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Wasserlounge 2008 Rückblick Wasserlounge 2008

Autor / Redakteur: Herbert Bendlin * / Olaf Spörkel

Die im Rahmen der Lounges 2008 in Karlsruhe durchgeführte Wasser-Lounge war ein voller Erfolg. Die praktizierte Symbiose von Vorträgen und Seminar-Veranstaltungen im Loungekonzept hat sich bewährt, wie auch die Anzahl von über 3600 Besuchern bestätigt.

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Bei der Wasser-Lounge 2008 ging es wieder um Wasser in seiner reinsten Form.
Bei der Wasser-Lounge 2008 ging es wieder um Wasser in seiner reinsten Form.
( Bild: Inspire )

Alle Teilnehmer der Wasser-Lounge haben die verschiedenen Möglichkeiten genutzt, sich während der drei Tage fachlich zu informieren. Als Informationsquelle dienten nicht nur die 90 Aussteller, sondern auch die über 70 Vorträge für Experten und Neueinsteiger. Das Konzept der Lounges hat sich bereits nach zwei Veranstaltungen als erfolgreiche Plattform für Informationsbeschaffung und gleichzeitiger Weiterbildung etabliert.

Alle drei Veranstaltungstage waren bis spät in den Abend sehr gut besucht, was sicher auch auf das ausgewogene Veranstaltungsprogramm und die Abendveranstaltung zurückzuführen ist. Neben den anderen sechs Veranstaltungen Hygienicon, Power-Lounge, Reinraum- Lounge, Steril-Lounge, Automation-Lounge und Facility-Lounge war die Wasser-Lounge von besonderem Interesse. Dieser Rückblick beschränkt sich daher auf die Wasser-Lounge.

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Vorträge für Neueinsteiger und Experten

2008 gab es erstmals eine Unterscheidung der Zielgruppe bei den Vorträgen und Workshops. So kamen Themenneulinge und Experten gleichermaßen auf ihre Kosten. Den Themenneulingen sollte innerhalb der Neueinsteigersession der Einstieg in die Thematik vereinfacht werden. Die Vorträge befassten sich mit den Grundlagen rundum das Thema Reinstwasser. Der Workshop „Kalibrierung und Zertifizierung von Leitfähigkeitsmesseinrichtungen für die Reinstwasseranalytik“ von Dr. Klaus-Peter Mang, Mettler-Toledo GmbH, zeigte mit welchen Methoden die gesetzlichen Anforderungen an die Kalibrierung und Zertifizierung von Leitfähigkeits-Messeinrichtungen erfüllt werden können. Insbesondere wurden die Möglichkeiten der zuverlässigen und rückführbaren Bestimmung der Zellkonstanten von Reinstwassersensoren behandelt. Im Vortrag von Klaus Schmid, Georg Fischer GmbH, ging es um die Verbindungstechnik von Kunststoffen und um Kunststoffschweißverfahren (IR und WNF). Der Vortrag zeigte auf, dass bereits in vielen Einsatzbereichen für Wasseraufbereitung und Medientransport Kunststoff-Rohrleitungen einen festen Platz gefunden haben und dabei die mediengerechte Verbindungstechnik eine bedeutende Rolle spielt.

Holger Lettnin von NNE Pharmaplan stellte innerhalb seines Workshops „Erstellung eines Lastenheftes für ein Reinstwassersystem“ die wesentlichen Aspekte eines Lastenheftes (URS User Requirement Specification) für ein Reinstwassersystem vor und zeigte, wie die Planung in den Realisierungsprozess eines Reinstwassersystems eingebettet ist, und welche Dokumente zu welchem Zeitpunkt bei einem erfolgreichen Projektablauf vorliegen müssen.

In den Expertensession ging es dagegen ins Eingemachte. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, gemeinsam mit den Referenten und untereinander über die unterschiedlichsten Themen im Detail zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Vorträge standen Verfahrenstechniken zur Reinstwassererzeugung, Möglichkeiten zur TOC-Entfernung, Sanitisierungskonzepte, Designanforderungen, Biofilm und Hygiene, die mikrobiologische Kontrolle, Oberflächenausführungen von Wassersystemen aus austenitischem Edelstahl, Ozonmessung in Reinstwasser und vieles mehr.

Aktionsbühnen als Höhepunkte der Lounges

Die Aktionsbühnen stellten eine weitere Informationsquelle dar und zeigten sich während der drei Tage als Besuchermagnet. Im Bereich der Wasser-Lounge gab es die zwei nachfolgend beschriebenen Präsentationen:

  • Vorführung reinstmediengerechter Kunststoffschweißverfahren

Präsentiert wurde das WNF- (wulst- und nutfreies Schweißen) und IR- (Infrarotschweißen) Verfahren, der Anwendernutzen vorgestellt und mittels praktischer Demonstration die Vorgehensweise gezeigt.

Das WNF-Schweißverfahren wurde 1989 speziell für die Verbindung von hochreinen Rohrleitungskomponenten entwickelt. Aufgrund der sehr glatten Innenoberfläche der Verschweißung sind positive Eigenschaften bezüglich Verkeimung, Biofilm und Reinigungsverhalten gewährleistet. Mit dem WNF-Schweißverfahren können die Werkstoffe PVDF (Polyvinylidenfluorid) und PP-n (Polypropylen-natur) ohne die Bildung eines Schweißwustes verschweißt werden. Die Schweißparameter können in einem detaillierten Schweißprotokoll per PC-Drucker sowie auf einem Etikettendrucker ausgedruckt werden. Durch die Platzierung der Protokoll-Etikette neben der Schweißnaht ist eine eindeutige Rückverfolgbarkeit jeder Schweißung gewährleistet. Die eigentliche Qualifizierung der WNF-Schweißung erfolgt per optischer Kontrolle der Schweißzone mit einer Lichtquelle von außen. Aufgrund der Transluszens von PVDF und PP-n ist eine 100 Prozent Kontrolle aller Schweißnähte auch zu einem späteren Zeitpunkt einfach durchzuführen. Das Prinzip des Infrarot-Schweißverfahrens der Georg Fischer GmbH wurde detailliert erläutert. Es erfüllt besonders hohe Anforderungen betreffs Güte und Reinheit der Schweißverbindung. Sie werden von Rohrleitungssystemen in den hochreinen Anlagen der Halbleiterindustrie, Biotechnologie, Medizintechnik sowie in Labor-Reinstwassersystemen gestellt.

  • Funktionstüchtige Wasseranlage

Bei der während der Wasser-Lounge vom 6. bis 8. Mai 2008 in Karlsruhe vorgestellten Anlage Osmotron 1500 Pharmaline von Christ handelt es sich um eine kompakte Aufbereitungsanlage zur Erzeugung von Aqua Purificata / Purified Water. Die Anlage besteht aus den Verfahrensstufen Enthärtung, Umkehrosmose und Elektrodeionisation und erzeugt Wasser mit einer Leitfähigkeit von weniger als 0,1 μS/cm und einem TOC-Wert von weniger als 20 ppb. Spezielle Merkmale der Anlage sind die kompakte Bauweise sowie die Benutzeroberfläche über einen PC-Panel, auf dem alle Betriebszustände grafisch dargestellt sind. Die Anlage ist ebenfalls für Fernüberwachung ausgerüstet, wodurch eine optimale Unterstützung des Endkunden durch den Anlagenbauer ermöglicht wird. Die Anlage wurde während der Wasser-Lounge mehrmals täglich in Betrieb gezeigt, um dem interessierten Publikum den neuesten Stand der Technik vorzuführen.

Ausblick

Die Veranstaltung ist ein gelungener Mix aus Fachausstellung mit zahlreichen Aktionen und Fachvorträgen. Die nächste Lounge ist bereits fester Bestandteil in der Planung vieler Firmen, so die Leitern des Veranstalters, Inspire GmbH, Frau Würsching. Sie findet wieder in Karlsruhe statt vom 17. bis 19. März 2009.

Dr. H. Bendlin, Technisches Sachverständigenbüro, 56235 Ransbach-Baumbach.

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