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Die Wirklichkeit abbilden
„Bereits nach einem Monat kamen interessante Kennzahlen mit der OEE-Auswertung aus dem Maschinenbetrieb zustande. So zeigte sich z.B. bei einer Anlage, dass sie in einer Schicht bis zu vier Mal zum Stehen kommt. Bisher hatte keiner hier ein Störgefühl entwickelt – kannte man ja gar nicht anders bei dieser Maschine. Doch vergegenwärtigt man sich, dass diese Stillstände in allen drei Schichten erfolgen, kommt man zu dem Schluss, dass am Ende einer Woche möglicherweise eine halbe Schicht verloren geht“, berichtet Kai-Uwe Harms, Leiter Fertigung Verpackungstechnik und optische Kontrolle bei Hameln Pharma, und fügt hinzu: „In der Tat haben wir eine völlig neue Einschätzung unserer Maschinenperformance erhalten. Bislang gingen wir bei unseren Planungsansätzen von den Herstellerdaten aus. Doch das konkrete Prozessgeschehen führt teilweise zu erheblichen Abweichungen.“
Nicht zuletzt aufgrund dieser Zusammenarbeit entschied man sich für Fastec und sein modulares MES-System Fastec 4 Pro. Dieses beinhaltet neben Modulen wie Maschinen-, Betriebs- und Prozessdatenerfassung, Prozessmeldung, Leitstand, Fertigungsinformationssystem, Instandhaltungsmanagement und Alarmierung noch weitere branchen- bzw. anwendungsspezifische Module.
Im September 2009 installierten die Produktionssoftware-Spezialisten aus Paderborn einen Testrechner. Aufgrund der Ablösung der papierbasierten Maschinenlogbücher und der damit verbundenen Dokumentationspflicht wurde eine Validierung des Fastec 4 Pro-Systems nach cGMP erforderlich, die durch die internen Experten der Hameln Pharma erfolgt ist. Im gleichen Zeitraum wurde parallel ein WLAN installiert, um so auch eine Anbindung im Bestandsbau realisieren zu können. Es wurde ebenfalls eine SAP-Schnittstelle konfiguriert, sodass Produktionszeiten, Stückzahlen usw. in das neue System einfließen konnten. Außerdem entstand das Maschinenlogbuch.
In das gemeinsam erstellte Lastenheft flossen die bis dahin gesammelten Erfahrungen aus dem Projekt und der Testphase sowie spezielle Anforderungen aus den unterschiedlichen Produktionslinien mit ein. Es handelt sich dabei um acht Linien in der Abfüllung, drei Tiefziehlinien für die Blisterverpackung und drei optische Kontrollmaschinen. Insgesamt umfasst der Maschinenpark 21 Anlagen, die im Dreischichtbetrieb von rund 200 Mitarbeitern betreut werden. Die Daten, die mittels Fastec erhoben werden, werden durch das Fachpersonal ausgewertet. In regelmäßigen Treffen werden Ursachen für die Stillstände identifiziert und entsprechende Maßnahmen festgelegt und verfolgt. Im Rahmen des Projekts Operational Excellence erfolgt dann das Monitoring des Fortschritts aller eingeleiteten Maßnahmen.
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