Neuer Biotechnologie-Hub Mainz lotet weitere Flächen für Biotechnologie-Standort aus

Quelle: dpa

Seit dem Erfolg von Biontech gilt Mainz als Apotheke der Welt. Jetzt soll die Landeshauptstadt zu einem führenden internationalen Biotechnologie-Standort werden. Aber nicht nur sie.

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Die Regionalinitiative Rhein-Nahe-Hunsrück will gemeinsam mit Kammern und Hochschulen den „Milden Westen“ – zwischen Birkenfeld und Mainz – zum Biotech-Valley entwickeln.
Die Regionalinitiative Rhein-Nahe-Hunsrück will gemeinsam mit Kammern und Hochschulen den „Milden Westen“ – zwischen Birkenfeld und Mainz – zum Biotech-Valley entwickeln.
(Bild: Biontech)

Mainz – Die Stadt Mainz hat für ihren geplanten Ausbau zum internationalen Biotechnologie-Standort weitere 50 Hektar Planungsgebiet ins Auge gefasst. Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb für diese zum größten Teil landwirtschaftliche Fläche solle noch in diesem Jahr beginnen, berichteten Oberbürgermeister Michael Ebling und Baudezernentin Marianne Grosse (beide SPD) am Dienstag in Mainz. „Langfristig benötigen wir weitere Flächen“, sagte Grosse zur Begründung.

Die Entwicklung der Biotechnologie hat nach Auffassung der Regionalinitiative Rhein-Nahe-Hunsrück auch Potenzial über Mainz hinaus. Sie will gemeinsam mit Kammern und Hochschulen den „Milden Westen“ – zwischen Birkenfeld und Mainz – zum „Biotech-Valley“ entwickeln. Zusammen mit der Technischen Hochschule Bingen und dem Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier wird eine Studie erarbeitet, die die Grundlagen aufzeigen soll.

Der mehrstufige, internationale städtebauliche Ideenwettbewerb der Stadt Mainz könne voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres abgeschlossen werden. Die meisten dafür vorgesehenen Flächen seien in privater Hand, die Grundstücksverwaltungsgesellschaft der Stadt prüfe die Verkaufsbereitschaft, berichtete Grosse. Eine mikroklimatische Beurteilung werde den Wettbewerb begleiten. „Die Kaltluftschneisen und die klimatologischen Bedingungen spielen eine alles bedeutende Rolle.“ Eine Ersteinschätzung halte jedoch dennoch eine städtebauliche Entwicklung auf dem Areal westlich der Universität für möglich. Derzeit werde der genaue Bedarf ermittelt, was gebaut werden soll. Die Bevölkerung werde so früh wie möglich einbezogen.

In den nächsten zehn Jahren rechne Mainz mit rund 5000 neuen Arbeitsplätzen in der Biotechnologie und geschätzt einer Milliarde Euro Investitionsvolumen, erinnerte Ebling. „Die Zahlen werden von Tag zu Tag realistischer und wahrscheinlich in einigen Jahren nach oben korrigiert werden“, sagte er. Dafür sei bereits eine Fläche von 30 Hektar ausgeguckt – unabhängig von dem 50 Hektar großen Planungsgebiet.

Die 30 Hektar setzen sich aus zwölf Hektar auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne in direkter Nähe zu Biontech, der Uniklinik und dem gemeinnützigen Forschungsinstitut Tron zusammen. Das soll nach am Montag vorgestellten Plänen der Landesregierung und von Biontech-Chef Ugur Sahin mit rund 200 Millionen Euro bis 2025 ausgebaut werden. Auf dem Zwölf-Hektar-Areal sollen nach dem Willen der Stadt neue Technologien entwickelt und zur Marktreife gebracht werden. Dazu kommen 18 Hektar hochschulnahes Gewerbegebiet. Dieses könne voraussichtlich von August an erschlossen werden und der Bau ein halbes Jahr später beginnen, sagte Ebling.

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