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Hygiene-Pumpen Kraftfutter für‘s Wachstums: Darum interessiert sich Hygiene-Pumpen-Spezialist Gea Hilge für Tierfutter

| Redakteur: Dominik Stephan

Eine Adresse für hygienische Pump-Prozesse: Der Mischkonzern Gea bündelt seine Pumpen-Aktivitäten in der Konzerntochter Gea Hilge und positioniert sich mit einem erweiterten Portfolio als Rundum-Anbieter in Sachen Hygienepumpen. In Zukunft sollen neben dem traditionellen Hilge-Geschäftsfeldern Pharma, Food und Getränke neue Bereiche abseits des Chemiesektors erschlossen werden…

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Gea entwickelt und produziert sein komplettes hygienisches Pumpenportfolio im Pumpenkompetenzzentrum in Bodenheim: die flexible Varipump-Linie genauso wie die eher standardisierte Smartpumps.
Gea entwickelt und produziert sein komplettes hygienisches Pumpenportfolio im Pumpenkompetenzzentrum in Bodenheim: die flexible Varipump-Linie genauso wie die eher standardisierte Smartpumps.
(Bild: Gea)

Auf den Hund gekommen: Geht es um den „besten Freund des Menschen“, ist vielen Tierhaltern Premiumfutter gerade gut genug. „Human Grade“, also nach den gleichen Ansprüchen wie Nahrungsmittel für Menschen hergestelltes Tierfutter, boomt – und sorgt zusammen mit einer steigenden Zahl von Haustieren für klingelnde Kassen bei den Herstellern. Doch mit den Ansprüchen wachsen auch die Aufgaben: Strenge Hygienevorschriften gilt es einzuhalten. Die Produktbeschaffenheit muss bewahrt werden. Und natürlich heißt es auch, die Produktivität und damit letztendlich auch die Betriebskosten zu optimieren. Egal, ob Verfahren wie Vorzerkleinern, Mahlen, Mischen, Dosieren, Emulgieren oder Fördern: Die Produktionsprozesse von Nass-, Trocken- und Rohfutter sind längst kaum weniger anspruchsvoll als solche für menschliche Nahrung. Und natürlich brauchen auch Tierfutterwerke Pumpen – am besten solche, die hygienisch, leistungsstark und zuverlässig Produkte mit unterschiedlichsten Viskositäten und Feststoffgehalten fördern.

Alles für die Katz? Tierfutter war ein mögliches Anwendungsgebiet, das die Entwickler des Pumpenspezialisten Gea Hilge im Auge hatten, als es an die Konzeption der neuen Novatwin Schraubenspindelpumpe ging. Aber auch beim Handling von Milch und Milchprodukten, Getränken, Lebensmitteln, Pharmazeutika oder Körperpflegeprodukten und Haushaltsreinigern soll der selbstansaugende Pumpenneuzugang mit produktschonender Förderung, dauerhafter Zuverlässigkeit und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten überzeugen, hofft man am Gea-Hilge-Stammsitz in Bodenheim am Rhein.

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Die ganze Welt der Hygiene-Pumpen aus einer Hand

Für die Rheinland-Pfälzer Pumpenspezialisten ist die Novatwin aber viel mehr als „nur“ eine weitere Förderlösung im Portfolio, erklärt Stefan Andresen, Business Development Manager Hygienische Pumpen. Die „Neue“ im Programm soll Gea zum rundum-Anbieter für hygienische Förderlösungen machen. „Zusammen mit der bewährten Novalobe-Drehkolbenpumpe bauen wir unsere Kompetenz im Verdrängerpumpenbereich konsequent weiter aus“, so Andresen bei der Novatwin-Vorstellung. „Die unterschiedlichen Märkte fordern von uns Top-Pumpen mit einer hohen Flexibilität zur optimalen Anpassung an ihre individuellen Kundenbedürfnisse ein. Lösungen à la „one pump fits all“ sind da wenig zielführend und sind auch weder unsere Philosophie noch unser Anspruch.“

Wenn der Musketier-Wahlspruch „Einer für alle“ schon nicht für die Pumpen gilt, dann doch für das Gesamtunternehmen, ist sich Hanno Kussmann, Head of Business Line Hygienic Pumps, sicher. Waren Schraubenspindel-Pumpen bisher eine „Lücke“ im Hilge-Portfolio aus ein- und mehrstufigen Kreiselpumpen der Varipump- und Smartpump-Baureihen, ergänzt um die Drehkolbenpumpen Novalobe, rundet ab März 2020 die Novatwin als weitere Verdrängerpumpe das Hygienepumpen-Angebot sinnvoll ab, ist Kussmann überzeugt, der als erster Standortleiter in Bodenheim sinnbildlich für das Engagement am Pumpen-Epizentrum steht. Jetzt könne Gea Hilge wirklich als „Full-Line Supplier“ in Sachen Hygienepumpen auftreten und für jede Förderaufgabe eine passende Lösung anbieten.

Immerhin sind Gea-Hilge-Produkte für viele Anwender, insbesondere in der Lebensmittelindustrie erste Wahl – tatsächlich läuft ungefähr ein Viertel der verarbeiteten Milch und jeder zweite Liter Bier durch Gea-Anlagen. Damit ist Hilge eine perfekte Ergänzung für den Gea-Konzern, der sich selbst als einer der größten Systemanbieter für die nahrungsmittelverarbeitende Industrie versteht. Das Technologieunternehmen mit Sitz in Düsseldorf hatte 2015 Hilge vom damaligen Eigner Grundfos übernommen, ursprünglich mit dem Ziel die Fluidik-Tochter Gea Tuchenhagen in Büchel zu stärken. Jetzt soll Bodenheim zum Zentrum der Pumpenaktivitäten des Gesamtkonzern werden, bestätigt Kussmann. Teil der neuen Strategie ist auch eine stärkere Betonung des Traditionsnamens Hilge: „Wir sind von der Reputation überzeugt“ – so entstünden in Bodenheim schon seit über 150 Jahren hygienische Pumpen mit höchsten Standards.

Baukastenlösungen mit Premium-Anspruch

Mit Qualität und Serviceability punkten ist daher Kernbestandteil der Pumpen-Agenda. Um dem Wildwuchs bei den Gerätevarianten einzuhegen und trotzdem jedem Anwender eine Pumpenlösung nach Maß zu bieten, sollen zukünftige Baureihen noch stärker als bisher auf modularen Baukastenprinzipien aufsetzen. Mit dem „Adapta“ genannten Standard-Verbinder zwischen Pumpe und Motor sind erste Schritte in diese Richtung schon gemacht. Nicht nur, dass dieses Zwischenstück die Verwendung von Normmotoren für eine Vielzahl von Pumpentypen erlaubt, es ermöglicht auch den Tausch des Motors bei eingebauter Pumpe – eine Eigenschaft, die besonders Anwender in der Pharma-Branche mit ihren sterilen Prozessen begeistert. Damit – wie auch mit neuen Pumpenentwicklungen – will Gea in Zukunft nicht nur seine starke Stellung als Premiumanbieter der hygienischen Fluidiklösungen behaupten, sondern auch neue Märkte und Branchen als Kunden erschließen.

Die zusammen mit ITT Bornemann entwickelte Novatwin-Schraubenspindelpumpe ist ein Beispiel dieser Strategie, erlaubt sie doch das Pumpen von Milchprodukten wie Rahmfrischkäse, Butter, Joghurt (auch mit Fruchtstücken), Sauerrahm und Eiscreme, Zuckerlösungen, Schokolade, Saucen (auch mit Stückchen), Pasten, Ölen und Fetten, Fertigsalaten oder auch Tiernahrung. Arzneimittelhersteller können etwa Neutraceuticals, Blutprodukte, Impfstoffe, Enzyme und Zellkulturen schonend und nahezu pulsationsfrei fördern. Die neue Schraubenspindelpumpe soll als Teil der Varipump-Linie für hohe Flexibilität zur optimalen Anpassung an die individuellen Kundenbedürfnisse in 6 Baugrößen an den Markt gebracht werden, erklärten Firmensprecher. Der Systemdruck von 30 bar erlaubt zudem einen Einsatz bei Hochdruckanwendungen. Sie ermöglicht es, mit einer Pumpe sowohl empfindliche viskose Medien bei niedriger Drehzahl als auch Reinigungsmedien im CIP-Prozess bei bis zu 3.000 Umdrehungen pro Minute zu fördern – ein wichtiges Plus für Prozesse in Food und Pharma, da auf eine zusätzliche CIP-Pumpe verzichtet werden kann.

Hygienisch, sauber, leistungsstark: Neue Pumpen für neue Märkte

Gea entwickelt und produziert sein komplettes hygienisches Pumpenportfolio im Pumpenkompetenzzentrum in Bodenheim: die flexible Varipump-Linie genauso wie die eher standardisierte Smartpumps. Dazu kommen Produktionsstandorte für die lokalen Märkte und Services in der VR China, den USA und Indien. Auch im Cyberspace wollen die Pumpenspezialisten sich in Zukunft stärker mit digitalen Geschäftsmodellen und Services positionieren.

Ebenfalls neu im Varipump-Lineup ist die Hochdruckvariante des Hilge-Klassikers Hygia. Die Hygia H ist als Hochdruckpumpe ist für Systemdrücke bis 64 bar ausgelegt und kann etwa in Membranfiltrationsprozesse wie Umkehrosmose und Nanofiltration in der Molkerei-, Lebensmittel- und Getränkeproduktion zum Einsatz kommen. Dadurch, dass die neue Hochdruckvariante auf der bewährten Hygia aufsetzt (einer Pumpe die Gea selbst scherzhaft das „Schweizer Taschenmesser“ der Hygienepumpen nennt) können Anwender auf eine zuverlässige und erprobte Technologie vertrauen und ihre Ersatzteilhaltung reduzieren. Ebenfalls neu: Die einstufige, normalsaugende Kreiselpumpe TP in der Variante TPE für den Einsatz in Eindampferanlagen, bei der ein größerer Spalt zwischen Laufrad und Gehäuse ein Verblocken der Pumpe sicher verhindern soll ohne die Konstruktion unnötig kompliziert gegenüber der bewährten TP zu machen.

Event-Tipp der Redaktion

Das 18. Pumpen-Forum findet auch 2020 wieder im Rahmen der Förderprozessforen statt. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Eventseite. Unsere Bildergalerie zur letztjährigen Veranstaltung zeigt Impressionen der Förderprozessforen 2019.

Der beste Freund des Menschen - eine Pumpe?

Damit komplettiert Gea sein Pumpensortiment, das unter dem Namen Hilge längst auch die ehemaligen Tuchenhagen-Pumpen beinhaltet (bei Tuchenhagen in Büchen bündeln die Düsseldorfer indessen ihre Ventilkompetenzen). Ein Vollsortimentler als „One-Shop-Supplier“ – damit sollen auch die Hersteller von premium-Tierfutter überzeugt werden: „Wir bieten zum Beispiel für die Nassfutterproduktion ein komplettes Portfolio an Verdrängerpumpen. Diese Pumpen entsprechend selbstverständlich den vorgeschriebenen und gängigen Normen bei der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung. Dazu kommen höchste Hygienestandards. Und nicht zuletzt sind wir als Gea weltweit präsent und können auch global Service anbieten“, erklärt Andresen.

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