Technologie-Zukauf Romacos Zukauf bringt Coating-Technologie in die Gruppe

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Romaco kauft Coating- und Wirbelschichtechnologie aus Spanien und baut damit seine Processing Sparte aus. Mit der Übernahme von STE Tecpharm geht das Karlsruher Unternehmen einen weiteren Schritt in Richtung Komplettlösung für die Solidaproduktion. Warum der Wettbewerb die Akquisition genau beobachtet.

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Tecpharm wurde 2013 von David Mateo, Bárbara Jané und Pedro Cuadrado gegründet. (v.l.n.r)
Tecpharm wurde 2013 von David Mateo, Bárbara Jané und Pedro Cuadrado gegründet. (v.l.n.r)
(Bild: Romaco)

Auf den ersten Blick ist die Übernahme, die Romaco letzte Woche verkündet hat, ein eher kleiner Fisch. Lediglich 30 Mitarbeiter gehören zu STE Technopharm, das 2013 als Spin-off aus der STE Group ausgegründet wurde. Trotzdem hat der Kauf eine erhebliche Tragweite: nicht nur technologisch. Setzte das Unternehmen für Trocknung, Granulation und Coating bisher allein auf die Wirbelschichttechnik von Innojet Hüttlin, die für Feinstpartikel, wie Pellets, Pulver und Mikrotabletten entwickelt ist. Jetzt mit dem Kauf von Tecpharm ist man in der Lage in der Lage auch klassisches Tablettencoating anzubieten. Die Granulationstechnologien sollen in das Portfolio von Innojet integriert werden.

Auch für die Marktanteile des Wettbewerbs könnte der Kauf Implikationen haben. Das Spin off ist ein Eingeweihten bekanntes Technologieunternehmen mit eher kleinem Marktanteil. Doch mit dem Kauf von Romaco treten die Spanier direkt in Konkurenz mit deutschen Unternehmen wie Lödige, Driam, Syntegon, Bohle oder Glatt und den starken Italienern. Die Zugehörigkeit zur Romaco-Gruppe verschafft dem spanischen Apparatebauer, der bisher eher unter der Wahrnehmungsgrenze segelte, einen internationalen Marktzugang für ihre Technologien. Man wolle Tecpharm als Anbieter von Coating-Systemen für Tabletten etablieren, betont Romaco-Geschäftsführer Jörg Pieper.

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Tecpharm-Gründer David Mateo soll übrigens Geschäftsführer der eigenständigen Business Unit Romaco Tecpharm bleiben und die Firma von Spanien aus leiten. Die Integration sei mit großen Wachstumschancen verbunden, erklärt er. Da Romaco sehr dezentral organisiert sei, sehe er gute Chancen für eine Eingliederung auf Augenhöhe mit den neuen Schwestergesellschaften.

Mit dem Neuzugang betreibt Romaco insgesamt fünf Produktionsstandorte in Deutschland, Italien und Spanien.

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