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Effiziente Geschäftsorganisation (EGO) - Folge 4 Optimierte Instandhaltung dank EGO

Autor / Redakteur: Dr. Thomas Lellau / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Auch in der Instandhaltung von Anlagen lassen sich Prozesse nach dem EGO-Prinzip optimieren. Im Idealfall wird diese geschäftskritische Aufgabe zielgerichtet in Ausführung und Kosten geführt und als integraler Bestandteil der Wertschöpfungskette betrachtet.

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Der vierte Teil der EGO-Reihe (Effiziente Geschäftsorganisation) beschäftigt sich mit der Instandhaltung pharmazeutischer Anlagen.
Der vierte Teil der EGO-Reihe (Effiziente Geschäftsorganisation) beschäftigt sich mit der Instandhaltung pharmazeutischer Anlagen.
(Bild: Chemgineering)

Nach der grundsätzlichen Erklärung von EGO im ersten Teil, Praxisanwendungen aus dem Alltag im zweiten Teil und dem ganz konkreten Anwendungsfeld des Managements der Anlagenauslastung im dritten Teil, geht es nun um Möglichkeiten, die Instandhaltung mithilfe von EGO transparent und leistungsfähig zu steuern.

Instandhaltung – nur ein Kostenverursacher?

Die Instandhaltung von technischen Systemen, Bauelementen, Geräten und Betriebsmitteln soll sicherstellen, dass der funktionsfähige Zustand erhalten bleibt oder bei Ausfall wieder hergestellt wird.

Bildergalerie

Auf Seiten des Managements existieren drei Sichtweisen auf die Ausführung der Instandhaltung:

  • 1. Sie soll/darf so wenig Kosten wie möglich verursachen.
  • 2. Die Kosten sind egal, solange die Anlagen laufen.
  • 3. Die Instandhaltungskosten sollen zielgerichtet gemanagt sein.

Jede Sichtweise hat Konsequenzen: Einfach nur zu sparen, wie in Punkt 1 (Abb. 1), führt zu Problemen in der Produktion. Denn für gewöhnlich leidet die Anlagenverfügbarkeit spürbar unter dieser Form des Kostenbewusstseins. Dagegen lädt Punkt 2 (Abb. 2) zur Verschwendung ein. Dementsprechend wünschen sich die allermeisten Unternehmenslenker den goldenen Mittelweg: ein zielgerichtetes Management sowohl der Kosten als auch des ganzen Instandhaltungsprogramms. Die Instandhaltung wird dadurch zu einem integralen Bestandteil der Wertschöpfungsprozesse.

Strategie, Umsetzung, Kontrolle

Wie in allen anderen Managementbereichen auch, ist für das zielgerichtete Management der Kosten und des Instandhaltungsprogramms ein Dreiklang aus Strategie, deren Umsetzung und der Messung der Qualität der Umsetzung in Form von Kennzahlen notwendig.

Die pharmazeutische Industrie mit ihren hohen Margen und teilweise auch die chemische Industrie setzen in Sachen Instandhaltungsstrategie immer noch sehr auf Prävention. Dies entspricht der oben unter Punkt 2 (Abb. 2) erwähnten Sichtweise. Aber es geht auch anders: Dazu muss das Instandhaltungsregime eng an die Bedürfnisse der Produktion und an die angestrebte Anlagenverfügbarkeit geknüpft sein.

Ein weiteres wichtiges Mass für die Ausgestaltung Ihres Instandhaltungsregimes ist die Anlagenkritikalität zusammen mit der Störanfälligkeit und den Störauswirkungen. Daraus ergibt sich eine Aufteilung in reaktive, präventive und zustandsbedingte Instandhaltung. Einen Entscheidungsbaum hierfür finden Sie in der Bildergalerie. Bereits seit 1978 sind solche Konzepte als „Reliability Centered Maintenance“ (RCM) publiziert und erfolgreich im Einsatz (z.B. Luftfahrtindustrie).

Ein konsequentes Management der Instandhaltung macht sich in den Kennzahlen bemerkbar. Anhand einer Auswahl der sich verändernden Kennzahlen (Abb. 3), tritt im Wesentlichen tritt der Effekt ein, den Sie sich wünschen: Die Kosten (TMC) sinken und die Anlagenverfügbarkeit steigt durch weniger Stillstände (MTBF) und geringere Reparaturzeiten (MTTR).

Von der Evaluation zur Weltklasse

Die Liste der Elemente einer „World Class Instandhaltung“ ist umfangreich. Die einzelnen Bausteine und wie sie aufeinander aufbauen, können Sie ebenfalls der Bildergalerie entnehmen. Zu jedem dieser Bausteine gibt es einen speziellen Fragenkatalog, den erfahrene Berater wie die Chemgineering Business Designer zur Evaluierung Ihrer Instandhaltungsleistung im Rahmen eines Quick-Checks heranziehen können.

* Der Autor ist Management Consultant, Chemgineering - The Technology Designers. E-Mail-Kontakt: thomas.lellau@chemgineering.com .

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