Pharma-Wirkstoffe Neuer CGMP-Betrieb für Pharma-Wirkstoffe

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Saltigo hat heute am Produktionsstandort Leverkusen eine Multifunktionsanlage für die Entwicklung, Herstellung sowie Qualitätskontrolle von Pharma-Wirkstoffen und Zwischenprodukten in Betrieb genommen.

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Saltigo-Betriebsleiter Dr. Josef Käsbauer auf der Reaktorebene im neuen CGMP-Betrieb
Saltigo-Betriebsleiter Dr. Josef Käsbauer auf der Reaktorebene im neuen CGMP-Betrieb
( Bild: Lanxess )

Leverkusen – Der neue CGMP-Betrieb (CGMP – Current Good Manufacturing Practice) von Saltigo entstand mit einem Investitionsaufwand von rund zehn Millionen Euro aus einem bereits bestehenden Anlagenkomplex. In den vier Produktionsmodulen des Betriebes, von denen eines vollkommen neu errichtet wurde, können jährlich mehr als 200 Tonnen Wirkstoffe und registrierte Zwischenprodukte hergestellt werden.

Drei der Module sind für die Herstellung von Wirkstoffen (APIs – Active Pharmaceutical Ingredients) qualifiziert. Bei einem Gesamt-Behältervolumen von 142 m3 verfügt der Betrieb über 44 m3 gerührtes Behältervolumen in Kesseln zwischen 2,5 und 8 m3 und zusätzlich ein Lagertankvolumen von 100 m3. Es können oral und intravenös verabreichbare APIs produziert werden, darunter auch korrosive Substanzen, zum Beispiel Hydrochloride. Der Betrieb ist mit Apparaten für die Reaktionsführung, Aufarbeitung, Kristallisation und Rekristallisation unter CGMP-Bedingungen ausgerüstet.

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Standort NRW soll weiter forciert werden

Saltigo ist ein weltweit tätiger Spezialist für Exklusivsynthese von Substanzen für die Agrochemie, die pharmazeutische Industrie sowie die Spezialchemie. Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2006 einen Umsatz von nahezu 400 Millionen Euro. In einem Ranking der Spezialchemieunternehmen, die sich auf Kundensynthese spezialisiert haben, steht Saltigo nach eigener Aussage mit seinem Geschäftszweig Pharma unter den ersten fünf, im Agrobereich sogar unter den ersten drei. „Unser Ziel ist es, profitabel diese Position zu halten“, erklärte Saltigo-Geschäftsführer Wolfgang Schmitz. Insgesamt wolle das Unternehmen hierfür bis Ende 2009 rund 50 Millionen Euro investieren und werde auch künftig vorrangig auf den Standort Nordrhein-Westfalen setzen, wo Saltigo Produktionsstätten in Leverkusen und Dormagen betreibt.

Custom Manufacturing Pharma – Ein Wachstumsmarkt

Vorrangig will Saltigo das Geschäft mit der Pharmaindustrie entwickeln. „Den maximalen Nutzen für unsere Kunden sehen wir in langfristig angelegten Partnerschaften, in deren Rahmen wir ein Produkt von der klinischen Entwicklung über die Registrierung bis in den Markt begleiten. Deshalb gilt es für uns, von Anfang an dabei zu sein in der Pharmaentwicklung“, sagte Ann Gidner, Leiterin Marketing & Sales des Geschäftszweigs Pharma.

Um das Wachstum dieses Geschäftsbereichs zusätzlich zu unterstützen, eröffnete vor wenigen Wochen die Lanxess Corporation, US-Tochter von Lanxess, einen neuen Standort für APIs in Redmond im US-Bundesstaat Washington. In den GMP-qualifizierten Einrichtungen des Kleinmengenbetriebes und der Pilotanlage sollen pharmazeutische Wirkstoffe für die frühe klinische Prüfung bis einschließlich Phase IIa hergestellt werden.

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