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Messtechnik

Messtechnik im Tanklager – was es bei der Instandhaltung zu beachten gilt

| Autor/ Redakteur: Thomas Kaufmann / Manja Wühr

Tanklager und -terminals bedürfen aufgrund ihres Gefährdungspotenzials für Mensch und Umwelt einer zuverlässigen Überwachung. Da die eingesetzten Messgeräte den Anforderungen der Eichordnung unterliegen, kommt der Instandhaltung der sonst wartungsarmen Technik besondere Bedeutung zu. Ein Service-Team von Endress+Hauser unterstützt Betreiber mit abgestimmten Leistungen.

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Sowohl die eingesetzte Messtechnik als auch die Sicherheitsarmaturen erfordern die erhöhte Aufmerksamkeit des Betreibers. (Bild: Endress+Hauser)
Sowohl die eingesetzte Messtechnik als auch die Sicherheitsarmaturen erfordern die erhöhte Aufmerksamkeit des Betreibers. (Bild: Endress+Hauser)

Moderne Messgeräte sind langlebig, arbeiten zuverlässig und liefern über Jahre hinweg stabile Messwerte. Der Fokus in der Instandhaltung eines Betreibers von Produktionsanlagen liegt daher oft stärker auf Anlagenkomponenten, die viele mechanische Komponenten enthalten, etwa Pumpen, pneumatische Stellventile oder mechanische Sicherheitsarmaturen. In Tanklagern, in denen Mineralöle, Benzin oder Diesel gelagert und umgeschlagen werden, kommen jedoch zusätzliche Faktoren ins Spiel, die das Augenmerk des Betreibers verstärkt auch auf die Instandhaltung von Messtechnik richten sollten. Zum einen sind die Produkte häufig brennbar, explosiv oder Wasser gefährdend. Zum anderen unterliegen die Messgeräte den Anforderungen der Eichordnung.

Tank-Gauging-Systeme

Bei der Beladung und Entladung von Tankern oder der Lagerung von Flüssigkeiten in Tanklagern und -terminals werden detaillierte Informationen über Mengen und Massen benötigt. Dazu müssen genaueste Werte über Füllstand, Durchfluss und Druck sowie Temperatur vorliegen. Zur Messung des Produktpegels in Tanks beispielsweise werden automatische Tank-Gauging-Systeme eingesetzt. Diese messen den Produktpegel und aufgrund der thermischen Eigenschaften von Kohlenwasserstoffen auch die Produktdurchschnittstemperatur im Tank. All diese Messwerte werden über eine Busleitung übertragen und im Tank Gauging-System mithilfe von Tanktabellen und Umrechnungsfaktoren wird das temperaturkompensierte Volumen bestimmt. Die Besonderheiten eines Tank-Gauging-Systems gegenüber einer ‚normalen’ Tanklagervisualisierung liegen u.a. in der Eichfähigkeit. Die gesetzlichen Anforderungen hierfür liefert die Eichordnung EO 4-2 „Lagerbehälter und deren Messgeräte“. Der Ablauf der eichtechnischen Prüfung ist in der jeweiligen Innerstaatlichen Bauartzulassung des verwendeten Messsystems beschrieben. Die Ersteichung und die in regelmäßigen Abständen zu erfolgende Nacheichung des Systems wird vom zuständigen Eichamt durchgeführt. Vorbereitend für die Eichung muss der Betreiber für eine 1/3- bis 2/3-Befüllung des Tanks sorgen. Das Produkt im Tank muss ruhen, es sollten auch keine Ein- oder Auslagerungen stattfinden. Der Eichbeamte führt in der Regel zwei bis drei Vergleichsmessungen mit einem geeichten Peilband durch und vergleicht den Messwert mit der Anzeige des Füllstandmessgerätes. Bei einer Abweichung erfolgt gegebenenfalls eine Justage. Auch die Fernübertragung zum Leitsystem wird geprüft, hierbei wird die Anzeige der Tankvisualisierung mit der Vor-Ort-Anzeige verglichen.

Abschließend erfolgen die Versiegelung des Messsystems und die Anbringung eines neuen Hauptstempels mit der Angabe der Gültigkeit der Eichung. Unterstützung bei Instandsetzungstätigkeiten gemäß §72 nach Eichordnung liefert herstellerunabhängig ein auf Tanklager spezialisiertes Serviceteam bei Endress+Hauser. Dieses Team setzt sämtliche Messgeräte, die der Eichpflicht unterliegen instand, plombiert instand gesetzte Messgeräte und unterstützt den Betreiber und die Eichbehörden bei der Eichung und Nacheichung der Bestandsführungs- oder Durchflusssysteme.

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