der letzten Achema 2018 in Frankfurt/M. ansehen. Die Produktentwickler haben sich danach mächtig ins Zeug gelegt. Jetzt scheint die Zeit für die Siemens-Entwickler reif, um die vor einem Dreivierteljahr noch visionär erscheinenden Ideen – ergänzend zum PCS 7 – ein völlig neues webbasiertes Prozessleitsystem in den Markt einzuführen, zu realisieren. „Wir denken die Prozessleittechnik neu und werden auf der Hannover Messe unser innovatives Prozessleitsystem vorstellen“, erklärt dann auch Eckard Eberle, CEO der Process Automation Business Unit, freudestrahlend. Eberle weiß, dass dieser Ansatz möglicherweise Game-Changer-Potenzial hat. Herausgekommen ist ein vollständig webbasiertes System sowie ein Multi-User-Konzept für Engineering und Betrieb, das Anwendern auf Basis einer intuitiven Benutzeroberfläche, objektorientiertem Datenmanagement sowie einer offenen und flexiblen Architektur völlig neue, effiziente Arbeitsweisen ermöglichen soll. Expertenwissen könnte nach Ansicht der Siemens-Entwickler damit überall und immer zum Einsatz kommen. Bis zu 30 User sollen zeitgleich im selben System arbeiten können – von wo auch immer sie den Zugriff darauf haben.

Wird das neue Prozessleitsystem damit neue Maßstäbe in der Prozessleittechnik setzen oder gar das Siemens-Schlachtschiff PCS 7 ablösen? Für Letzteres signalisiert Eberle ein klares „Nein“. Schließlich habe man sich mit PCS 7 sehr erfolgreich über alle Anwendungsbranchen weiterentwickelt und Marktanteile gewinnen können, betont Eberle. Ganz im Gegenteil: Natürlich solle PCS 7 auch zukünftig mit voller Kraft weiterentwickelt werden. Das neue System ist derzeit als Portfolio-Ergänzung gedacht und soll zunächst nur im Bereich Greenfield bei petrochemischen Anlagen, Wasser-/Abwasseranlagen sowie bei kontinuierlichen Prozessen verfügbar sein. „Mit der innovierten Simatic-PCS 7-Hardware sind unsere Kunden heute schon auf das neue System bestens vorbereitet“, erklärt der Siemens-Manager. Doch mehr Details dazu will man erst auf der Hannover Messe im April verraten. Der Spannungsbogen ist jedenfalls aufgebaut.

Neue Ansätze präsentiert das Unternehmen auch in dem in Zusammenarbeit mit Bentley entwickelten Plant Sight-Tool. Dieses ermöglicht es, Daten aus mehreren Datenquellen zusammenzubringen und so einen schnellen Zugriff auf bisher nicht zugängliche Informationen zu ermöglichen. Durch die Synchronisation der realen Anlage mit den dazugehörigen Engineering-Daten entsteht der digitale Zwilling der Produktion. „Anlagenbetreiber können dabei auf eine hohe Vertrauenswürdigkeit und Informationsqualität für stetige Betriebsbereitschaft und mehr Zuverlässigkeit zählen“, verspricht Eberle.

Siemens stellt mit Partnern 50 Apps für Mindsphere vor

Cloud-Konnektivität

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02.06.17 - Mit neuen Partnerschaften, Apps und erweiterter Konnektivität treibt Siemens den Ausbau seines cloudbasierten, offenen IoT Betriebssystems Mindsphere weiter voran. So stellte das Unternehmen auf der Hannover Messe zusammen mit Partnerunternehmen rund 50 Apps vor. Mit diesen lassen sich beispielsweise Sicherheitsrisiken reduzieren oder die Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen erhöhen. lesen

Als weitere Innovation werden in Hannover neue Cloud Connect-Produkte vorgestellt, die eine Datenübertragung von der Feldebene an verschiedene Cloud-Plattformen ermöglichen sollen. Darüber hinaus werden mit dem IoT-Digitalisierungsangebot Sidrive IQ Apps und Services zur Optimierung von Antrieben durch Anbindung an Mindshere angeboten. Ein weiteres Highlight aus der Antriebstechnik soll die Produktfamilie G120X für Anwendungsgebiete im Wasser-/Abwasser-Bereich sowie in der Pumpen- und Lüfterindustrie werden. Die Beispiele verdeutlichen: Mit dem breiten Portfolio-Ansatz, seinem ausgeprägten Implementierungs-Know-how, dem kundenorientierten Optimierungsansatz und seiner neuen, auf kundenindividuelle Bedürfnisse ausgerichteten Beratungsleistung hat auch Siemens gute Voraussetzungen geschaffen, um bei Endanwendern im Digitalisierungsumfeld zu punkten.

Hier finden Sie die Pressekonferenz mit allen Charts als Videomitschnitt.

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