Armaturen überraschen mit guten Zahlen Mit vollen Büchern in schwierigen Zeiten: Armaturenhersteller setzen auf Wasserstoff

Von Dominik Stephan

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Krieg, Energiekrise, Lieferengpässe und die drohende Rezession bestimmen die Schlagzeilen – doch bei den deutschen Industriearmaturen begann das Jahr 2022 mit guten Zahlen. Neben einem wachsenden Inlandsgeschäft legen die Exporte in der ersten Jahreshälfte kräftig zu. Trotz mehr als unsicherer Aussichten sieht sich die Branche so gut aufgestellt – nicht zuletzt, dank des leichtesten Elements des Universums: Wasserstoff.

Der Abschwung hat bisher einen Bogen um die Armaturenbranche gemacht: Deutsche Hersteller profitieren von vollen Büchern.
Der Abschwung hat bisher einen Bogen um die Armaturenbranche gemacht: Deutsche Hersteller profitieren von vollen Büchern.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Gute Nachrichten für Deutschlands Armaturenbauer: Mit wachsenden Umsätzen in In- und Ausland ist die Branche trotz des schwierigen weltpolitischen Umfeldes überraschend gut ins Jahr 2022 gestartet. „Auch wenn die Rahmenbedingungen angesichts des Krieges in der Ukraine sowie der anhaltenden Liefer- und Materialengpässe alles andere als günstig sind, konnte sich die Armaturenindustrie bislang von der nachlassenden Konjunktur abkoppeln“, bewertet Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Fachverband Armaturen. In Zahlen bedeutet das ein Plus von vier Prozent beim Inlandsgeschäft und kräftige 17 Prozent mehr beim Auslandsumsatz.

Dabei waren es erneut die Regel- sowie Sicherheits- und Überwachungsarmaturen, die besonders gefragt waren: So wuchs der Regelarmaturen-Inlandsumsatz um sechs, das Auslandsgeschäft um satte 21 Prozent. Absperrarmaturen verzeichneten ein Umsatzplus von zwei Prozent im Inland und wuchsen im Ausland um 12 Prozent. Auch die Auftragskurve zeigt – noch – nach oben, so der VDMA: Besonders der Aufwärtstrend bei den Armaturenexporten, der bereits im vergangenen Jahr begonnen hatte, kann sich fortsetzen: Von Januar bis Juni wurden Industriearmaturen im Wert von rund 2,3 Milliarden Euro ins Ausland exportiert. Das entspricht einem Anstieg von 4,9 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021.

Dahinter steckt mit Sicherheit ein Auftragsstau aus dem vergangenen Jahr zurückzuführen, der die Bücher aufbläht, sich aber sukzessive abbaut. Allerdings sehen sich die Armaturenhersteller im Achema-Jahr gut gerüstet, den Widrigkeiten der Weltwirtschaft entgegen zu stellen. Insbesondere ein globaler Megatrend sorgt bei den Ausrüstern zuverlässig für glänzende Augen: Wasserstoff. „Als Komponentenzulieferer offerieren wir ein breites Lösungsspektrum für eine nachhaltige und digitalere Zukunft. Das Trendthema Wasserstoff beispielsweise ist für die Armaturenindustrie schon lange kein Neuland mehr“, betont dementsprechend der Fachverbands-Geschäftsführer Burchard im Achema-Jahr. Auf der Weltleitmesse der Chemie konnte die Branche bereits zeigen, wie jahrelange Erfahrung mit schwierigen Medien schon heute in Dichtungs-, Regel- und Absperrlösungen für Wasserstoffanwendungen ermöglicht.

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Die noch gut gefüllten Auftragsbücher der deutschen Armaturenbranche lassen erwarten, dass die Umsätze in den kommenden Monaten weiter zulegen werden. Angesichts der internationalen Konjunkturabschwächung ist aber mit einer Wachstumsverlangsamung zu rechnen. Während die Perspektiven in der Öl- und Gasindustrie weltweit weiter gut sind, haben sich die Aussichten für die Chemieindustrie eingetrübt. Materialengpässe verbunden mit extremen Kostenanstiegen bremsen außerdem das Geschäft.

Sorgenkind China: Der wichtigste Armaturen-Absatzmarkt schwächelt.
Sorgenkind China: Der wichtigste Armaturen-Absatzmarkt schwächelt.
(Bild: VDMA (Quelle: VDMA/Destatis))

Ein Unsicherheitsfaktor bleibt jedoch das China-Geschäft: Der wichtigste Handelspartner der Bundesrepublik verliert mit seiner rigorosen Endlos-Lockdown-Politik an Bedeutung. Insgesamt wurden Armaturen im Wert von 282,4 Millionen Euro in die Volksrepublik geliefert, 9,8 Prozent weniger als noch 2021. Die Ausfuhren in die vereinigten Staaten, das zweitwichtigste Abnehmerland, kletterten dagegen zeitgleich um kräftige 24,2 Prozent auf 224,4 Millionen Euro.Gute Perspektiven bei Öl- und Gas

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„Trendthemen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Wasserstoff schaffen neue Absatzchancen für unsere Mitgliedsfirmen. Wir sind daher trotz der aktuell unsicheren Gemengelage optimistisch und erwarten für die deutsche Industriearmaturenbranche ein Umsatzplus von sieben Prozent für 2022“, prognostiziert Wolfgang Burchard zweckoptimistisch. Ein Anfang ist gemacht, aber die Verunsicherung wächst.

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