Messtechnik

Messtechnik im Tanklager – was es bei der Instandhaltung zu beachten gilt

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Überfüllsicherungen

An Tanks, in denen Wasser gefährdende Flüssigkeiten gelagert werden, sind gemäß dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) Überfüllsicherungen vorgeschrieben. Sie überwachen den Füllstand und lösen rechtzeitig vor Erreichen des zulässigen Füllgrads Alarm aus. Dessen Anwendung und Einhaltung wird von Einrichtungen wie dem TÜV überwacht.

Der Betreiber muss seiner Pflicht nachkommen, seine Sicherheitseinrichtung ständig zu überwachen. Regelmäßig, das heißt mindestens einmal jährlich, gilt es, die Überfüllsicherung auf ihre Funktionsfähigkeit zu überprüfen. So sollen mögliche Funktionsfehler aufgedeckt werden. Die Prüfung ist zu dokumentieren, um gegenüber den Überwachungsbehörden einen Nachweis erbringen zu können. Diese Prüfung darf nur durch einen zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Um als Fachbetrieb nach WHG anerkannt zu werden, muss ein Betrieb verschiedene Voraussetzungen erfüllen. So ist es erforderlich, dass sachkundige Personen mit der Qualifikation als Ingenieur oder Meister über ausreichende Berufserfahrung und Ausbildung verfügen. Daneben müssen diese Personen eine jährliche Weiterbildung absolvieren und das Unternehmen muss über eine ausreichende technische Ausstattung verfügen. Zudem ist der Abschluss eines Überwachungsvertrags mit einer technischen Überwachungsorganisation, z.B. dem TÜV, notwendig. Endress+Hauser ist WHG-zertifizierter Fachbetrieb und befugt zum Einbauen, Aufstellen, Instandhalten und Instandsetzen von Leckageanzeigegeräten, Überfüllsicherungen und sonstigen MSR-Einrichtungen.

Installed Base Audit

Viele Tanklagerbetreiber haben in den vergangenen Jahren einzelne Tanklager von Mineralölgesellschaften übernommen und in die eigene Organisation integriert. Die Verantwortung für die Instandhaltung läuft dabei oft weiterhin dezentral in den einzelnen Tanklagern. Bestrebungen die Instandhaltung stärker zu zentralisieren um Kosten zu sparen werden oft durch zwei Faktoren erschwert: Es gibt keine einheitliche Instandhaltungssoftware die Standort übergreifend eingesetzt wird und dem Betreiber fehlt der Gesamtüberblick über die installierte Messtechnikbasis in den einzelnen Lagern. Um hier mehr Ordnung in die historisch gewachsene Anzahl verschiedenster Lieferanten, Messgeräte und Messverfahren zu bringen, empfiehlt sich eine Bestandsaufnahme mit daran anschließender Analyse. Ein so genanntes „Installed Base Audit“ ermöglicht die Reduktion von Gerätevarianten, die damit verbundene Lieferantenanzahl und der Lagerkosten sowie eine Kritikalitätsbewertung aller Messstellen hinsichtlich einer jeweils optimalen Instandhaltungsstrategie. Ein direkter Zugriff auf die technischen Daten aller durch die Bestandsaufnahme erfassten Geräte ist mithilfe des web-basierten Portals (W@M-Portal) möglich. Das Portal ermöglicht zusätzlich die vollständige und konsequente Rückverfolgbarkeit sämtlicher Instrumentierungsdaten. Inbegriffen ist eine automatische Aktualisierung dieser Daten; hierdurch ist ein jeweils aktueller Status der Gerätedokumentationen gewährleistet.

Fazit: In Tanklagern, in denen brennbare und Wasser gefährdende Stoffe gelagert werden, erfordert die eingesetzte Messtechnik die erhöhte Aufmerksamkeit des Betreibers. Sowohl die Eichordnung als auch das Wasserhaushaltsgesetz fordern eine regelmäßige Überprüfung mit gleichzeitiger Instandsetzung von betroffenen Messgeräten.

* Der Autor ist Produktmanager Life Cycle Management bei der Endress+Hauser GmbH+Co. KG, Weil am Rhein.

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