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Wachstumsstrategie im Pharmamarkt

Pharma-Schwergewichte sichern sich Orphan-Medikamente durch Übernahmen

| Redakteur: Alexander Stark

Um im lukrativen Orphan-Arzneimittelmarkt erfolgreich zu sein, benötigen Pharmaunternehmen spezielle Fähigkeiten. Zu diesem Zweck haben die meisten großen Pharmaunternehmen spezialisierte Geschäftseinheiten durch Fusionen und Übernahmen (M&As) erworben, so die Analysten von Global Data.

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Global Data: Schwergewichte auf dem Pharmamarkt sichern sich durch Übernahmen und Fusionen die Rechte an Orphan-Medikamenten.
Global Data: Schwergewichte auf dem Pharmamarkt sichern sich durch Übernahmen und Fusionen die Rechte an Orphan-Medikamenten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

London/Großbritannien - Global Data hat die 15 größten Pharmaunternehmen im Jahr 2025 ermittelt und entsprechend den prognostizierten Umsätzen bei Orphan-Arzneimitteln untersucht. Die Gesamtverkaufszahlen der Therapien mit Orphan-Drug-Status zeigen, dass Roche den höchsten Umsatz erzielt hat und seine führende Position auch in Zukunft halten wird. Maura Musciacco, Senior Director of Neurology and Ophthalmology bei Global Data, erklärt, dass dies vor allem auf das Onkologie-Portfolio zurückzuführen sei, das einen erheblichen Teil des Umsatzes des Unternehmens erwirtschaftet habe und auch weiterhin dazu beitragen werde.

Es wird erwartet, dass die überwiegende Mehrheit der Onkologiemedikamente von Roche mit Orphan-Drug-Status bis 2025 Blockbusterstatus haben werden, darunter Perjeta (Pertuzumab), Tecentriq (Atezolizumab), Herceptin (Trastuzumab), Avastin (Bevacizumab), Rituxan (Rituximab), Venclexta (Venetoclax), Kadcyla (Ado-trastuzumab Emtansin), Alecensa (Alectinib) und Gazyva (Obinutuzumab). Musciacco weist darauf hin, dass keines dieser Medikamente ursprünglich selbst entwickelt wurde, sondern durch erfolgreiche Akquisitionen erworben wurde, wie die Übernahme eines der führenden Biotech-Unternehmen, Genentech, zeige.

Global Data hat die 15 größten Pharmaunternehmen im Jahr 2025 ermittelt - entsprechend den prognostizierten Umsätzen für ihre jeweiligen Therapien mit Orphan-Arzneimittelbezeichnungen.
Global Data hat die 15 größten Pharmaunternehmen im Jahr 2025 ermittelt - entsprechend den prognostizierten Umsätzen für ihre jeweiligen Therapien mit Orphan-Arzneimittelbezeichnungen.
(Bild: Global Data)

Zweistellige Umsatzzuwächse werden nur Merck (11,4 %), Astra Zeneca (19,7 %), Takeda (14,9 %) und Sanofi (16,1 %) erzielen. Laut Musciacco wird erwartet, dass Astra Zeneca im Zeitraum 2018-2025 die stärkste CAGR für seine Therapien mit Orphan-Drug-Status haben wird. Dies ist ebenfalls auf das Onkologie-Portfolio zurückzuführen, insbesondere auf die Medikamente, die ursprünglich von Spezialisten aus übernommenen Unternehmen entwickelt wurden, z.B. Imfinzi (Durvalumab), das von Med Immune entwickelt wurde, Lynparza (Olaparib), das von Kudos Pharmaceuticals entwickelt wurde, und Calquence (Acalabrutinib), das von Acerta Pharma entwickelt wurde.

Für Takeda wird ebenfalls ein starkes Umsatzwachstum durch seine Therapien mit Orphan-Drug-Status erwartet. Die Medikamente mit den stärksten CAGRs sind auf M&As mit Shire, Ariad Pharmaceuticals und Millennium Pharmaceuticals zurückzuführen.

Am anderen Ende des Spektrums sind die einzigen Akteure, von denen erwartet wird, dass sie negative CAGRs aus ihren Therapien mit Orphan-Drug-Status haben, Amgen (-3,3 %) und Biogen (-2 %). In beiden Fällen könnte dies auf ihre etablierten Marken zurückzuführen sein, auf rückläufige Umsätze aufgrund von Kannibalisierung durch Generika oder Biosimilars und letztlich auf das Versäumnis, ihre alten Flaggschiffmarken durch neue Pipeline-Medikamente zu ersetzen, sagt Musciacco. In einer Defensivstrategie sollten Amgen und Biogen in naher Zukunft auf M&As zurückgreifen, um ihre jeweilige Präsenz im Bereich Orphan Drugs aufrechtzuerhalten und ihre Pipelines zu verjüngen, indem sie das Know-how von Nischenspezialisten übernehmen, fügte er hinzu.

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