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Rohstoffindustrie Schwankende Rohstoffpreise: Mit diesen Rezessionsfolgen kämpft die Branche

| Autor/ Redakteur: Nadine Oesterwind / Wolfgang Ernhofer

Abgekühlte Konjunktur, zunehmende Handelskonflikte und eine eingeschlafene Welthandelsorganisation dominieren in diesem Jahr die Rohstoffindustrie. Welchen Herausforderungen begegnen Unternehmen? Und wo liegen die wertvollen Schätze verborgen?

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Rohstoffmanager kämpfen gegen wirtschaftliche Unsicherheiten und rückläufige Absatzmengen.
Rohstoffmanager kämpfen gegen wirtschaftliche Unsicherheiten und rückläufige Absatzmengen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Wirtschaftliche Unsicherheiten und rückläufige Absatzmengen bedrohen in diesem Jahr die Unternehmenserfolge in der Rohstoffindustrie. Die schwankenden Rohstoffpreise beeinflussen massiv die Geschäftsergebnisse der Unternehmen. Vereinzelt sind Staaten Auslöser dieser Konjunkturschwankungen. Durch Zölle und nicht-tarifäre Handelshemmnisse können sie Rohstoffpreise beeinflussen. Im internationalen Vergleich stechen vor allem 15 Staaten hervor. Die Staaten der Ländergruppe Rohstoffe-15 verfügen über besonders viele Rohstoffreserven und können diese direkt fördern.

Vor allem die internationalen Handelskonflikte zwischen den Ländern beeinflussen die Rohstoffpreise. Doch was bedeutet das konkret für die Branche und welche Herausforderungen schätzen Rohstoffmanager als besonders gravierend ein? Inverto, eine auf Einkauf und Supply Chain Management spezialisierte Tochter der Boston Consulting Group, befragte Geschäftsführer und Einkaufsleiter nach Erwartungen und aktueller Praxis im Rohstoffeinkauf.

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Prozentsatz derer, die einen Absatzrückgang befürchten mehr als verdoppelt und stieg auf 41 %. Jedoch ist die Angst nur noch halb so groß davor, dass es an der Beschaffung von benötigten Rohstoffen scheitern könnte. Insgesamt 60 % der Studienteilnehmer rechnen angesichts der Entspannung auf den Rohstoffmärkten mit moderat sinkenden Preisen. Eine Ausnahme bilden Strom, Öl und Gas – für die Energieträger wird ein weiter Preisanstieg erwartet.

Bei der Frage über die Ursachen für die Wirtschaftsflaute sind die Studienteilnehmer sich eher uneinig. 46 % der Befragten erwarten, dass Gesetzesänderungen einen Einfluss auf die Rohstoffpreise haben, 44 % sehen Strafzölle als Risikofaktor. Über 80 % der Unternehmen gehen davon aus, dass Handelsbarrieren künftig noch stärker als politisches Mittel genutzt werden.

In unserer Bildergalerie erfahren Sie, welches Land über welche Rohstoffe verfügt und diese direkt fördern kann.

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Für Unternehmen sind schwankende Rohstoffpreise ein enormes Risiko. 76 % gaben an, dass sie das größte Problem für den Einkauf sind. Insgesamt 71 % sagen, die Entwicklung der Rohstoffpreise habe maßgeblichen Einfluss auf ihr Geschäftsergebnis.

Um sich vor Preissteigerungen durch protektionistische Maßnahmen zu schützen, vereinbaren 70 % der Unternehmen langfristige Verträge. Über 60 % der Befragten suchen neue Lieferanten in anderen Beschaffungsländern oder verschieben Produktionsvolumina zwischen ihren Lieferanten. Zugleich werden die Sicherheitsbestände in den Lagern von 36 % der Teilnehmern weiter ausgebaut.

Viele der befragten Rohstoffmanager sehen Handlungsbedarf bei der Politik. Fast 59 % der Befragten sind der Meinung, dass die Politik auf internationaler Ebene – etwa der Europäischen Union – Lösungen zur strategischen Rohstoffsicherung finden solle, während sich 29 % eine Verbesserung der nationalen Rahmenbedingungen für die Rohstoffsicherung wünschen.

* Die Autorin ist Mitarbeiterin der PROCESS-Redaktion

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