Suchen

CO2 als Rohstoff Sektorübergreifende Zusammenarbeit für die Abscheidung und Nutzung von CO2 startet in Österreich

| Redakteur: Alexander Stark

Lafarge Zementwerke, OMV, Verbund und Borealis haben eine Absichtserklärung für die Errichtung einer Anlage zur CO2-Abscheidung und -Nutzung im großindustriellen Maßstab bis 2030 unterzeichnet. Die Anlage soll die Abscheidung von CO2 aus der Zementherstellung sowie die Fertigung von hochwertigen Kunststoffen, Olefinen und Kraftstoffen auf Basis erneuerbarer Rohstoffe ermöglichen.

Firmen zum Thema

In einer Absichtserklärung haben sich die Industrieunternehmen Lafarge, OMV, Verbund und Borealis auf eine branchenübergreifende Zusammenarbeit im Projekt „Carbon2Product Austria“ verständigt.
In einer Absichtserklärung haben sich die Industrieunternehmen Lafarge, OMV, Verbund und Borealis auf eine branchenübergreifende Zusammenarbeit im Projekt „Carbon2Product Austria“ verständigt.
(Bild: OMV)

Wien/Österreich – Durch die Schaffung einer sektorübergreifenden Nutzung von CO2 im industriellen Maßstab sollen Klimaneutralität, Kreislaufwirtschaft und Innovation in Österreich vorangetrieben werden. Darauf haben sich Lafarge Zementwerke, OMV, Verbund und Borealis im Rahmen einer Absichtserklärung geeinigt. Mit diesem Projekt sollen die Emissionen in der Zementproduktion signifikant verringert und das Treibhausgas CO2 als wertvolle Ressource für die industrielle Weiterverwendung etabliert.

In ihrer Absichtserklärung haben sich die Industrieunternehmen auf eine branchenübergreifende Zusammenarbeit im Projekt „Carbon2Product Austria“, kurz C2PAT, geeinigt. Ziel des Projektes ist die Schaffung einer sektorübergreifenden Wertschöpfungskette sowie die Errichtung einer Anlage im industriellen Maßstab bis 2030, welche eine Abscheidung von nahezu 100 % des jährlichen Ausstoßes im Zementwerk Mannersdorf (NÖ) von 700.000 Tonnen CO2 ermöglicht. Das abgeschiedene CO2 stünde so als Ressource zur Verfügung.

Mithilfe von Wasserstoff wird das abgeschiedene CO2 von OMV zu Kohlenwasserstoffen verarbeitet. Hierbei kommt grüner Wasserstoff zum Einsatz, der durch Verbund in einem Elektrolyseprozess auf Basis von Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Diese Kohlenwasserstoffe werden im weiteren Produktionsprozess für die Herstellung von Kraftstoffen (OMV) sowie für die Erzeugung hochwertiger Kunststoffe (Borealis) genutzt. Beide Endprodukte basieren somit auf erneuerbaren Rohstoffen und zeigen damit eine funktionierende Weiterverwendung von CO2 auf.

Grüner Wasserstoff zur Dekarbonisierung von CO2-intensiven Industrien

Österreichs größtes Stromversorgungsunternehmen Verbund wird in dem Projekt den Strom und den daraus erzeugten grünen Wasserstoff zum Recycling des abgetrennten CO2 bereitstellen. Laut Michael Strugl, stellvertretender CEO von Verbund bietet grüner Wasserstoff ein enormes Potential für die Dekarbonisierung von CO2-intensiven industriellen Prozessen.

Der Erfolg von C2PAT wird wesentlich davon abhängen, ob die notwendigen finanziellen und regulatorischen Rahmenbedingungen sowohl auf europäischer als auch auf nationaler Ebene geschaffen werden.

(ID:46670393)