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Kontinuierliche Prozessführung und der Life Cylce Approach der FDA sowie der neue Validierungsgedanke sind eng miteinander verknüpft. Dieser Ansatz ist aber eigentlich gar nicht neu, so Mozzachio, wurde dies bereits in einer Guideline aus 1987 erwähnt. Interessanterweise ist der Goldstandard „Validierung mit drei Chargen“, der jahrzehntelang seine Gültigkeit hatte, von der FDA nie beabsichtigt gewesen, ergänzte Mozzachio. Man müsse sich von dieser Denkweise lösen. Ein kontinuierlicher Prozess, der 30 Tage läuft, würde nicht mit drei mal 30 Tagen validiert. Wichtig seien „Process Design, Process Qualification und Continued Process Verification”.
Probenahme ist kritischer Punkt
Es geht also viel mehr um das Verstehen von Zusammenhängen bei Qualitäts- und Prozessparametern, um die Bestätigung, dass Produkt und Prozess konsistent den Anforderungen entsprechen und um die Fortführung eines Monitorings, dass letztere weiterhin unter Kontrolle sind. Speziell für Konti-Prozesse nannte Alicia Mozzachio weitere Punkte, die zu bedenken sind, sowohl für Betreiber als auch für die FDA. So ist die Probenahme ein kritischer Punkt, muss doch sichergestellt sein, dass die Probe repräsentativ für die Charge ist, oder ob womöglich eine 100-Prozent-Kontrolle möglich ist.
Auch das Stichwort „Charge“ griff sie auf. Diese Einteilung kann durch Einführung eines kontinuierlichen Prozesses nicht entfallen. Für die Definitionen von ‚lot’ und ‚batch’ nannte Mozzachio Stellen aus dem CFR 210, der von Industrie und Behörde viel weniger Beachtung findet, als der CFR 211 (21 CFR 210.3 (b)(2) und 21 CFR 210.3 (b)(10). Wichtig ist die Chargen-Einteilung von Produkt in Mengen gleicher Qualität, um den Forderungen aus 21 CFR 211.165(a), 21 CFR 211.192, 21 CFR 211.188 und 21 CFR 211.150(b) zu entsprechen.
So ist weiterhin eine Chargendokumentation gefordert und Abweichungsuntersuchungen müssen möglicherweise auf weitere Chargen ausgedehnt werden und bei Rückrufen müssen Chargennummern genannt werden können. Wie diese Einteilung in Chargen erfolgt, ist hierbei dem Betreiber überlassen. Dies kann zeitlich erfolgen, also eine festgelegte Zeitdauer oder eine Schicht oder durch Mengen definiert sein, sowohl beim Stoffeintrag als auch beim Stoffaustrag.
Änderungen beim Pharmawasser
Dr. Bevilacqua gab in seinem Vortrag eine globale Übersicht über kommende Änderungen in den wichtigsten Arzneibüchern in Europa, den USA und Japan, sowie über den aktuellen Stand der Arzneibücher in Indien und China. In den USA wird die Online-Leitfähigkeitsmessung noch weiter forciert. So wird im Kapitel <645> nun explizit auf die Nachteile der Offline-Messung hingewiesen. Gleiches gilt für die TOC-Messung. Für den Grenzwert der Leitfähigkeit für steriles Wasser in Behältnissen < 10 ml ist eine Eingrenzung auf <= 5 µS/cm im Gespräch.
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