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Schüttgut-Dosierer Novindustra übernimmt Vertrieb für Schüttgut-Dosierer „Circle Feeder“ von Yoshikawa

Redakteur: Frank Jablonski

Seit Januar dieses Jahres vertreibt die schweizerische Novindustra AG den Circle Feeder des japanischen Herstellers Yoshikawa. Die Funktionsweise und Beispiele für den Einsatz in den Prozessindustrien beschreibt der folgende Beitrag.

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Flache, langsam rotierende Schieber (1) erzeugen eine radialen Produktstrom unter dem justierbaren Ring (2). Periphere Drehschieber transportieren das Produkt dann in Richtung eines oder mehrerer Auslauföffnungen (3) Das ganze ruht auf der stationären Bodenplatte (5) unter dem auch der drehzehlgeregelte Motor (4) angebracht ist. Der Einlaufzylinder (typischerweise vom Anwender gestellt) kann aufgrund der Arbeitsweise niedrig gebaut werden oder gar ganz entfallen. (Bilder: Novindustra AG)
Flache, langsam rotierende Schieber (1) erzeugen eine radialen Produktstrom unter dem justierbaren Ring (2). Periphere Drehschieber transportieren das Produkt dann in Richtung eines oder mehrerer Auslauföffnungen (3) Das ganze ruht auf der stationären Bodenplatte (5) unter dem auch der drehzehlgeregelte Motor (4) angebracht ist. Der Einlaufzylinder (typischerweise vom Anwender gestellt) kann aufgrund der Arbeitsweise niedrig gebaut werden oder gar ganz entfallen. (Bilder: Novindustra AG)
( Archiv: Vogel Business Media )

Bei Novindustra in der Schweiz hat man seit längerem den Bedarf nach Schüttgut-Austragshilfen in vielen Bereichen der Prozessindustrie erkannt. Seit kurzem, genauer gesagt seit Januar 2009, hat das Unternehmen nun neue Produkte im Angebot: Der patentierte Circle Feeder des japanischen Herstellers Yoshikawa vervollständigt die Novindustra-Produktpalette in Richtung Abfüllen und Dosieren. Betroffen von dieser Vereinbarung sind verschiedene Versionen des Dosierers, wie der CF-Sigma, Mini-ACE, Circle Feeder CS (sanitary type) und Loop Feeder.

Funktionsweise des Schüttgut-Dosierers

Die Anwendungen in den Bereichen Schüttgütteraustragen und Dosieren reichen von der Großchemie bis zu anspruchsvollen Pharma-Produktionen. Dabei ist jedoch die grundsätzliche Technik gleich: Der Circle Feeder besteht aus einer stationären Bodenplatte, einem Strömungsbegrenzungsring (Wehr), zentralen Drehschiebern, eingefasst durch einen zylindrischen Drehring sowie der Einheit Antriebsachse, Drehzahlbegrenzer und Motor sowie einem oder mehreren Austragsstutzen.

Indem ein zentrale Drehschieber langsam rotiert, schiebt er das Material radial unter den fixierten Ring. Der äußere Drehring mit kleineren Schiebern transportiert das Schüttgut dann zum Auslaufstutzen. Somit kann das verbliebene Material in der Trichterkammer gleichmäßig nachrutschen und erzeugt einen kontinuierlichen Massenfluss im Trichter. Die große Einlassöffnung des Circle Feeder verhindert dabei die Brückenbildung im Schüttgut.

Im Inneren des stromregulierenden Rings liegt der Druck des Pulvers an. Aufgrund des natürlichen Nachfallens und der langsamen Rotation der inneren Schaufeln, fließt das Material an den Rand, wo kein stationärer Druck auf dem Material lastet. Hier kann nun der äußere Schaufelring das Material zur Auslassöffnung transportieren. Die Rotationsgeschwindigkeit der Schaufel und die Höhe des Strömungsbegrenzungsrings (Wehr) bestimmen den Volumenstrom. Die Rotation des Schieberrings wird gesteuert durch einen drehzahlgeregelten Motor mit Umrichter.

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Vorteile der Funktionsweise des Schüttgut-Dosierers

Die große Einlassöffnung und der gleichmäßige Massentransport am äußeren Umfang des Circle Feeders verhindert Brückenbildung und damit stockenden Durchfluss bei den meisten Schüttgütern. Die patentierte Austragsvorrichtung sorgt für einen gleichmäßigen Massenstrom (first in/first out). Zudem benötigen neue Anlagen eine geringere Bauhöhe aufgrund des niedrigen Profils des Circle Feeders. Das verringert die Höhe des Zufuhrtrichters oder macht ihn gar überflüssig. Das Design und die bei geringen Geschwindigkeiten arbeitenden Teile führen zu einem niedrigen Geräuschpegel und geringem Wartungsbedarf.

Einsatz in der Pharma-Industrie

Der Circle Feeder ist eine Feststoffdosiereinrichtung auch für die pharmazeutische Industrie oder andere Reinraum-Anwendungen. Das nach Angaben des Herstellers einzigartiges Venusmuschel-Design unterstützt den Anwender bei den notwendigen Reinigungsvorgängen.

Weitere Eigenschaften speziell für diese Branche sind

  • Einsatz für Pulver und nasse Medien (Filterkuchen)
  • Langsame Rotation für einfaches Handling
  • Variable Geschwindigkeit für 10:1 Übersetzung
  • Polierte Oberflächen (400 grit)
  • Hygienische Spannvorrichtung (Sani Clamps) für raschen Zugang
  • Große Einlauföffnung, die Brückenbildung verhindert
  • Laufrollen für Mobilität in und aus dem Cleanroom
  • geringe Antriebsleistung bedingt durch den Einsatz des Strömungsbegrenzungsringes (Wehr)
  • Verhinderung der Entmischung (Kornstruktur) durch das Prinzip „First in / First out“, unterstützt durch fehlende Siloaustragskonen und den sanften Einsatz der Austragsvorrichtung
  • dadurch sehr gut geeignet und bewährt zum Beschicken von Tablettenpressen nach der Endformulierung

Anwendungsbeispiele für den Schüttgut-Dosierer

Der Circle Feeder wird grundsätzlich in der Chemie eingesetzt, um Zwischenprodukte, anorganische Salze, Polymer-Granulat, Seifen-Pulver oder Pigmente zu dosieren.

Wenn große Mengen Kleie in Silos gelagert wird, ist es schwierig, es wieder zu entnehmen. Der hohe Eigendruck erzeugt eine Brückenbildung am Siloboden. Die niedrige Schüttgutdichte des Stoffes verstärkt den Effekt zusätzlich. Der Circle Feeder kann hier seine Stärken ausspielen, da er hilft, Brückenbildung zu vermeiden. (Archiv: Vogel Business Media)

In der Lebensmittelindustrie werden Getreide, Bohnen, Hackfleisch oder fermentierte Stoffe abgefüllt. Ein weiterer Einsatzfall liegt in einem großen Lagersilo für Kleie (Bild links). Die Kleie, also die äußere Hülle des Getreides, wird bevorzugt für Tierfutter oder zur Düngung eingesetzt. Seit einiger Zeit findet sich das Nebenprodukt auch als Zusatzstoff für Schaumbildner in Gesundheitsprodukten oder in der Verpackungsindustrie. Wenn nun große Mengen dieser Kleie in Silos gelagert wird, ist es schwierig, es wieder zu entnehmen. Der hohe Eigendruck erzeugt eine Brückenbildung am Siloboden. Die niedrige Schüttgutdichte des Stoffes verstärkt den Effekt zusätzlich. Der Circle Feeder lässt sich gut für das Entleeren in diesem Zusammenhang einsetzen, da unter anderem der große innere Durchmesser Brückenbildung vermeiden hilft. Daher werden bereits mehr als 180 Circle Feeder in dieser Anwendung eingesetzt.

Ein weiterer Anwendungsbereich des Circle Feeders liegt in der Volumenreduktion für Flugasche: Der Circle Feeder dosiert aus einem Silo Flugasche in einen Erhitzer, in dem giftige Stoffe wie Chlorverbindungen oder Dioxin entfernt werden. Hier kann beispielsweise das Loss-in-weight-System für kontinuierlichen Eingangsstrom eingesetzt werden. Die nach der Behandlung wieder abgekühlte Asche wird anschließend über eine Zwischenlagerung in einem weiteren Silo über einen zweiten Circle Feeder einer Kompaktierung zugeführt und anschließend entsorgt. (Archiv: Vogel Business Media)

Ein weiterer Anwendungsbereich des Circle Feeders liegt in der Volumenreduktion für Flugasche (Bild links): Die Asche soll hierbei behandelt und komprimiert werden, um das Volumen zu verringern und das Freisetzen toxischer Substanzen zu verhindern. Der Circle Feeder dosiert dabei aus einem Silo Flugasche in einen Erhitzer, in dem giftige Stoffe wie Chlorverbindungen oder Dioxin entfernt werden. Hier kann beispielsweise das Loss-in-weight-System für kontinuierlichen Eingangsstrom eingesetzt werden. Die nach der Behandlung wieder abgekühlte Asche wird anschließend über eine Zwischenlagerung in einem weiteren Silo über einen zweiten Circle Feeder einer Kompaktierung zugeführt und anschließend entsorgt.

ACHEMA, Halle 3.1, Stand D11-C11

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