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Hammermühlanlagen

Mit Explosionsschutz-Maßnahmen auf Nummer sicher bei Mühlen gehen

| Autor/ Redakteur: Markus Eckert, Matthias Göpfert / Gabriele Ilg

Bei Mühlenanlagen lässt sich das Entstehen und Wirken von Zündquellen nicht zuverlässig ausschließen. Daher ist notwendig, entsprechende Explosionsschutzmaßnahmen bereits bei deren Auslegung mit einzubeziehen. Wie dies erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigt die Zusammenarbeit zwischen einem Mühlen- und einem Explosionsspezialisten.

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Matthias Göpfert, Key Account Manager Entlastungsventile bei Hoerbiger
Matthias Göpfert, Key Account Manager Entlastungsventile bei Hoerbiger
(Bild: Hoerbiger)

Das Geschäft mit Biomasse für unterschiedliche Zwecke boomt. Ganz am Anfang der Verarbeitungsprozesse steht das Zerkleinern von Schüttgutmaterialien. Seien es Holzabfälle als Vorstufe für Pellets, Kohle zur Verfeuerung in Kesselanlagen oder Getreide zur Herstellung von Tierfutter. Die Rohware muss in einer Mühle zerkleinert werden. Dabei entstehen häufig brennbare Stäube, die eine erhöhte Sicherheit der Förder- und Vermahlungsanlage erfordern.

In dieser Nische hat sich die Tietjen Verfahrenstechnik aus Hemdingen nahe Hamburg in den letzten 50 Jahren etabliert und hat bis heute mehr als 2000 Systeme in über 30 Länder ausgeliefert. Beim konstruktiven Explosionsschutz setzt Tietjen auf die flammenlosen und wiederverwendbaren Entlastungsventile von Hoerbiger.

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Idealerweise werden die notwendigen Explosionsschutzmaßnahmen bereits bei der Auslegung der Zerkleinerungsanlage mit dem Kunden besprochen. Im ersten Schritt wird gemeinsam mit dem Anlagenbetreiber ein Explosionsschutzkonzept erarbeitet. Das Ziel ist die Vermeidung der Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre durch technische und/oder organisatorische Maßnahmen. Diese Maßnahmen ergeben sich durch eine detaillierte Risikoanalyse im Vorfeld. Allerdings gewährleistet der vorbeugende Explosionsschutz allein kaum eine 100-prozentige Anlagensicherheit. Es gelingt nur in wenigen Fällen, explosionsfähige Atmosphären oder Zündquellen komplett zu vermeiden. Deshalb braucht es weiterführende Maßnahmen wie den konstruktiven Explosionsschutz.

Gerade bei Mühlenanlagen lässt sich das Entstehen und Wirken von Zündquellen nicht zuverlässig ausschließen. Die Hammermühle ist eine Prallzerkleinerungsmaschine, in der einzelne Schläger mit einer Umfangsgeschwindigkeit von über 100 m/s rotieren, mit großer Wucht auf die zugeführte Rohware treffen und diese so zerkleinern. Sobald eine bestimmte Größe erreicht ist, kann das Material die den Mahlkreis umschließenden Siebe passieren.

Die Zündgefahrenanalyse hat bei Hammermühlen ergeben, dass im bestimmungsgemäßen Betrieb keine Zündquelle erzeugt wird, die zu einer Explosion des Staub-Luftgemisch führen könnte. Trotzdem sind Störfälle außerhalb des Regelbetriebs möglich und zu berücksichtigen. Beim Eintrag von Fremdkörpern wie Steinen oder bei Materialbrüchen aufgrund vernachlässigter Wartungsintervalle kann eine wirksame Zündquelle entstehen. Daher dürfen Hammermühlen nicht ohne Explosionsschutzmaßnahmen betrieben werden. Eine effektive und im Umfeld von Hammermühlen häufig realisierte Maßnahme ist der konstruktive Explosionsschutz. Tietjen und Hoerbiger haben bereits im Jahr 2002 damit begonnen, die ersten Anlagen erfolgreich mit einem umfassenden Explosionsschutz auszurüsten.

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