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Prozessanalyse: Endress+Hauser in Korea

Prozessanalyse im Gangnam-Style: Von der Werft bis Life Science

| Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

(Bild: Endress+Hauser; © eyetronic - stock.adobe.com)

So profitieren Prozessautomatisierer vom Wandel in der koreanischen Industrie – Seit den 1960er Jahren hat sich Korea im rasanten Tempo vom Agrar-Staat zum Industrie-Vorreiter in Asien entwickelt. Vorsprung durch Technik sichert dem Land einen Platz an der Weltspitze der Schiffsbauer, Elektronik-Produzenten und Anlagen-Spezialisten. Nach Schiffsbau-Krise und Ölpreisverfall haben die Jaebols jetzt Life Science und Prozesstechnik im Visier. Doch damit der Sprung aus der Werft ins Labor gelingen kann, sind Prozessverständnis und modernste Technologie entscheidend.

Zwischen K-Pop und Konfuzius: Südkorea, der Boomstaat am Gelben Meer macht im Westen vor allem durch den Dauer-Konflikt mit dem stalinistischen Nachbarn oder überdrehten Rappern aus Seouls Szenebezirk Gangnam von sich reden.

Tatsächlich aber ist das kleine Land die elftgrößte Volkswirtschaft der Erde. Vorbei die Zeit, in der die Halbinsel das geheimnisvolle „verschlossene Königreich“ war. Heute werden Autos, Elektronik, Handys und Flachbildschirme aus dem „Land der Morgenstille“ in alle Welt exportiert. Auch in Schiffsbau und Engineering nehmen koreanische Konzerne Spitzenplätze ein.

In Europa weniger bekannt sind Kosmetika und Pharmazeutika. Cremes, Pulver und Salben aus Korea genießen in Asien einen hervorragenden Ruf aufgrund der Qualität der verwendeten Rohstoffe. Auch der Bildungsstandard ist Weltspitze: Mehr als 70 % der jungen Südkoreaner besuchen eine Uni.

Bio-Tech-Boom im fernen Osten

Neben Schwerindustrie und Elektronik boomen Bio-Projekte: 53,5 Milliarden Wong (ca. 40 Millionen Euro) steckt Korea jährlich in Forschung & Entwicklung. 18,2 % der Mittel werden in Bio-Tech investiert – mehr als in Elektronik und Elektrotechnik (15,1 %) und fast so viel wie in die IT (18,4 %).

Längst haben koreanische Pharma-Firmen die Aufholjagd beendet und setzen mit eigenen Innovationen zum großen Wurf an. Zwar machen Generika etwa 47 % des koreanischen Marktes (18,6 Milliarden Dollar/Jahr) aus, doch konnten Unternehmen wie Hanmi, Boryung Pharm, Genexine oder Viromed 2014 Lizenzen für 20 neu entwickelte Medikamente für insgesamt 9,3 Milliarden Wong an internationale Partner vergeben.

Damit der Boom nicht auf Reagenzglas und Mikroskop beschränkt bleibt, entstehen sieben Bio-Tech-Cluster. Ganz vorne mit dabei ist ein Elektronik-Weltkonzern und europäische Prozessmesstechnik.

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Vom Labor in den Prozess: Das Yin und Yang der Analyse

Analytik „Made in Germany“ in Korea

Vom Labor in den Prozess: Das Yin und Yang der Analyse

18.12.17 - Was haben die Suche nach Wirkstoffen gegen Krankheiten wie Tuberkulose oder das Dengue-Virus mit Forschung und Lehre an Koreas führendem Umweltinstitut zu tun? Beide sind sinnbildlich für das Wachstum von Pharma- und Life Sciences und das wachsende Umweltbewusstsein im Fernen Osten. Und beide setzen auf Technologie aus Thüringen. lesen

Ein Handyriese wird zum weltgrößten Biologicals-Hersteller

Von der Spitze des 150 Meter hohen G-Towers reicht der Blick weit über das gelbe Meer und die Häuserschluchten von Incheon. Die 2,9-Millionen-Stadt vor den Toren Seouls ist Drehkreuz des internationalen Handels mit dem zweitgrößten Hafen Koreas und 20 938 Hektar Freihandelszone.

Hier arbeitet auch der High-­Tech-Vorreiter Samsung an der Zukunft: Der größte Misch­konzern Koreas will mit der vor sechs Jahren zusammen mit Quintiles gegründeten Samsung Biologics zum weltgrößten Biopharma-Hersteller werden. Dabei helfen soll das in der IT- und Chipherstellung erworbene Know-how um Herstellungsmethoden und -Prozesse, aber auch die entsprechende Technologie. Und die kommt an entscheidender Stelle aus Europa.

„Wir können hohe Qualität zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten, da wir mit einmaligen Konstruktions- und Betriebstechnologien Investitionskosten sparen“, erklärt James Yoon, Vizepräsident von Samsung Biologics, die Erfolgs­strategie der Südkoreaner. Von der Produktentwicklung bis zur Wirkstofffertigung unterstützt Samsung Kunden aus Pharma und Forschung. Das spart Kosten und ermöglicht größte Flexibilität, erklärt Chungwoo Lee, Vice President für Facility Technology.

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