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Werkstoff für die Industrie

Neuer Kunststoff soll positive Ökobilanz aufweisen

| Redakteur: Tobias Hüser

Forschungsprojekt Dream Compound Conti
Forschungsprojekt Dream Compound Conti (Bild: Covestro)

Forscher haben einen thermoplastischen Hochleistungskunststoff (HPT) entwickelt, der künftig in vielen Industrien zum Einsatz kommen könnte. Damit sollen sich die Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit von Produkten in Bereichen wie Luftfahrt, Automobil und Medizintechnik deutlich erhöhen lassen. Nun geht es darum, die kontinuierliche Herstellung des neuen Kunststoffs im großen Maßstab zu ermöglichen.

Leverkusen – HPT ist ein durch Spritzguss verarbeitbarer Hochleistungskunststoff, der zahlreiche gute Eigenschaften vereinen soll. Er ist stabil bei hoher Härte, außerdem beständig gegen Hitze und viele Lösungsmittel. Test-Mengen des neuartigen Materials werden bereits hergestellt. Im aktuellen BMBF-Forschungsprojekt „Dream Compound Conti“ soll nun ein kontinuierliches Verfahren entwickelt werden, um eine umweltverträgliche und wirtschaftliche Produktion im Industriemaßstab zu ermöglichen. Daran arbeitet Covestro gemeinsam mit der RWTH Aachen University, der Technischen Universität Berlin, dem Kunststoff-Zentrum Leipzig und dem Flugzeughersteller Airbus als assoziiertem Partner. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben über die nächsten drei Jahre mit bis zu 1,5 Millionen Euro.

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Eine Besonderheit der Herstellung von HPT besteht darin, dass sie auf sehr gut zugänglichen Basischemikalien beruhen. Diese werden ohnehin für die Produktion etwa von Schaumstoffen eingesetzt und müssen somit nicht eigens hierfür hergestellt werden. Ein neuartiges Katalysatorensystem ermöglicht nun erstmalig die Herstellung von HPT aus diesen Basischemikalien. Das spart im gesamten Prozess CO2-Emissionen und Energie ein, weil im Vergleich zur Produktion herkömmlicher Hochleistungsthermoplasten aufwändige Prozessschritte entfallen.

Im Vergleich zu den am Markt bereits verfügbaren Produkten sollen sich messbare Ressourceneinsparmöglichkeiten ergeben haben: Ein erstes Life Cycle Assessment (LCA) der RWTH Aachen University für den industriellen Herstellungsprozess hat laut den Entwicklern gezeigt, dass HPT im Vergleich zu ähnlichen Thermoplasten um mehr als 20 % geringere Treibhausgasemissionen für die Produktion aufweisen. Gleichzeitig soll das neue kontinuierliche Verfahren, das die Projektpartner erarbeiten und umsetzen wollen, mit weniger Lösungsmitteln aus. Es wird daher eine deutlich bessere Ökobilanz im Vergleich zu konventionellen Prozessen erwartet.

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