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Niederspannungs- und Mittelspannungsmotoren Pumpenantrieb trotz schwankender Spannung

| Autor / Redakteur: Rute Braegger, Alexandra Mindermann* / Wolfgang Ernhofer

In einem Ölförderprojekt in Venezuela müssen das Rohöl und dessen Nebenprodukte über hunderte von Kilometern vom Fördergebiet im Orinoco-Becken bis an die Atlantikküste transportiert werden. Für den nötigen Förderdruck sorgen 24 Pumpenaggregate, jeweils angetrieben von einem explosionsgeschützten W50-Mittelspannungsmotor.

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Pumpen-Power im Orinoco-Becken: Niederspannungs- und Mittelspannungsmotoren von WEG treiben Transferpumpen von Leistritz in einem Ölförderprojekt in Venezuela an.
Pumpen-Power im Orinoco-Becken: Niederspannungs- und Mittelspannungsmotoren von WEG treiben Transferpumpen von Leistritz in einem Ölförderprojekt in Venezuela an.
(Bilder: Leistritz Pumpen, WEG)

In dem Erdölförderprojekt im Orinoco-Becken in Venezuela sind Schraubenspindelpumpen der Baureihe L4 für den Transport des Erdöls vom Ort der Gewinnung hin zum Verladehafen zuständig. Nach erfolgreicher Zusammenarbeit im Vorgängerprojekt entschied sich Leistritz Pumpen wieder für Motoren von WEG als Antrieb für seine Transferpumpen. Bei der Umsetzung des Projekts galt es sowohl organisatorische als auch technische Herausforderungen zu meistern. Das Projekt erforderte eine effiziente Projektabwicklung, um die Einhaltung der kurzen Lieferzeit trotz der Anfertigung von Spezialmotoren gewährleisten zu können.

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Auf technischer Seite standen bei der Auslegung der Antriebe vor allem Betriebssicherheit und Verfügbarkeit im Vordergrund, um kostspieligen Unterbrechungen des Öltransports vorzubeugen. Da es in Venezuela immer wieder zu Netzschwankungen kommt, müssen die eingesetzten Motoren auch bei Spannungsschwankungen stets zuverlässig funktionieren. Zudem benötigen Schraubenspindelpumpen ein weitestgehend konstantes Gegenmoment, was den Anlauf der Antriebe erschwert. Nicht zuletzt sind die Motoren für den Einsatz in explosionsgefährdeter Umgebung und für den südamerikanischen Markt zertifiziert.

Spezialmotoren mit hohem Anlaufmoment

In dem Projekt kommen 24 Aggregate mit Schraubenspindelpumpen der Baureihe L4 unterschiedlicher Größe und Typs zum Einsatz. Die zweispindeligen, doppelflutigen, selbstansaugenden Verdrängerpumpen, die hier als Pipelinepumpen fungieren, können bis zu 550 m3/h Öl oder andere Substanzen befördern und Differenzdrücke von bis zu 45 barg sind möglich.

Zum Antrieb dieser Pumpen lieferte WEG 24 vier- bzw. sechspolige Spezialmotoren der Baureihe W50 mit Leistungen von 150 bis 750 kW sowie 48 vierpolige IE3-Niederspannungsmotoren der Baureihe W22 True Metric. Diese besondere Dual-Baureihe weist zwar IEC-Abmessungen auf, ist aber ansonsten nach Nema-Standard ausgelegt und zertifiziert.

Durch den rasch steigenden Förderdruck, benötigen die Pumpen bereits bei niedrigen Drehzahlen hohe Drehmomente, die es für die Motoren im Anlauf zu überwinden gilt. Deshalb haben die Ingenieure die leistungsstärksten Motoren in diesem Projekt, fünf mit einer Leistung von 675 kW und drei mit einer Leistung von 750 kW, mit Rotoren aus Kupfer ausgestattet, die aufgrund projektbezogener Auslegung eine hohe Effizienz haben.

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