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Kennzeichnungstechnik

Perfekt ausgezeichnet

29.01.2009 | Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

In der chemischen Industrie gibt es großes Potenzial für die RFID-Technologie.
In der chemischen Industrie gibt es großes Potenzial für die RFID-Technologie.

Die Kennzeichnung von chemischen Produkten ist mitunter alles andere als einfach. Warnhinweise und Inhaltsstoffe müssen selbst bei aggressiven Inhaltsstoffen auch nach Jahren noch lesbar sein. Darüber hinaus stellt die in- und externe Rückverfolgung chemischer Produkte neue Anforderungen an die Kennzeichnungsbranche.

Ob problematischer Inhaltsstoff, Chargennummer oder Herstelldatum – die Menge an Informationen, die zu einem Produkt bereit gestellt werden muss, steigt drastisch an. Darüber hinaus fordern immer mehr Kunden aus logistischen Gründen Barcode-Informationen an ihren Produkten und Umverpackungen. Daher schätzt man bei Markem-Imaje das Wachstum in der Etikettiertechnik in den nächsten fünf Jahren pro Jahr ungefähr auf drei Prozent in den USA und fünf Prozent in Europa und sieht insbesondere für Print&Apply-Systeme in hochautomatisierten Produktionsanlagen gute Möglichkeiten. Auch wenn diese Wachstumserwartungen vor der aktuellen Finanzkrise geäußert wurden, wird das Informationsbedürfnis sowohl im privaten Bereich aber auch in chemischen und pharmazeutischen Betrieben sicher nicht weniger werden.

Robustheit zählt

Bereits heute hält die Kennzeichnung von chemischen Verpackungen/Behältern hohen Qualitätsstandards stand. „Verwechslungen durch unleserliche bzw. nicht mehr vorhandene Codierungen können fatale Folgen haben“, erklärt Jürgen Pflieger, Leiter Marketing bei Domino Deutschland. Je nach Gebindegröße und -material kommen unterschiedlichste Kennzeichnungstechnologien zum Einsatz, die für eine dauerhaft beständige Beschriftung sorgen. „Bei der Außenlagerung von großen Gebinden ist zudem darauf zu achten, dass die Kennzeichnung entsprechend witterungsbeständig ist“, gibt Pflieger zu bedenken. Dabei ist es wichtig, dass Warnhinweise, Gewichtsangaben, Inhaltsstoffe und vieles mehr dauerhaft gut lesbar bleiben. „In der Chemiebranche bedeutet das, dass die Kennzeichnung je nach Produkt und Folgeprozess säure- oder lösemittelbeständig sein muss“, beschreibt Kurt Hoppen, Mitglied der Geschäftsleitung bei Bluhm Systeme die Anforderungen und nennt als Beispiel ein in Kunststoffflaschen abgefülltes chemisches Reinigungsmittel. Die durchaus gewünschte hohe Reinigungswirkung des Mittels stellt für die Kennzeichnungstechnik eine Herausforderung dar. „In solchen Fällen sorgt beispielsweise ein stark haftender Etikettenkleber auf Acrylatbasis für die erforderliche Endhaftung und optimale Eigenschaft bei der Verarbeitung, d.h. beim Aufspenden. Ergänzt wird dies durch eine zusätzliche Versiegelung des vorgedruckten Teils des Etiketts mit einem Schutzlack und darüber hinaus einer besonders gut bedruckbaren Lackschicht an den Stellen, die den variablen Teil der Information enthalten“, nennt Hoppen den Weg für eine dauerhaft sichtbare Beschriftung.

Neue Richtlinien

Ein weiterer Aspekt, mit dem sich Kennzeichnungssysteme auseinander setzen müssen, sind die neuen EU-Verordnungen Reach und die GHS „Globally Harmonised System of Classification and Labelling“. „Mit der Reach-Verordnung soll das Chemikalienrecht europaweit vereinheitlicht und vereinfacht werden. Gleichzeitig soll aber auch der Wissensstand über die Gefahren und Risiken erhöht werden, die von Chemikalien ausgehen können“, nennt Hoppen die Gründe für deren Einführung. Das Global Harmonisierte System (GHS) zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien der Vereinten Nationen bildet die Grundlage einer weltweiten Vereinheitlichung bestehender nationaler Systeme. Die europäische Union hat hierzu einen Verordnungsentwurf CLP (regulation on classification, Labelling and Packaging of substances und mixtures) erstellt, nach dem ab dem 1. Dezember 2010 alle Stoffe gekennzeichnet werden sollen. „Zwar orientiert sich der Entwurf an dem derzeit bestehenden GHS-System, doch gibt es auch einige Änderungen, beispielsweise bei den Kennzeichnungssymbolen und den R- und S-Sätzen. Eine entsprechende Umsetzung der neuen Zeichen muss also durch die Kennzeichnungstechnik gewährleistet sein“, beschreibt Hoppen die direkten Folgen.

Unterschiedlichste Techniken

Die Beispiele zeigen auch, wie flexibel Kennzeichnungssysteme heute sein müssen, wenn sie zukunftsträchtig sein wollen – übrigens unabhängig von der verwendeten Technik. Lasersysteme gelten als besonders wandelfähig. „Flexible Laser-Beschriftungssysteme werden ebenso wie hochauflösende Tintenstrahlsysteme an Bedeutung gewinnen“, ist Göran Telhage, Produktmanager bei Markem-Imaje für den Etikettierbereich, überzeugt. „Aufgrund seiner bewährten Funktionssicherheit und Zuverlässigkeit wird aber der Thermodirekt- bzw. Thermotransferdruck weiter eingesetzt werden, da die Kosten bei dieser Technologie relativ gering sind.“

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