Schkopau/Halle (dpa/sa) *16:36 Uhr – Weniger Emissionen: Kraftwerk Schkopau steigt auf Gas um
Das Braunkohlekraftwerk in Schkopau soll bald auf Gas als Brennstoff umsteigen. Es sei eine Zulassung für den vorzeitigen Beginn von Maßnahmen erteilt worden, teilte das Landesverwaltungsamt mit. Geplant ist demnach unter anderem, ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk und eine Industriegasturbinenanlage zu bauen. Bis Ende 2034 muss der Kohleausstieg verwirklicht sein, so ist es gesetzlich festgelegt.
Die neuen Anlagen sollen in Zukunft unter anderem die Versorgung des benachbarten Chemieparks mit Prozessdampf und Strom sowie die Stromerzeugung für das öffentliche Netz sicherstellen – mit deutlich weniger Kohlendioxid-Emissionen als zuvor.
Das Kraftwerk wird von der Saale Energie betrieben. Nach den Angaben des Landesverwaltungsamts ist es der größte Energieversorger in Sachsen-Anhalt mit zentraler Rolle in der öffentlichen Stromversorgung.
Ende November vergangenen Jahres hatte es in dem Kraftwerk gebrannt. Infolgedessen waren beide Kraftwerksblöcke zeitweise außer Betrieb. Andere Kraftwerke hatten die Versorgung übernommen.
Berlin (ots) *10:05 – Biotech-Finanzierung: schwacher Start, starkes Finish
Die Eigenkapital-Finanzierung der deutschen Biotechnologie-Branche im Jahr 2025 ist mit 1,787 Mrd. Euro deutlich besser ausgefallen, als es sich nach den Zahlen des ersten Halbjahrs (H1: 337 Mio. Euro) abzeichnete. Dennoch liegt die Gesamtsumme rund 7 Prozent unter dem Vorjahr (2024: 1,917 Mrd. Euro). Mit 593 Mio. Euro wurde 34 Prozent weniger Venture-Kapital durch private Unternehmen eingeworben als 2024 (898 Mio. Euro). Börsennotierte Unternehmen sammelten 1,194 Mrd. Euro ein, ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zu 2024 (999 Mio. Euro). Kein Unternehmen hat den Sprung an die Börse gewagt. Rund 55 Prozent der Gesamtsumme entfallen auf die Tubulis GmbH (344 Mio. Euro) und die QIAGEN N.V. (642 Mio. Euro). Dies geht aus einer Erhebung des Biotechnologie-Branchenverbands BIO Deutschland e. V. in Kooperation mit EY hervor.
Roland Sackers, Vorstandsvorsitzender des BIO Deutschland, kommentiert: «Trotz eines schwierigen Finanzierungsumfelds und herausfordernder geopolitischer Rahmenbedingungen ist es unserer Branche wieder gelungen, mehr als 1,7 Mrd. Euro einzuwerben. Das ist ein positives Signal. Auch deshalb, weil wir 2025 relativ viele Seed-Runden gesehen haben. Schwächer ist hingegen leider die Wachstumsfinanzierung ausgefallen. Außer der Rekord-Serie C von Tubulis über 344 Mio. Euro gab es nur wenige, lediglich zweistellige Finanzierungsrunden. Umso wichtiger ist es jetzt, die Pläne der EU und der Bundesregierung für große Wachstumsfonds zügig umzusetzen.
Biotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie, wir sind eine Schlüsselbranche für Innovation, hochqualifizierte Arbeitsplätze und den Wohlstand Europas.»
Viola Bronsema, Geschäftsführerin des BIO Deutschland, ergänzt: «Das ist eine erfreulich positive Entwicklung. Dennoch müssen die Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Innovation dringend verbessert werden, wenn wir in Deutschland und der EU technologische Souveränität in der Biotechnologie erreichen möchten. In Großbritannien und der Schweiz konnten Biotechnologie-Unternehmen schon in den ersten drei Quartalen deutlich mehr Venture-Kapital auf sich vereinen als in Deutschland im gesamten Jahr. US-amerikanische Biotech-Unternehmen warben in den ersten neun Monaten über 14 Mrd. Euro Venture-Kapital ein. Neben privatem Kapital ist Geschwindigkeit die weitere kritische Größe. Die Hightech Agenda Deutschland, der Scale-up Fonds der EU und viele andere skizzierte und geplante Maßnahmen insbesondere zum Bürokratieabbau müssen jetzt zügig umgesetzt werden, damit unsere Branche im internationalen Wettbewerb weiterhin bestehen kann.»
Klaus Ort, Partner bei EY und Leiter des Marktsegments Life Sciences & Gesundheitswesen, sagt: «Biotechnologie in Deutschland ist kein Nischenthema - sie ist ein ungenutzter Wachstumsmotor. Wer heute nicht investiert, wird morgen unsere eigene Wissenschaft möglicherweise teuer aus dem Ausland zurückkaufen. So mussten in der Vergangenheit bereits vielversprechende Firmen und Technologien aufgrund einer fehlenden Finanzierung an US-Investoren oder US-Unternehmen veräußert werden. Biotech sollte als einer der zukünftigen Wachstumstreiber für das Bruttosozialprodukt erachtet werden. Gemessen daran, wird hierzulande im Vergleich zu den USA, UK und Schweiz lediglich ein Viertel bis knapp die Hälfte an Risikokapital in Biotech-Firmen investiert. Gleichzeitig liegt Deutschland an der Spitze hinsichtlich der Besteuerung des Gewinns von Kapitalgesellschaften. Die Verbesserung von steuerrechtlichen Bedingungen im Kapitalsektor wäre damit zusätzlich eine Conditio sine qua non.»
Stand: 08.12.2025
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Mukran/Wilhelmshaven/Brunsbüttel (dpa) *06:01 Uhr – 2025 rund 10 Prozent deutscher Gasimporte über LNG-Terminals
Deutschland hat im zurückliegenden Jahr mehr als zehn Prozent seiner Gasimporte über die Terminals für Flüssigerdgas (LNG) an Nord- und Ostsee abgewickelt. Nach vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) entfielen von den insgesamt 1.031 Terawattstunden (TWh), die importiert wurden, 106 auf die LNG-Terminals. Der genaue Anteil liegt demnach bei 10,3 Prozent nach 8 Prozent im Jahr davor (69 TWh).
Die Bundesregierung hatte den Aufbau von LNG-Terminals an Nord- und Ostsee nach dem russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu werden. Zuvor verfügte Deutschland nicht über solche Terminals, mit denen per Schiff geliefertes verflüssigtes Erdgas angelandet werden kann, und bezog sein Gas nur über Pipelines, vor allem aus Russland. Mittlerweile kommt das meiste Erdgas per Pipeline aus Norwegen.
Über das Gesamtjahr 2025 wurden nach eigenen Angaben über die drei Terminals an der Nordsee des staatlichen Betreibers Deutsche Energy Terminal (DET) etwa 79 Terawattstunden Energie in Form von Erdgas in das deutsche Gasnetz eingespeist. Das entspreche rechnerisch dem jährlichen Gasverbrauch zum Heizen von mehr als 5,6 Millionen Vierpersonenhaushalten im Mehrfamilienhaus (100 Quadratmeter Wohnfläche bei 14.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch).
Hannover (dpa/lni) *04:31 Uhr – Wie geht es weiter mit dem Düngerecht in Niedersachsen?
Es sind die sogenannten roten Gebiete, an denen sich viele Landwirte stören: Bereiche, in denen wegen einer zu großen Stickstoffbelastung weniger gedüngt werden darf, als die Pflanzen für ihr Wachstum benötigen. Jüngst hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass die Rechtsgrundlage zur Ausweisung dieser sogenannten roten Gebiete in Deutschland nicht ausreicht. Das Urteil hat auch Folgen für Niedersachsen.
Denn damit fehle auch in Niedersachsen eine Rechtsgrundlage für die Ausweisung von roten Gebieten, in denen weniger gedüngt werden darf, sagt Niedersachsens Agrarministerin Miriam Staudte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: «Das macht uns im Prinzip handlungsunfähig.» Am 1. Februar beginne wieder die Düngesaison, spätestens dann müssten die Landwirte wissen, was an Düngung erlaubt sei, erklärte die Grünen-Politikerin.
Nach dem Urteil herrsche das normale Düngerecht. «Aber zur Frage, gibt es rote Gebiete, können wir zurzeit keine Aussage machen», sagt Staudte. Wer keine Fehler machen wolle, sollte sich an die bisherige Ausweisung dieser Gebiete halten. Das Land habe allerdings in der aktuellen Situation keine Möglichkeit, bei Verstößen mit Sanktionen zu reagieren. Landvolk-Präsident Holger Hennies fordert die Landesregierung auf, auf die Zusatzregeln im Düngerecht für die roten Gebiete vorerst zu verzichten und das auch so zu kommunizieren. «Es wäre besser, wenn die Düngebehörde den Landwirten auch klar sagen würde, dass die Regeln im Jahr 2026 nicht angewendet werden, bevor wir nicht ein neues Düngerecht haben», sagte Hennies der dpa. «Aus unserer rechtlichen Sicht kann niemand dafür belangt werden, wenn er sich nicht an diese Regeln hält», erklärte Hennies. Andere Bundesländer hätten diesen Schritt schon vollzogen.