Newsticker Januar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

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20.01.2026

Berlin (dpa) *14:42 – Kabinett beschließt strengere Schadstoffregeln für Industrie

Strengere Grenzwerte sollen Anreize zum Umstieg auf klimafreundliche Technik schaffen. Die Bundesregierung verspricht Betrieben auch Entlastungen - die Chemieindustrie zeigt sich dennoch unzufrieden.

Für Industriebetriebe sollen in Deutschland künftig strengere Grenzwerte bei Schadstoffen gelten. Zugleich sollen Unternehmen durch vereinfachte Verfahren auch entlastet werden, wie ein vom Bundeskabinett beschlossener Gesetzesentwurf vorsieht. Dieser soll eine entsprechende Richtlinie der EU zu Industrieemissionen in nationales Recht umsetzen. Die bisherige Richtlinie habe bereits für verbesserte Luftqualität in vielen Regionen gesorgt, heißt es im Gesetzesentwurf.

Luftverschmutzung sei dennoch weiterhin die häufigste umweltbedingte Ursache für vorzeitige Todesfälle in der EU. «Die überarbeitete Richtlinie setzt nun zusätzliche Anreize, in moderne Umwelttechnik zu investieren», sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).

Die Grenzwerte für ausgestoßene Schadstoffe sollen künftig stärker an klimafreundlichere Technologien angepasst werden. Unternehmen, die sich bereits nachweislich mit dem Umstieg beschäftigen, soll bei bestimmten Vorschriften zudem ein Aufschub von bis zu acht Jahren gewährt werden. Das soll verhindern, dass sie noch in fossile Technologien investieren müssen, heißt es im Gesetzesentwurf. An der Beschleunigung von Verfahren waren laut Schneider auch Länder und auch die Industrie intensiv beteiligt. Durch höhere Schwellenwerte soll es bei Bauvorhaben künftig seltener eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung geben, heißt es im Entwurf. Das soll für schnellere Genehmigungsverfahren sorgen und sei wegen Spielräumen im EU-Recht möglich.

Auch an die geplanten Lockerungen von Umweltvorgaben, welche die EU-Kommission im vergangenen Dezember vorgeschlagen hatte, ist der deutsche Gesetzesentwurf laut Ministerium etwa bei den Übergangsfristen bereits angepasst. Noch müssen die Mitgliedsstaaten und das EU-Parlament den Vorschlägen jedoch zustimmen, bevor sie in Kraft treten können. Dass die Bundesregierung mit dem Gesetzesentwurf nicht bis dahin abwarte, sieht der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisch.

Das erzeuge nicht die versprochene Planungssicherheit, sondern Rechtsunsicherheit. «Berlin baut Bürokratie auf, obwohl sie in Brüssel gerade wieder abgeräumt werden soll», sagte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. «Das ist ein Widerspruch, den sich der Standort aktuell nicht leisten kann.»

Die reformierte Schadstoffrichtlinie der EU war bereits im August 2024 in Kraft getreten, die Frist für die Mitgliedsstaaten zur Umsetzung läuft im Juli 2026 ab. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD festgehalten, die EU-Richtlinie «so schlank wie möglich» umzusetzen. Im nächsten Schritt befasst sich der Bundestag mit dem Entwurf.

Dortmund (ots) *14:24 – Webbasiertes Geoinformationssystem für Thyssengas

Der Gasnetzbetreiber Thyssengas hat Sweco, den führenden europäischen Anbieter für Architektur- und Ingenieurdienstleistungen, mit dem Aufbau eines webbasierten Geoinformationssystems (GIS) beauftragt, um die ambitionierten Wasserstoff-Ausbauprojekte effizient zu planen und umzusetzen. Das neue System wird auf der ArcGIS-Technologie basieren und über einen Zeitraum von drei Jahren entwickelt und implementiert.

Thyssengas möchte Vorreiter im Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur werden. Um die Versorgungssicherheit zu stärken und gleichzeitig die Klimaziele zu unterstützen, stellt der Gasnetzbetreiber das Leitungsnetz in den kommenden Jahren sukzessive auf den Transport von Wasserstoff (H2-Transport) um. Bis 2030 sollen mehrere Wasserstoff-Projekte über eine Strecke von 1.000 Kilometer realisiert werden. Diese Projekte sind ein bedeutender Schritt in Richtung einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung und erfordern fortschrittliche technische Lösungen. Die derzeitige Systemlandschaft von Thyssengas bietet jedoch nicht die notwendigen Funktionen, um die komplexe Planung und Verwaltung der Projekte durchzuführen. Daher wurde Sweco mit der Implementierung einer neuen ArcGIS Enterprise-Umgebung beauftragt. Das Projekt wird als Gemeinschaftsprojekt von der Sweco GmbH und den niederländischen GIS-Expert*innen der Sweco Nederland B.V. bearbeitet.

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Sweco richtet eine ArcGIS Enterprise-Umgebung mit drei Ebenen (Produktion, Staging und Entwicklung) ein und unterstützt Thyssengas über die gesamte Laufzeit bei der Einführung und Weiterentwicklung des Systems. Eine ArcGIS Enterprise-Umgebung ist eine umfassende GIS-Plattform, die geografische Daten speichert, verwaltet, analysiert und über Webdienste bereitstellt, um bei der effizienten Durchführung von räumlichen Analysen und der Erstellung von geografischen Anwendungen zu unterstützen. Zu den Leistungen, die Sweco erbringt, gehören die Erstellung eines Datenmodells auf Basis des ArcGIS Utility Network, die Übertragung bestehender Daten in das neue System sowie die Integration von Drittsystemen. Zusätzlich wird eine benutzerfreundliche WebMap entwickelt, die den Zugang und die Nutzung der Geoinformationen erleichtert. Um eine reibungslose Übergabe und den sicheren Betrieb der neuen Umgebung zu gewährleisten, werden umfassende Schulungen für die Mitarbeitenden von Thyssengas durchgeführt.

Halle (dpa/sa) *12:33 – Chemiedreieck: Hunderte Jobs in Gefahr – oder doch nicht?

Wer im Chemiedreieck seinen Job verliert, hat nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit realistische Chancen auf einen neuen Job in der Region. «Das Qualifikationsniveau ist dort sehr hoch. Ich glaube schon, dass es möglich ist, zwischen den Firmen hin und her zu wechseln», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Markus Behrens. Grundlegend sei die sich ähnelnde Ausbildung vieler Beschäftigter der Unternehmen dort - eine Chance, die genutzt werden sollte.

Die Chemie-Industrie, auch und vor allem die in Ostdeutschland, steht derzeit unter enormem Druck. So wird unter anderem für die drei Tochterunternehmen des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals mit Standorten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg derzeit ein Investor gesucht. Der Konzern hatte Ende vergangenen Jahres mitgeteilt, seine Produktion wegen Insolvenz stoppen zu müssen. Daraufhin hatte das Land Sachsen-Anhalt per Anordnung entschieden, den Weiterbetrieb aufrechtzuerhalten. Grund dafür ist, dass die Anlagen derzeit nicht sicher heruntergefahren werden können. Neben Domo sind auch andere Chemieunternehmen betroffen. Schon länger ist klar: Ein Teil der Anlagen des großen US-Konzerns Dow Chemical soll stillgelegt werden. Die Ost-Chemie leidet momentan unter hohen Energiepreisen und schwacher Auslastung. Derzeit liegt die Produktionsauslastung dem Arbeitgeberverband Nordostchemie nach in der Chemie bei unter 70 Prozent und damit historisch tief.

Auch Bürokratie und hohe Arbeitskosten sorgen für weniger Wettbewerbsfähigkeit. Außerdem ist die Nachfrage schwach. Im Vergleich zu 2018 wird Nordostchemie zufolge derzeit rund 20 Prozent weniger produziert. Auch bundesweit steht die Industrie unter Druck - auch wegen zunehmender internationaler Konkurrenz, unter anderem aus China.

Im Chemiedreieck in Sachsen-Anhalt gibt es laut Behrens insgesamt 100 Firmen mit rund 10.000 Beschäftigten. Komme es dort dauerhaft zu Schließungen, «wäre das sicherlich ein Problem», sagte er. Eine wichtige Frage sei dann auch, ob es zu einem Dominoeffekt kommt. Weniger Produktion und Stilllegung haben immer auch einen unmittelbaren Einfluss auf die Produktionskette, etwa auf Zulieferfirmen. Was - vor allem mit Blick auf die Entwicklungen bei Domo - im Chemiedreieck passiere, sei momentan jedoch noch nicht absehbar, betonte Behrens. «Ich trage Hoffnung in mir, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich etwas anderes weiß.»

Berlin (ots) *11:57 – US-Fracking-Gas: Deutsche Umwelthilfe reicht Beschwerden gegen SEFE und EnBW beim BAFA ein

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat heute Beschwerden gegen die deutschen Energieunternehmen Securing Energy for Europe GmbH (SEFE) und Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereicht. Grundlage ist das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Bereits vor einem Jahr hatte die DUH die Unternehmen auf menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken in ihren Fracking-Gas-Lieferketten hingewiesen und Verbesserungen eingefordert. Maßnahmen zur Risikominderung bleiben bislang jedoch aus. Die DUH fordert das BAFA auf, die Beschwerden zügig zu prüfen und SEFE sowie EnBW zu verpflichten, wirksame Präventions- und Abhilfemaßnahmen umzusetzen. Dies kann auch heißen, problematische Lieferbeziehungen auszusetzen oder zu beenden, wenn Risiken nicht wirksam verhindert werden können.

Davos (dpa) *10:41Top-Beraterin: Große Wahrnehmungslücke bei KI in Unternehmen

In vielen Unternehmen gehen Wahrnehmung und Realität beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz nach Ansicht einer Top-Beraterin deutlich auseinander. Während Führungskräfte überzeugt seien, dass ihre Firmen gut vorbereitet sind, fühlten sich viele Mitarbeitende weder ausreichend geschult noch einbezogen, sagte die Deutschland-Chefin der Beratungsgesellschaft Accenture, Christina Raab, der Deutschen Presse-Agentur. Genau diese Lücke sei ein zentrales Hemmnis für den erfolgreichen Einsatz von KI. «Es geht nicht um «Human in the Loop», sondern um «Human in the Lead»», sagte Raab - und meint damit, dass Beschäftigte nicht nur kontrollierend eingebunden sein sollen, sondern eine aktive Rolle bei Einordnung, Bewertung und Entscheidungsfindung übernehmen müssen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssten befähigt werden, KI einzuordnen, Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen.

Tatsächlich zeige sich jedoch ein anderes Bild: Weniger als die Hälfte der Beschäftigten gebe in Untersuchungen an, gut auf den Umgang mit KI vorbereitet zu sein. Besonders problematisch sei die mangelnde Kommunikation. «Nur ein sehr kleiner Teil berichtet, dass Führungskräfte mit ihnen darüber sprechen, was KI konkret für ihren Job bedeutet», sagte Raab am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Diese Sprachlosigkeit erzeuge Unsicherheit, verstärke Arbeitsplatzängste und «blockiert die Geschwindigkeit, mit der KI in Unternehmen umgesetzt wird». Trotz geopolitischer Spannungen und handelspolitischer Unsicherheiten sieht Raab aber auch vorsichtige Anzeichen für eine Stabilisierung. Viele Unternehmen bewerteten die Binnenkonjunktur wieder etwas positiver, staatliche Investitionen zeigten erste Wirkung. Doch das Aufwärtsmoment bleibe fragil.

Köln (dpa) *04:01 – Der Trend geht zu alkoholfrei

In Deutschland trinken immer weniger Menschen Alkohol. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov haben im vergangenen Jahr 68 Prozent alkoholische Getränke konsumiert. 2015 waren es noch 78 Prozent gewesen. Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. 38 Prozent der Befragten, die ihren Konsum in den vergangenen fünf Jahren reduziert oder ganz eingestellt haben, nennen als Hauptgrund, dass Alkohol grundsätzlich ungesund ist. 26 Prozent sagen, auch ohne Alkohol Spaß haben zu können. 25 Prozent verzichten aus konkreten gesundheitlichen Gründen wie Krankheit und 21 Prozent möchten häufiger nüchtern sein.

«Alkohol verliert zunehmend an Alltäglichkeit, und gesundheitliche Aspekte fließen stärker in Kaufentscheidungen ein», sagt YouGov-Marktforscherin Anouk Buskens. Alkohol werde häufiger bewusst weggelassen. YouGov hat im September gut 2.000 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland repräsentativ zu ihren Konsumgewohnheiten befragt.

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