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Luftstrahlsiebung

Moderne Varianten der Luftstrahlsiebung

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Normalerweise sind die Drehzahlen der Schlitzdüse unterhalb des Siebes bei Luftstrahlsiebmaschinen fest eingestellt. Allerdings ist eine Variation der Drehzahl durchaus hilfreich. Für empfindliche Materialien empfiehlt sich z.B. die Wahl einer niedrigen Drehzahl, um die Beanspruchung der Probe zu minimieren. Die Beanspruchung kann durch Verwendung von Sieben mit 50 mm Höhe zusätzlich reduziert werden, da das Probenmaterial nicht so stark gegen den Siebdeckel prallt. Für Proben mit starker Tendenz zur Agglomeration sind hohe Drehzahlen vorteilhaft. Dadurch wird die Prallfrequenz deutlich erhöht und auch festere Agglomerate werden innerhalb kurzer Siebdauer durch den häufigen Prall gegen den Siebdeckel aufgebrochen.

Anwendungsbeispiel

  • Zwei gleiche Proben ZrO2-Mehl wurden bei unterschiedlichen Drehzahlen gesiebt (s. Abb. 4 und 5). Die Parameter:
  • Sieb: Durchmesser 203 mm, Höhe 25 mm gemäß ISO 3310-1, Maschenweite 63 µm
  • Material: je 20 g ZrO2-Mehl mit Agglomeraten
  • Drehzahl: 20 und 55 U/min
  • Siebdauer: 10 s und 2 min
  • Unterdruck: ca. 3,5 kPa

Die Abbildungen zeigen deutlich, dass für die vollständige Auflösung von Agglomeraten eine hohe Drehzahl von Vorteil ist. Zusätzlich lässt sich auch der durch den Staubsauger erzeugte Unterdruck regeln, wodurch neben der Prallfrequenz auch die Prallgeschwindigkeit variiert werden kann. Dies ermöglicht neben der gewählten Siebhöhe eine weitergehende Einflussnahme auf die Siebung empfindlicher Materialien.

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Leistungsfähigkeit und Siebpflege

Gerade sehr feinmaschige Siebe sind anfällig gegen sog. Steckkörner, also Verunreinigungen, die das Siebgewebe verstopfen. Dies führt zur Verschlechterung der Siebergebnisse und zu einem frühzeitigen Verschleiss des Siebes. Um die Leistungsfähigkeit des Siebes und damit auch die Reproduzierbarkeit der Siebungen aufrecht zu erhalten und den Reinigungsaufwand zu minimieren, hat sich die Einführung der sog. „Open-Mesh-Funktion“ in der Retsch Siebmaschine AS 200 jet als sehr hilfreich erwiesen. Diese Funktion bewirkt, dass sich die Luftstrahldüse nicht kontinuierlich unterhalb des Siebes bewegt, sondern nach dem Muster „Zwei Schritte vor, einen zurück“ zunächst eine Vorwärtsbewegung um 20° und nachfolgend eine Rückwärtsbewegung um 10° durchführt (s. Abb. 6). Dadurch ändert sich die Strömungsrichtung durch das Sieb und Steckkörner werden aus dem Siebgewebe freigeblasen.

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