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Trocknungstechnik Kunststoffgranulate mit Mikrowellen trocknen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Im Rahmen des Hi Per Dry-Projektes wurde ein neuer Prototypentrockner für Kunststoffgranulate entwickelt, welcher mikrowellenbasierte und konvektive Trocknung mit überhitztem Dampf miteinander verbindet. Mittels einer Antennengestaltung wird ein schonender Einsatz von Mikrowellen ohne Überhitzung oder Schädigung des Kunststoffs ermöglicht. Das System ist für eine Trocknung von sowohl konventionellen als auch Biokunststoffen ausgelegt.

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Prototypentrockner für Kunststoffgranulate
Prototypentrockner für Kunststoffgranulate
(Bild: GKV/Tec Part)

Das von der EU geförderte Projekt ist derzeit im zweiten Jahr seiner Laufzeit. Die Konzeptionierung der neuen Trocknungstechnologie wurde auf Grundlage eines europaweiten Benchmarks aktueller Trocknungspraktiken sowie einer wissenschaftlichen Charakterisierung des Trocknungsverhaltens verschiedener Kunststoffe erstellt. Hierbei wurden sowohl konventionelle Kunststoffe wie PA6 oder PET als auch Biokunststoffe wie PLA und PHB untersucht.

Die erfolgreiche Konstruktion einer Pilotanlage konnte nun innerhalb des Projekts umgesetzt werden. Der Einsatz mehrerer Magnetrone und eine eigens entwickelte Antennengestaltung garantieren ein schonendes und effizientes Trocknen. In den kommenden Monaten wird mithilfe einer Reihe an Performance-Tests die Optimierung der Bedienparameter und Findung des Prozessfensters erfolgen. Der Trockner soll anschließend unter reellen Produktionsbedingungen getestet und für die Markteinführung vorbereitet werden.

Für die neue Anlage wird eine signifikant kürzere Trocknungsdauer bei gleichzeitig verbesserter Materialschonung erwartet. Die Projektbeteiligten von Tec Part rechnen mit Energieeinsparungen bis zu 50 % im Vergleich zum Status Quo. Parallel zur Entwicklung des Trockners erfolgt ein Live-Cycle-Assessment (LCA), um die Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit der neuen Technologie sicherzustellen.

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