Nachschubmangel Mangel an viralen Vektorkomponenten bremst Impfstoffproduktion

Redakteur: MA Alexander Stark

Die Biopharma-Industrie leidet unter einem Mangel an viralen Vektoren, einer Komponente, die für die Herstellung von Gentherapien und genmodifizierten Zelltherapien benötigt wird, berichtet Global Data. Auch bestimmte Covid-19-Impfstoffe benötigen virale Vektoren, insbesondere die von Astra Zeneca und Johnson & Johnson.

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Die Produktion von viralen Vektoren ist durch unzureichende Herstellungskapazitäten eingeschränkt.
Die Produktion von viralen Vektoren ist durch unzureichende Herstellungskapazitäten eingeschränkt.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

London/UK – Der Bericht von Global Data, „The Outlook for Viral Vector Contract Manufacturing: Gene Therapies, Cell Therapies, and Covid-19 Vaccines“, zeigt, dass die Produktion von viralen Vektoren durch unzureichende Herstellungskapazitäten, einen ineffizienten Herstellungsprozess und den Bedarf an komplexen Spezialanlagen ausgebremst wird.

In der EU, Japan, den USA und/oder Großbritannien (nach dem Brexit) sind 14 Therapien/Impfstoffe auf dem Markt, die einen viralen Vektor verwenden (Gentherapien, genmodifizierte Zelltherapien und rekombinante Vektorimpfstoffe). Fiona Barry, Associate Editor von Global Data Pharm Source, geht davon aus, dass diese Zahl in naher Zukunft stark ansteigen wird. In den nächsten sechs Jahren werden voraussichtlich mehr als 100 weitere Gentherapien und genmodifizierte Zelltherapien zugelassen. Diese Therapien werden alle virale Vektoren benötigen und die Knappheit noch verschärfen.

Eine zweite und unmittelbarere Belastung der Lieferkette für virale Vektoren ist ihre Verwendung in einigen Covid-19-Impfstoffen, insbesondere in rekombinanten Vektorimpfstoffen. Die Impfstoffe von Astra Zeneca und Johnson & Johnson sowie einige Covid-19-Impfstoffe, die in Russland und China verwendet werden, sind von diesem Molekültyp.

„Die pharmazeutische Industrie arbeitet daran, diesen Mangel zu beheben, indem sie die Anlagen vergrößert und effizientere Prozesse entwickelt. Top-Auftragsfertiger investieren in weitere Standorte, und die Industrie arbeitet daran, die Effizienz der viralen Vektorproduktion zu erhöhen, indem sie die vor- und nachgelagerten Prozesse verbessert,“ ergänzt Barry.

Obwohl dies nicht die ersten Covid-19-Impfstoffe waren, die verimpft werden – die RNA-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna wurden als erste in Nordamerika und Europa im Rahmen von Notfallzulassungen (Emergency Use Authorizations, EUAs) oder gleichwertigen temporären Zulassungen verabreicht –, besteht auch für andere Impfstofftypen ein erheblicher Bedarf. Die Regierungen haben insgesamt rund 900 Millionen Dosen der Covid-19-Impfstoffe von AstraZ eneca und J&J geordert.

Zusätzlich zu den bereits zugelassenen Medikamenten befinden sich mehr als 3000 Gentherapien, genmodifizierte Zelltherapien und rekombinante Vektorimpfstoffe in der Entwicklungspipeline.

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