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Kryogene Verfahrenstechnik Sanfte Kälte – Kryogene Verfahrenstechnik leicht gemacht

| Autor / Redakteur: Manja Wühr* / M.A. Manja Wühr

Viele temperatursensible Produkte lassen sich nur kryogen vermahlen. Nun treiben die Forderungen nach einer möglichst gleichmäßigen Korngrößenveteilung und immer feineren Korngrößen den Entwicklungs- und Produktionsaufwand weiter in die Höhe. Doch mit ausgereifter kryogener Technik lassen sich diese Prozesse optimieren.

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Der Lohnhersteller A. Ebbecke Verfahrenstechnik baut gemeinsam mit Air Liquide in Schöneck ein Kompentenzzentrum für Kryogene Technik auf. Neben der Kunststoff- und Gummiverarbeitung können hier auch Chemie-, Food- und Animal-Heath-Produkte entwickelt werden.
Der Lohnhersteller A. Ebbecke Verfahrenstechnik baut gemeinsam mit Air Liquide in Schöneck ein Kompentenzzentrum für Kryogene Technik auf. Neben der Kunststoff- und Gummiverarbeitung können hier auch Chemie-, Food- und Animal-Heath-Produkte entwickelt werden.
(Bild: Ebbecke)

Immer feinere Korngrößen sind für viele Produkte der Schlüssel zur geforderten Qualität und Verarbeitbarkeit. Um diese Feinheiten zu erzielen, müssen schon heute viele temperatursensible Produkte, wie Kunststoffe für 3D-Drucker, chemische Additive oder auch Nahrungsergänzungsmittel, kalt vermahlen werden. Tendenz: steigend. Davon ist auch Jörn Winkelmann, Vorstand des Lohnherstellers A. Ebbecke Verfahrenstechnik, überzeugt: „Aufgrund der Entwicklungen im Markt hinzu größeren Oberflächenstrukturen und damit höheren Feinheiten gewinnt die kryogene Verfahrenstechnik zunehmend an Bedeutung in den unterschiedlichen verfahrenstechnischen Prozessen.“

Um die Kompetenzen in diesem Bereich zu stärken, arbeitet das Unternehmen mit dem Gasehersteller Air Liquide zusammen. Bis Sommer 2017 soll dessen Technikum für kryogene Mahltechnik von Krefeld in ein Ebbecke-Werk in Schöneck bei Frankfurt am Main umziehen und durch weitere verfahrenstechnische Prozesse ergänzt werden. Ziel ist es, ein Kompetenzzentrum aufzubauen, das die Anforderungen sehr unterschiedlicher Industrien abdecken kann – etwa Food, Dental, Animal Helth, Chemie, Kunststoff oder Gummi.

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Kompetenzzentrum aufbauen

Mit dem neuen Kompetenzzentrum für kryogene Technik will ­Ebbecke sowohl Lohnproduktionen mit bis zu mehreren Tausend Tonnen als auch Versuche abdecken. Insgesamt stehen zwölf verschiedene kryogene Anlagen zur Verfügung. Diese werden ergänzt durch Anlagen, die sowohl nicht kryogen als auch kryogen gefahren werden können. Für die kryogene Lohnmikronisierung und -vermahlung können zudem diverse Techniken eingesetzt werden. Dies reicht von Feinsichtern, Gegenstrahlmühlen, gegenläufigen Stiftmühlen, Schlagkreuzmühlen, Hammermühlen über Schneidmühlen für Naturprodukte bis hin zu Stiftweitkammer-Mühlen, Sichtermühlen und Spiralstrahlmühlen.

Für kryogenes Mischen können Produzenten zwischen Thyssen-­Henschel-Mischern für Pharmaprodukte, Lödige-Pflugscharmischern, Containermischern, Doppelkonus­mischern sowie in kleineren Maßstäben auch Röhnradmischern wählen. Des Weiteren stehen Technikumssprühtürme zur Verfügung, die sowohl mit Druckdüse als auch Zweistoffdüse und Sprinklerdüse ausgestattet werden können. Zum kryogenen Kompaktieren können Walzenkompaktieranlagen verschiedener Hersteller genutzt werden. Ergänzend hierzu werden Walzentrockner sowohl zum Trocknen als auch zum Kühlen eingesetzt. Damit deckt das Technikum das breite Spektrum der kryogenen Verfahrenstechnik ab.

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