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Siliconöle auf Basis von Biomethanol

Nachweis erneuerbarer Rohstoffe in der Siliconherstellung

| Redakteur: Alexander Stark

Das internationale Prüf- und Zertifizierungsinstitut Tüv Süd hat das Massenbilanzverfahren des Chemiekonzerns Wacker zum Nachweis erneuerbarer Rohstoffe in der Siliconherstellung zertifiziert. Als weltweit erstes Unternehmen produziert der Chemiekonzern Siliconöle, die ohne fossile Rohstoffe hergestellt werden.

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Siliconöle werden unter anderem in der Kosmetik- und Konsumgüterindustrie verwendet. Als weltweit erstes Unternehmen produziert der Chemiekonzern Wacker Siliconöle, die ohne fossile Rohstoffe hergestellt werden.
Siliconöle werden unter anderem in der Kosmetik- und Konsumgüterindustrie verwendet. Als weltweit erstes Unternehmen produziert der Chemiekonzern Wacker Siliconöle, die ohne fossile Rohstoffe hergestellt werden.
(Bild: Wacker Chemie AG)

München — Durch die Zertifizierung besitzt das Unternehmen ein anerkanntes Verfahren, um den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen im gesamten Produktionsprozess bis zum Endprodukt nachzuverfolgen. Da das Chemieunternehmen ab April auch pflanzenbasiertes Methanol in der Produktion verwendet, ist der Konzern jetzt in der Lage, Siliconöle zu vermarkten, die ausschließlich mit Hilfe von Biomethanol hergestellt werden.

Silicone, die mit Hilfe von biobasiertem bzw. petrochemisch erzeugtem Methanol produziert werden, sind chemisch identisch. Mit Biomethanol hergestellte Silicone besitzen allerdings eine günstigere CO2-Bilanz, da bei der Methanolproduktion keine fossilen Rohstoffe eingesetzt wurden. Siliconöle werden unter anderem in der Kosmetik- und Konsumgüterindustrie verwendet.

Die Mitte März ausgestellten Zertifikate bescheinigen, dass das von Wacker in der Siliconherstellung eingesetzte Massenbilanzverfahren den Kriterien des Tüv Süd-Standards CMS 71 zur Nachverfolgbarkeit erneuerbarer Rohstoffe entspricht. Ein solcher Rohstoff ist beispielsweise Biomethanol, das anstelle von Methanol aus fossilen Rohstoffen eingesetzt werden kann. Zertifiziert wurden außerdem mehrere hoch- und niederviskose Siliconöle für die Kosmetik- und Konsumgüterindustrie.

Für den Hersteller ist das Tüv-Zertifikat deshalb von Bedeutung, weil der Geschäftsbereich Wacker Silicones ab April nicht nur erdölbasiertes Methanol, sondern auch Biomethanol aus Pflanzenresten verwendet. Mit Hilfe des Massenbilanzverfahrens lässt sich rechnerisch ermitteln, wieviel Siliconöl aus erneuerbaren und somit nicht-fossilen Rohstoffen produziert wurde. Das dafür eingesetzte Biomethanol wird ausschließlich von zertifizierten Herstellern bezogen, gab das Unternehmen bekannt.

Laut Berechnungen von Wacker lassen sich pro Tonne Siliconöl rund 1,6 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Für die Siliconherstellung wird neben Methanol Silicium benötigt, das aus Quarz-Gestein oder -Sand gewonnen wird. Siliconöle aus Biomethanol werden somit ausschließlich aus mineralischen bzw. pflanzenbasierten Rohstoffen produziert.

Mit der Erweiterung seines Siliconportfolios um biomethanol-basierte Siliconöle reagiere der Chemiekonzern auf die steigende Nachfrage nach Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen — eine Entwicklung, die sich in einer Vielzahl von Industriebranchen abzeichne.

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