Suchen

Nahrungsmittelproduktion

Sieben, Sedimentieren und Flotieren – Alltag in der Abwasservorbehandlung

| Autor/ Redakteur: Ingo Neumann / Tobias Hüser

Wasser spielt eine wichtige Rolle in der Nahrungsmittelindustrie. Als Wasch-, Kühl- und Transportmittel spült es die verschiedensten Produkte ins Abwasser. Aber bevor diese „bunte Mischung“ ins öffentliche Abwassernetz gelangt, sind die Betriebe dazu verpflichtet, verunreinigtes Prozesswasser mit mechanischen und chemisch-physikalischen Verfahren so vorzubehandeln, dass sie den gesetzlichen Richtlinien entspricht.

Firmen zum Thema

Siebtrommel von Speco mit integrierter Siebgutwäsche und -kompaktierung
Siebtrommel von Speco mit integrierter Siebgutwäsche und -kompaktierung
( Bild: Wam )

Die Vorreinigung zielt vor allem darauf ab, die im Abwasser vorhandenen Feststoffe abzutrennen. Je nachdem von welchen Produktionsbereichen das Abwasser stammt, beinhaltet es ungelöste Bestandteile wie Steine oder Sand aus Waschprozessen, pflanzliche und tierische Produktionsreste von den einzelnen Verarbeitungsstufen, sowie gelöste Stoffe wie Fette, organische Säuren, Stärke, Eiweiß oder Zucker.

Während leichte und ungelöste Inhaltsstoffe im Abwasser oben aufschwimmen, setzen sich die schwereren Bestandteile nach unten ab. Andere Stoffe schweben im Abwasser, oder sind als Emulsion darin gebunden. Daher kann die Abtrennung von Feststoffen unterschiedliche Verfahren erfordern. Mit Siebmaschinen lassen sich größere ungelöste Feststoffe effizient aus dem Abwasserstrom abtrennen. Das Siebgut wird dann meist über ein Transportsystem abgefördert und separat gesammelt.

Bildergalerie

Siebwahl ist entscheidend

Die Wahl des richtigen Siebes ist hierbei entscheidend: Über die Siebmaschenweite wird bestimmt, ab welcher Partikelgröße Feststoffe abgetrennt werden sollen. Dementsprechend werden Grob- und Feinsiebe unterschieden. Darüber hinaus bestimmt die Form der Feststoffe den Sieb- bzw. Maschentyp: Spaltsiebe sind z.B. zur Abtrennung länglicher Faserstoffe wie Obstschälreste oder Borsten weniger geeignet. Hier empfiehlt sich der Einsatz anderer Typen wie Loch- oder Maschensiebe.

Eine weitere Anwendung, bei der Siebtechnologie zum Einsatz kommt, ist die Abtrennung leichter Stoffe wie Fette oder Blattreste, die sich an der Oberfläche absetzen, und dann mit Räumsieben abgeschöpft werden können. Wenn sehr große Feststoffe wie größere Holzstücke oder Folienreste im Abwasser schwimmen, empfiehlt sich ein zweistufiger Siebprozess, um Verstopfungen und Blockagen bei den Siebmaschinen vorzubeugen. Ein vorgelagerter, robuster Grobrechen mit einer Spaltweite von beispielsweise zwei Zentimetern trennt dann zunächst die größten Bestandteile ab, sodass die nachgelagerte Feinsiebstufe ohne Störungen die restlichen Feststoffe absieben kann.

Neben der Art der Feststoffe im Abwasser, ist bei der Auswahl einer geeigneten Sieblösung vor allem die Menge an Abwasser entscheidend, die von der Siebmaschine bewältigt werden muss. Je geringer die Maschenweite bzw. das Spaltmaß des Siebes ist, umso niedriger ist bei gegebener Siebfläche seine Durchflussleistung. Bei höheren Abwassermengen und gleichzeitig hohem Feststoffabscheidegrad muss das Sieb daher entsprechend größer dimensioniert sein.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42576548)