Suchen

Berufliche Bildung Projekt für neue Qualifizierungskonzepte in der Chemiebranche geht an den Start

Redakteur: MA Alexander Stark

Mit dem Branchenprojekt „Bedarfsorientierte Bildungswege in der Chemie“ (BBChemie) will Provadis gemeinsam mit dem Verbundpartner Technische Universität (TU) Dortmund die berufliche Ausbildung stärken und sie für die Chemiebranche zukunftsfest machen.

Firmen zum Thema

Übergabe der Förder-Urkunde für das Chemiebranchenprojekt BBChemie (erste und zweite Reihe von links): Petra Esch, Projektleiterin BBChemie, Dr. Udo Lemke, Geschäftsführer Provadis, Dr. Karsten Rudolf, Provadis, Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Michael Meister, Prof. Dr. Thomas Bayer, Provadis-Hochschule
Übergabe der Förder-Urkunde für das Chemiebranchenprojekt BBChemie (erste und zweite Reihe von links): Petra Esch, Projektleiterin BBChemie, Dr. Udo Lemke, Geschäftsführer Provadis, Dr. Karsten Rudolf, Provadis, Parlamentarischer Staatssekretär Dr. Michael Meister, Prof. Dr. Thomas Bayer, Provadis-Hochschule
(Bild: Maik Reuß/ Provadis Partner für Bildung und Beratung)

Frankfurt am Main – Am 20. Oktober erhielt das Branchenprojekt „Bedarfsorientierte Bildungswege in der Chemie“ (BBChemie) die Förderurkunde für ein auf vier Jahre angelegtes Projekt vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Darin wollen die Projektpartner Provadis und die TU Dortmund bedarfsgerechte Qualifizierungskonzepte für die Chemiebranche entwickeln.

BBChemie besteht aus drei Teilprojekten und betont die Gleichwertigkeit und Durchlässigkeit beruflicher und akademischer Bildung. Dabei geht es im Kern darum, bedarfsgerecht zu qualifizieren und sowohl die langfristigen Bedürfnisse und Ansprüche der Arbeitgeber als auch die der Beschäftigten in den Blick zu nehmen. Das erste Teilprojekt richtet sich an leistungsschwächere Jugendliche mit schwierigen beruflichen Startbedingungen, während beim zweiten noch unentschlossene Studienberechtigte und Studienabbrecher in den Fokus genommen werden. Mithilfe des dritten Projekt-Bausteins werden die für die Branche unverzichtbaren ausbildenden Fachkräfte zukunftsorientiert qualifiziert und im Umgang mit unterschiedlichen Lerntypen geschult.

Eines von zwei bundesweiten Förderprojekten in der Branche

„Unsere weltweit anerkannte Berufsbildung ist und bleibt die Basis für eine starke Wirtschaft in Deutschland“, hebt Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, hervor. „Für unsere Jugend eröffnet sie hervorragende berufliche Perspektiven“, betont er. „Dennoch glauben wir, dass wir noch besser werden können.“ Aus diesem Grunde habe das BMBF den Wettbewerb Innovet ausgelobt. BBChemie ist eines von insgesamt 17 Projekten, die im Rahmen von Innovet für eine Förderung ausgewählt worden sind. Es ist damit eins von nur zwei bundesweiten Förderprojekten der Chemiebranche.

„Mit unseren innovativen Qualifizierungskonzepten wollen wir im Rahmen dieser Exzellenzinitiative den weiteren Erfolg und die Attraktivität der beruflichen Bildung in der Chemie voranbringen“, sagt Dr. Udo Lemke, Geschäftsführer Provadis Partner für Bildung und Beratung. „Wir freuen uns, dass BBChemie im Rahmen von Innovet gefördert wird und darauf, jetzt gemeinsam mit unseren Projektpartnern mit der herausfordernden Arbeit zu starten.“ Für Prof. Dr. Dr. Thomas Schröder, Unesco Lehrstuhl für Berufsbildung, Kompetenzentwicklung und Zukunft der Arbeit der TU Dortmund spielt insbesondere der wissenschaftliche Aspekt des Projekts eine große Rolle. „Wir werden als wissenschaftliche Begleitung des Projektes BBChemie einen Beitrag zur innovativen Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems leisten“, erläutert er.

Das gesamte System der beruflichen Bildung stärken

Hinter BBChemie steht ein ambitioniertes Konzept, wie Staatssekretär Dr. Michael Meister erklärt: „Das Projekt trägt mit der Schaffung innovativer Zugänge zur beruflichen Bildung dazu bei, attraktive Bildungswege sowohl für leistungsschwächere als auch für leistungsstärkere Jugendliche zu erschließen – zwei Zielgruppen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen, die mit interessanten Karrierekonzepten angesprochen werden sollen.“ Um hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, nehme das Projekt auch die wichtige Gruppe der ausbildenden Fachkräfte in den Blick. „Mit Qualifizierungen, die insbesondere auf die heterogenen Lernvoraussetzungen unserer jungen Generation eingehen, begegnet das Projekt den Bedarfen einer vielfältigen Gesellschaft“, betont Dr. Michael Meister.

BBChemie ermöglicht den Ein- und Aufstieg in der beruflichen Bildung, schafft neue Kooperationen zwischen Ausbildung und Hochschule und stärkt durch die Professionalisierung ausbildender Fachkräfte das gesamte System der beruflichen Bildung. Die Sozialpartner des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) sehen darin eine große Chance für die Branche: „Die Ausbildung und das praxisorientierte Studium sind nach wie vor wesentliche Bausteine der Fachkräftequalifizierung der Chemiebranche. Deswegen ist es so wichtig, sie für die Berufsbildung zukunftsfest zu machen“, sagt Dr. Andreas Ogrinz vom BAVC. BBChemie setze dabei an verschiedenen Punkten an, die für die Branche wichtig seien. „Als Chemiesozialpartner unterstützen wir das Projekt BBChemie. Es ist eine gute Ergänzung zu unseren vielfältigen Aktivitäten in der Aus- und Weiterbildung. Deshalb wollen wir es aktiv unterstützen“, ergänzt Jörg Kunkel, IGBCE.

(ID:46943113)