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Bio-Ethanol/Bio-Kraftstoffe Mehr E im E10: Bio-Anteil im Benzin 2020 deutlich gestiegen

Redakteur: Dominik Stephan

Der prozentuale Bio-Ethanol-Anteil im Benzin steigt 2020: Dank der dieses Jahr eingeführten Treibhausgasminderungsquote ist in jedem Liter Super E10, Super und Super Plus im Schnitt 10% mehr Ethanol enthalten als noch im Vorjahr.

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Die bayerische Biosprit-Schmiede: Clariants Sunliquid-Pilotanlage in Straubing.
Die bayerische Biosprit-Schmiede: Clariants Sunliquid-Pilotanlage in Straubing.
(Bilder: Clariant)

Wer im Corona-Jahr tankt, bekommt statt dem Tiger im Tank wahrscheinlich vor allem mehr Alkohol. Nicht für den Fahrer, für den Motor selbstverständlich: Trotz eines insgesamt stark rückläufigen Benzinabsatzes steigt der prozentuale Bio-Anteil im Sprit 2020 um 10%. Zwar hatten die europaweiten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in Folge der Covid-19-Pandemie enorme Auswirkungen auf den deutschen Kraftstoffmarkt, doch bleibt Ethanol im Zuge der Emissionsminderung weiter gefragt.

2020 lag der Verbrauch von Benzin im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,3 Prozent niedriger. Der Verbrauch von Bioethanol, das den Benzinsorten Super, Super E10 und Super Plus beigemischt wird bzw. zur Herstellung von ETBE (Ethyl-tertiär-butylether) verwendet wird, sank im gleichen Zeitraum ebenfalls, allerdings nur um 4,9 Prozent.

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Weniger fossiles CO2 aus Benzin

Trotz des absoluten Rückgangs des abgesetzten Bioethanols um etwa 27.000 Tonnen, stieg der prozentuale Anteil von Bioethanol im Benzin von 6,0 Volumenprozent im Jahr 2019 auf 6,6 Volumenprozent im ersten Halbjahr 2020. Damit erhöht sich auch die Treibhausgas-Einsparung, die durch die Beimischung von Bioethanol zu fossilem Benzin erreicht wird, um knapp 10 Prozent.

„Der Anstieg des Anteils erneuerbarer Kraftstoffe in Benzin und auch beim Diesel zeigt, dass die zum Jahreswechsel erfolgte Anhebung der Treibhausgasminderungsquote wirkt“, so Stefan Walter, Geschäftsführer des Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe). Die im Jahr 2015 eingeführte Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) von zunächst 3,5 Prozent wurde zuletzt Anfang 2020 auf 6,0 Prozent erhöht. Sie verpflichtet die Mineralölunternehmen als Inverkehrbringer von Kraftstoffen, die Treibhausgasintensität der verkauften Kraftstoffe zu reduzieren.

Trotz E-Auto und Wasserstoff: Bio-Kraftstoffe bleiben gefragt

„Die europäischen Ziele für erneuerbare Energien und zur CO2-Einsparung werden aller Voraussicht nach durch den europäischen Green Deal kurzfristig erhöht. Ambitioniertere Emissionsminderungsziele einerseits und höhere Vorgaben für den Anteil erneuerbarer Energien andererseits erfordern zusätzliche Anstrengungen, die sich in der bisherigen deutschen Klimaschutzpolitik vor allem im Verkehrssektor noch nicht widerspiegeln“, so Walter.

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Um im Verkehr das im Nationalen Energie- und Klimaplan angestrebte Ziel von 27 Prozent erneuerbarer Energien im Jahr 2040 zu erreichen, muss nach Ansicht des BDBe die THG-Quote zügig auf mindestens 16 Prozent angehoben werden.

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