Rohstoffpreis-Entwicklung Rohstoffpreise werden weltweit weiterhin steigen

Redakteur: Marion Wiesmann

Der für die chemische Industrie bedeutsame Rohstoff Naphtha wird weiterhin steigen und den Preis für Olefine mit sich nach oben ziehen.

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Quelle Rohstoffpreis-Informationen der IKB
Quelle Rohstoffpreis-Informationen der IKB
( Archiv: Vogel Business Media )

Düsseldorf – Im Februar 2008 kam es nach einer Analyse der IKB Deutsche Industriebank zu weiter steigenden Rohstoffpreisen. Die Gründe hierfür sind zahlreich: Internationale Investoren sehen Rohstoffe wegen des aktuellen Dollarverfalls und der Börsenturbulenzen als Anlagealternative, die Erdölförderländer halten den Rohölpreis nicht zuletzt wegen des schwachen Dollars hoch.

Deutschen Chemieunternehmen kommt jedoch der gegenüber dem US-Dollar festere Euro entgegen. Er milderte den Preisanstieg in Inlandswährung erheblich ab.

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Preistrends für Öl: leichte Entspannung in Sicht

Der Verfall des Dollars, die Sorge über eine mögliche Kürzung der Fördermenge und ein Ansteigen der spekulativen Nachfrage haben den Rohölpreis im vergangenen Monat in neue Höhen katapultiert. Die psychologisch und charttechnisch wichtige Schwelle von 100 Dollar/Barrel Brent dürfte aber nicht lange zu halten sein.

Die meisten Prognosen gehen nach Ende der Wintersaison von einem deutlichen Sinken der Preise aus, so auch die Analysten der IKB. Für März 2008 erwarten sie noch ein Einpendeln um die 100 Dollar, im zweiten Quartal 2008 könnte die Preisspanne dann zwischen 80 und 95 Dollar liegen.

Dank Euroaufwertung fällt in der Inlandswährung der Preisanstieg wesentlich moderater aus. Von der prognostizierten Konjunkturabkühlung in Europa und den USA gehen dämpfende Nachfrageeffekte aus, die nach Analystenmeinung letztlich entspannend auf die Ölpreise wirken sollten.

Preistrends für Gas: Gazprom dreht an der Preisschraube

Insgesamt sehen wir für 2008 eine stabile Inlandsnachfrage nach Erdgas, weltweit einen leichten Zuwachs. Die deutschen Erdgaspreise werden trotz eines bisher unterdurchschnittlichen Winterverbrauches nochmals nach oben tendieren. Hauptgrund ist die Ölpreisbindung in Deutschland, aber auch die von Gazprom avisierten deutlichen Preisanhebungen für westeuropäische Kunden.

Die von IKB erwartete Absenkung des Ölpreises in Richtung 80 Dollar dürfte nach Ende des 2. Quartals 2008 entspannend auf die Preise wirken. Starke politische Risiken bei Gas (wie etwa bei Öl die Krisenherde Naher Osten und Nigeria) sehen die Analysten derzeit in der kurz- und mittelfristigen Betrachtung nicht.

Preistrends Naphtha und Polymeren: Preisauftrieb in Europa

Nach einem Anstieg des Naphtha-Preises im dritten Quartal 2007 um über zehn Prozent haben die Kontrakt-Notierungen der Olefine Ethylen und Propylen für das erste Quartal um 8,3 bzw. 6,4 Prozent zugelegt. Aktuell liegen diese über den Spot-Notierungen. Daher zeigt die von der IKB auf Spotbasis berechnete Cracker-Marge im bisherigen Verlauf des ersten Quartals keine Erholung.

Würde die Berechnung auf Basis der Kontraktpreise durchgeführt, wirkt sich deren Anhebung sowie die seit Jahresbeginn leicht rückläufigen Naphtha-Preise allerdings entspannend aus.

Für die nahe Zukunft rechnen die Experten zwar mit einem Anstieg der Olefin-Spotpreise, da aber gleichzeitig der Naphtha-Preis anziehen werde, bleibt die Marge weiterhin unter Druck. Hohe Naphtha-Preise in Asien begünstigen den Export und leisten dem Preisauftrieb in Europa Vorschub.

Details und weitere Preistrends der IKB für Polymer-Vorprodukte und Polymere, PVC, PET und PA 6, für PE, PP und PS finden Sie in den Grafiken in der Bildgalerie.

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