Washington (dpa) *23:27 – US-Einheiten beschlagnahmen weiteren Öltanker
Die USA haben bereits mehrere sanktionierte Tanker in der Karibik unter ihre Kontrolle gebracht. Washington bekräftigt: Öl aus Venezuela darf nur «rechtmäßig» transportiert werden. Die USA haben in der Karibik einen weiteren Öltanker aufgebracht. Das Motorschiff «Sagitta» habe sich der von US-Präsident Donald Trump verhängten Blockade für sanktionierte Tanker widersetzt, teilte das für die Region zuständige Südkommando des US-Militärs (Southcom) auf der Plattform X mit.
Die USA seien entschlossen zu sichern, dass nur ordnungsgemäß und rechtmäßig koordiniertes Öl das südamerikanische Land Venezuela verlässt, hieß es weiter. Laut Southcom verlief der Einsatz erneut «ohne Zwischenfälle». Die USA haben in den vergangenen Wochen bereits mehrere Tanker unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatte Trump angekündigt, eine «vollständige und komplette Blockade aller sanktionierter Öltanker auf dem Weg von und nach Venezuela» zu verhängen.
Die US-Streitkräfte haben ihre Präsenz in der Karibik stark ausgebaut. Unter anderem wurden in den letzten Monaten zusätzliche Kampfflugzeuge und der weltgrößte Flugzeugträger «USS Gerald R. Ford» in die Region verlegt. Am 3. Januar nahm das US-Militär bei einer Operation in Caracas Machthaber Nicolás Maduro fest. Der Präsident und seine Frau Cilia Flores wurden nach New York gebracht. Dort soll ihnen der Prozess wegen Drogendelikten gemacht werden.
Berlin (ots) *18:09 – BPI begrüßt EU-Parlaments-Votum: Critical Medicines Act kann zum industriepolitischen Hebel werden
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) begrüßt, dass das EU-Parlament mit seiner heutigen Abstimmung zum Critical Medicines Act (CMA) den Weg für die anstehenden Trilog-Verhandlungenmit dem Rat der EU und der EU-Kommission frei macht: «Der Critical Medicines Act adressiert relevante Schwachstellen der europäischen Arzneimittelversorgung. Jetzt kommt es darauf an, ob er zu einem echten industriepolitischen Hebel wird oder hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Wir unterstützten ausdrücklich das Ziel, die Versorgung mit kritischen Arzneimitteln in Europa zu sichern», betont Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des BPI.
Der BPI macht deutlich: «Wer die Versorgung der europäischen Bürgerinnen und Bürger mit kritischen Arzneimitteln sichern will, muss vor allem ein nachhaltiges Investitionsumfeld schaffen. Standortattraktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Planungssicherheit für pharmazeutische Unternehmen sind dabei wesentliche Faktoren - sie gehören ins Zentrum des Critical Medicines Act. Versorgungssicherheit in Europa entsteht nicht allein durch neue Gesetze. Zusätzliche Regulierung setzt keine neuen Kapazitäten bei Arzneimittelherstellern frei. Europa muss insgesamt als Forschungs-, Entwicklungs-, Produktions- und Investitionsstandort attraktiver werden - gerade im globalen Wettbewerb», betont Joachimsen.
Köln (dpa) *17:07 – Elektrolyseur-Bau kommt nur schleppend voran
Der Bau von Anlagen zur Wasserstoffproduktion in Deutschland stockt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts (EWI) an der Universität zu Köln. Demnach geht der Hochlauf der Elektrolysekapazität deutlich langsamer voran als geplant. «Das Ziel von 10 Gigawatt Elektrolysekapazität bis zum Jahr 2030 wird vermutlich verfehlt», teilte das EWI mit. Aktuell liege die installierte Leistung von Elektrolyseuren in Deutschland bei 181 Megawatt. Für weitere rund 1.300 Megawatt gebe es eine finale Investitionsentscheidung oder sie seien im Bau. Ende 2027 könnten somit bis zu 1.500 Megawatt Elektrolysekapazität in Betrieb sein. Zähle man alle bis zum Jahr 2030 angekündigten Projekte zusammen, könne eine Gesamtkapazität von 8.700 Megawatt (=8,7 Gigawatt) erreicht werden.
Gründe für den schleppenden Elektrolysehochlauf seien unter anderem hohe Investitions- und Betriebskosten in Verbindung mit einer relativ geringen Zahlungsbereitschaft der Verbraucher. Außerdem bestehe weiterhin das Henne-Ei-Problem: Angebot, Nachfrage und die Infrastruktur müssten simultan aufgebaut werden. «Dies kann zu Koordinationsproblemen und zur Verzögerung einzelner Projekte führen», erklärte die EWI-Forscherin Ann-Kathrin Klaas.
Die Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP hatte in ihrem Koalitionsvertrag im November 2021 den Bau von 10 Gigawatt Elektrolyse-Kapazität bis 2030 als Ziel formuliert. Später fand dies auch Eingang in die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD vom Mai
Stand: 08.12.2025
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2025 wird die Zahl nicht genannt. «Wasserstofferzeugung wollen wir sowohl über große systemdienliche Elektrolyseanlagen als auch verstärkt dezentral und flächendeckend ermöglichen», heißt es dort.
In Elektrolyseuren wird Wasser mit Hilfe von Strom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Wurde der Strom klimaneutral erzeugt, wird der Wasserstoff auch als «grün» bezeichnet. In einem klimaneutralen Wirtschaftssystem soll Wasserstoff eine zentrale Rolle spielen. In neuen Gaskraftwerken soll er Strom erzeugen, wenn nicht genug Wind- und Sonnenstrom da ist. Auch bei der Stahlherstellung soll Wasserstoff zum Einsatz kommen und große Mengen Kohlendioxid vermeiden.
Frankfurt/Main (dpa) *16:01 – McKinsey: Europa hat billionenschwere Investitionslücke
Der Kontinent droht gegenüber den USA und China zurückzufallen, warnt die Unternehmensberatung. Sie hat konkrete Empfehlungen, wie Europa zurück auf den Wachstumspfad kommen kann.
Um Europa zu mehr Wirtschaftswachstum zu verhelfen, sind nach Einschätzung der Unternehmensberatung McKinsey billionenschwere Investitionen und mehr herausragende Firmen nötig. Das zeigt eine neue Analyse von McKinsey, die heute auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt werden soll. Habe der frühere EZB-Präsident Mario Draghi 2024 in seinem vielzitierten Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU den jährlichen Investitionsbedarf auf 800 Milliarden Euro beziffert, liege die Summe nun um die Hälfte höher: Stattdessen seien jährlich 1,2 Billionen Euro öffentliche und private Investitionen über die nächsten fünf Jahre nötig, schreibt McKinsey mit Verweis auf jüngste Schätzungen.
Untersuchungen des McKinsey Global Institute zeigten, dass das nationale Produktivitätswachstum auf wenige ambitionierte Unternehmen zurückgehe. Bei einer Stichprobe habe man herausgefunden, dass mehr als zwei Drittel des Produktivitätswachstums in den USA zwischen 2011 und 2019 von 44 herausragenden Unternehmen getragen wurde. Übertragen auf Deutschland waren demnach 13 herausragende Firmen für zwei Drittel des Produktivitätswachstums verantwortlich.
Um die Wirtschaft anzukurbeln und gegenüber den USA und China aufzuholen, müsse Europa nicht nur ambitionierte Unternehmen - darunter potenzielle Zukunftsfirmen in der Wachstumsphase - stärker fördern. In den vergangenen fünf Jahren hätten US-Unternehmen 2 Billionen Euro mehr in digitale Technologien investiert als die europäische Konkurrenz. Und in traditionellen Fertigungsindustrien investiere China dreimal so viel wie Europa.
McKinsey zählt zehn Handlungsfelder für den öffentlichen Sektor auf, darunter ein radikal vereinfachter Rechtsrahmen in der EU für innovative Firmen («28th Regime») und eine investitionsfreundliche Haltung bei Übernahmen in Europa. Auch könnten Regierungen als Großkunden neue Märkte und Einnahmequellen erschließen.
Unternehmen müssten mutig handeln und fünf strategische Schritte ergreifen, darunter der Ausbau der produktivsten Geschäftsmodelle oder Technologien, die Verlagerung der Portfolios hin zu den produktivsten und wachstumsstärksten Geschäftsbereichen und der Aufbau von Größenvorteilen. Europa drohe ein weiteres Jahrzehnt mit einem schwachen Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent, warnt McKinsey. Das sei aber keinesfalls unvermeidlich. So hätten die ausländischen Direktinvestitionen in Europa deutlich angezogen und Finanzinvestoren Milliardeninvestitionen zugesagt. Wenn Unternehmen unterstützt vom öffentlichen Sektor darauf aufbauten und bei Investitionen mit ihren US-Pendants gleichzögen, könne Europa das Wachstum verdoppeln.
Hannover (dpa) *15:12 – Erste Runde der Chemie-Tarifverhandlungen ohne Ergebnis
Die Tarifgespräche für die Chemie- und Pharmaindustrie im Norden bleiben zum Auftakt ohne Ergebnis. Es geht um rund 68.000 Beschäftigte in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein.
- Die erste Tarifrunde für die Chemie- und Pharmaindustrie im Norden bleibt ohne Ergebnis. Arbeitgeber und Gewerkschaft konnten sich am Dienstag in Hannover nicht verständigen, wie beide Seiten mitteilten. Verhandelt wird für rund 68.000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Die Arbeitgeber erneuerten ihre Forderung nach einer «tarifpolitischen Atempause». In der aktuellen Krise gehe es vor allem darum, Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbands ChemieNord, Sarah Saeidy-Nory. Steigende Arbeitskosten verschärften die Krise.
Die Gewerkschaft IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie) fordert dagegen eine Lohnerhöhung, um die Kaufkraft zu stärken, und sieht weiter Nachholbedarf bei den Löhnen. «Eine Nullrunde löst keine strukturellen Probleme», sagte der Verhandlungsführer des Landesbezirks Nord, Ralf Becker. Auf eine konkrete prozentuale Forderung hat die IG BCE bundesweit verzichtet. Die Tarifverhandlungen sollen am 3. Februar auf Bundesebene in Hannover fortgesetzt werden. Die aktuellen Tarifverträge laufen nach Angaben der Gewerkschaft Ende Februar aus.
Die Chemieindustrie steht unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Die Lage sei «extrem angespannt», hatte Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne der Deutschen Presse-Agentur im Dezember gesagt. Die Produktionsauslastung liege derzeit bei rund 70 Prozent und sei damit wirtschaftlich nicht tragfähig. «So schlecht war die Situation in der Chemieindustrie schon lange nicht mehr.»
Darmstadt (dpa/lhe) -*15:03 – Keine ausreichende Warnung vor Gefahren bei Chemie-Produkten?
Chemikalien können ätzend und gefährlich sein. Kontrollen ergeben, dass bei Chemieprodukten aus dem außereuropäischen Ausland Warnhinweise fehlen. Das Regierungspräsidium Darmstadt hat bei Kontrollen außereuropäischer chemischer Produkte bei fast allen im Rhein-Main-Gebiet verdächtigen Sendungen gefahrstoffrechtliche Mängel bei der Kennzeichnung festgestellt. Die Waren hätten nicht in den freien Verkehr gebracht werden dürfen, teilte die Behörde mit.
Besonders beliebte Chemikalien seien Klebstoffe, Beschichtungsmittel, Rostentferner oder Allzweckreiniger, die zunehmend online bestellt würden. Hauptmangel seien unzureichende deutsche Gefahrenhinweise, in Einzelfällen aber auch nicht zugelassene Inhaltsstoffe gewesen. In den vergangenen Jahren habe sich die Zahl der Verdachtsfälle drastisch erhöht. In der vergangenen Woche sei an einem Tag mehr als 300 Mal der gleiche Abflussreiniger gemeldet worden, dessen ätzende Wirkung nicht gekennzeichnet gewesen sei.
Stuttgart (dpa/lsw) *13:54 – Umweltministerin verteidigt Vorgehen zu Treibhausgas-Leck (
Nachdem Forscher im Südwesten ein mögliches Treibhausgas-Leck entdeckt haben, beschäftigt der Skandal auch den Landtag. Die Ministerin erklärt die späte Information der Öffentlichkeit.
Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) hat ihre Informationspolitik im Fall von überhöhten Emissionen des klimaschädlichen Treibhausgases Schwefelhexafluorid (SF6) in Baden-Württemberg verteidigt. Hätte man den Verdacht gegen das Unternehmen öffentlich gemacht, ohne ihn rechtssicher nachweisen zu können, hätte sich das Land womöglich schadensersatzpflichtig gemacht, sagte Walker in einer Sondersitzung des Umweltausschusses. Die Ministerin war nach eigenen Angaben im April 2024 über den Verdacht informiert worden, dass in einem Chemiewerk des Konzerns Solvay in Bad Wimpfen nahe Heilbronn womöglich deutlich mehr SF6 ausgestoßen wird als vom Unternehmen angegeben. Öffentlich bekannt wurde das mögliche Treibhausgas-Leck allerdings erst Anfang Dezember 2025.
Die Ministerin räumte aber auch Versäumnisse ein. «Rückblickend hätten wir schneller sein müssen», sagte Walker. Es gebe aber auch Gründe für das Vorgehen. So habe es etwa lange gedauert, ein Institut zu finden, das in der Lage sei, das Gas vor Ort messen könne.
Hintergrund ist eine Studie der Goethe-Universität Frankfurt am Main: Die Forscher hatten deutlich höhere SF6-Werte gemessen als vom Chemiekonzern Solvay für sein Werk in Bad Wimpfen bei Heilbronn offiziell angegeben. Solvay ist europaweit der einzige Hersteller des Gases, das unter anderem in der Elektroindustrie als Isoliermittel eingesetzt wird.
Während der Konzern für das Jahr 2023 insgesamt 56 Kilogramm SF6 gemeldet hat, kamen die Forscher im Schnitt der Jahre 2020 bis 2023 auf rund 30 Tonnen jährlich für die Region. Der Konzern ließ mehrere Anfragen zu den Vorwürfen unbeantwortet.
Hannover (dpa) *03:31 – Tarifgespräche für Chemie-Beschäftigte im Norden starten
In Hannover starten heute (10.30 Uhr) die regionalen Tarifverhandlungen für die norddeutsche Chemie- und Pharmaindustrie. In den Gesprächen geht es um die Vergütung der rund 68.000 Beschäftigten in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein. Während der Arbeitgeberverband ChemieNord eine «tarifpolitische Atempause» verlangt, fordert die Gewerkschaft IG BCE eine Lohnerhöhung, «die die Kaufkraft weiter stärkt».
Die Branche ist im Norden vor allem mittelständisch geprägt, 86 Prozent der Betriebe haben laut ChemieNord weniger als 500 Beschäftigte. Und viele hätten schon jetzt mit hohen Arbeitskosten zu kämpfen, so der Arbeitgeberverband. Die IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie) sieht dagegen weiter «massiven Nachholbedarf bei den Löhnen». Auf eine prozentuale Lohnforderung hat die Gewerkschaft bundesweit verzichtet.
Gewerkschaft und Arbeitgeber verhandeln derzeit in neun regionalen Tarifrunden, jeweils nur an einem Tag. Gibt es hier keine Einigung, so sollen am 3. Februar bundesweite Gespräche starten, die dann ebenfalls in Hannover beginnen. Verhandelt wird dann für insgesamt 585.000 Beschäftigte in ganz Deutschland.