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Sterilabfüllung

Roboter erobern die Sterilabfüllung

| Autor / Redakteur: Anke Geipel-Kern* / Anke Geipel-Kern

Steriline fokussiert sich auf aseptische Abfüllung mit Robotertechnik.
Steriline fokussiert sich auf aseptische Abfüllung mit Robotertechnik. (Bild: Steriline)

Steriline präsentierte zur Achema eine neue flexible Roboterlinie zur nestweisen Verarbeitung von Vials, Spritzen und Kartuschen. Integriert ist ein neues Dekontaminationsverfahren, das der Elektronenstahlsterilisierung den Rang ablaufen soll.

Robotertechnik und Isolator – diese Kombination findet man in der Pharmaproduktion immer häufiger und hier sieht Steriline sein Alleinstellungsmerkmal. Seit 1989 gibt es das familiengeführte Unternehmen mit Hauptsitz im italienischen Como.

Anfangs auf Sterilisiertunnel spezialisiert, später auf Füllmaschinen und Isolatoren, beschäftigen sich die Aseptikspezialisten heute mit Containment und dem Einsatz der automatisierten Greifarme in der aseptischen Fertigung von Arzneimitteln.

„Wir waren damals eine der ersten, die Roboter zum Denesten und zum Transport der Vials eingesetzt haben“, erklärt Volker Klaassen, Area Sales Manager bei Steriline.

Roboter bringen Flexibilität in die aseptische Fertigung

Traditionell ist die Pharmabranche neuen Techniken gegenüber skeptisch, aber das anfängliche Misstrauen ist gewichen und mittlerweile gelten Roboter in vielen aseptischen Anwendungen als gesetzt. Schließlich liegen die Vorteile auf der Hand: hohe Flexibilität durch kurze Umrüstzeiten, inhärente Prozesssicherheit und große Präzision.

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Viel Überzeugungsarbeit muss Klaassen nicht mehr leisten. Vor allem der Trend zur Verarbeitung von Spritzen- oder Vialnestern spielt Steriline in die Hände. „Medikamente werden individueller und die Chargen kleiner; auch wegen der Belieferung regionaler Märkte. Nestweise Verarbeitung ist deshalb im Kommen“, erläutert der Vertriebsexperte.

Dadurch wird nicht nur der Einsatz der Robotertechnik beflügelt, auch die Nachfrage nach kunden­individuellen Lösungen steigt – eine weitere Spezialität des Unternehmens. Mit seiner hohen Fertigungstiefe sieht Klaasen Steriline hier im Vorteil. „Wir bauen unsere Isolatoren selbst und überzeugen unsere Kunden mit hoher Qualität und Liefertreue“, betont er.

Zur diesjährigen Achema hat Steriline gleich mehrere Robotergestützte Fülllinien mitgebracht: eine Ampullenabfüllanlage mit Reinigungsmaschine und eine robotergestützter Abfüll- und Verschließmaschine.

Unbestrittenes Highlight ist aber die neue Generation der „Robotic Nest Filling Line“ (RNFM), mit der man hochflexibel vorsterilisierte Spritzen, Kartuschen und Ampullen direkt im Nest befüllen kann.

Brandneu daran ist das Dekontaminationssystem, das die Tubs vor dem Eintritt in den aseptischen Füll-Bereich sterilisiert. Die Technologie arbeitet mit gepulstem UV-Licht und stammt von Claranor, die das Verfahren seit 2004 vorantreiben und in der Lebensmittelindustrie einsetzen.

Bisher werden die Tubs mit Elektronenstrahlverfahren sterilisiert und der Isolator vorher mit Wasserstoffperoxyd behandelt. Steriline hat die „Pulsed Light Technology“ gemeinsam mit Eurofins Amatsigroup an die aseptische Fertigung angepasst und weiterentwickelt. Zwei Wannen mit Spritzen pro Minute soll das System schaffen, das es sowohl als Stand-Alone- als auch als Einbaugerät gibt. „Unser neues System ermöglicht kurze Stillstandzeiten, ist wartungsfreundlich und reduziert Capex und Opex“, verdeutlicht Klaassen.

Zur Interpack 2017 hat Steriline den Prototyp das erste Mal vorgestellt. Jetzt ist das System validiert und es gibt bereits Ergebnisse aus der Praxis, welche die Einsatztauglichkeit demonstrieren. Das Verfahren reduziere die Kontamination an der Oberfäche von Ready-­to-Use-Behältern um 6 log, erklären die Verfasser des Papers „Pulsed light in pharma industry”.

Erfolgsmodell ist zurzeit die Ampullen-Abfüll- und Verschließmaschine VFCM100, die 6000 Ampullen pro Stunde füllt und verschließt.

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