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Korrosion

Mikrobiell induzierte Korrosion (MIC) verursacht Milliardenschäden

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Kühltürme stellen ihre Betreiber vor erhebliche Herausforderungen. Legionellen, Korrosion und Ablagerungen können die Betriebssicherheit beeinträchtigen und Risiken für den Gesundheitsschutz darstellen.
Kühltürme stellen ihre Betreiber vor erhebliche Herausforderungen. Legionellen, Korrosion und Ablagerungen können die Betriebssicherheit beeinträchtigen und Risiken für den Gesundheitsschutz darstellen. (Bild: Berkefeld)

Praktisch jeder Werkstoff – neben Metallen auch Polymere, Glas und Keramik – kann durch Mikroorganismen angegriffen und verändert werden. Man spricht dann von mikrobiell induzierter Korrosion (MIC). Das ist nichts Exotisches: Fachleute schätzen, dass 20 % aller korrosionsbedingten Kosten auf mikrobielle Materialzerstörung zurückzuführen sind. Doch es gibt Lösungsansätze …

Beim Stichwort Korrosion denkt man unwillkürlich an die klassische aerobe Korrosion, auch Rost genannt. Seit Berichte durch die Presse gingen, wonach am Rumpf der Titanic eisenfressende Bakterien gefunden wurden, ist das Phänomen der anaeroben Korrosion auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Dennoch: In Deutschland finde die Biokorrosion zu wenig Beachtung, so die Einschätzung von Professor Hans-Curt Flemming von der Uni Duisburg-Essen. Das habe Folgen: Eine bessere Kenntnis der Zusammenhänge ermögliche eine effektivere Auswahl geeigneter Werkstoffe, ihrer Kombinationen und Betriebsbedingungen. Damit ließe sich ein beträchtlicher Teil der Schäden vermeiden, davon zeigt er sich in einem Bericht über die American Academy of Microbiology („Die Mikrobiologie der Wasserleitung“, Biospektrum 3.2013, Seite 335) überzeugt. Denn die Biokorrosion an Metallen unter Ausschluss von Sauerstoff nagt nicht nur an der Titanic, sie schädigt Wassertransportleitungen, Kühlkreisläufe, Lagertanks und andere Teile von Produktionsanlagen (beispielsweise Wärmeübertrager).

MIC wird durch Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen ausgelöst, die z.B. Schwefelwasserstoff, Schwefelsäure und Salpetersäure bilden. Eine bedeutende Rolle bei der Biokorrosion spielen vor allem sulfatreduzierende und säurebildende Bakterien. Sulfatreduzierer bilden lokal Säurekonzentrationen, die auch hochlegierte Werkstoffe angreifen können. Es gibt praktisch keine Oberfläche, die nicht von Mikroorganismen besiedelt wird: Fast alle Metalle, organische Stoffe, Glas, Keramik und Kunststoff können betroffen sein. Außer Titan, Molybdän und Nickel-Cadmium ist praktisch kein Metall gegen Korrosion unter der Einwirkung von Mikroorganismen resistent. Die Voraussetzungen hierfür sind einfach: Feuchtigkeit, Nährstoffe, Mikroorganismen und eine Oberfläche.

Der Nachweis, dass es sich um mikrobiologisch induzierte Korrosion handelt, benötigt eine spezielle Analysemethode – mehr auf der nächsten Seite.

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