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Kraftstoffe aus Restbiomasse

KIT nimmt Pilotanlage in Betrieb

| Redakteur: Manja Wühr

Mit Bioliq hat das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) einen Prozess entwickelt, um aus Restbiomasse großtechnisch Kraftstoffe zu produzieren. Nun haben die Karlsruher die Pilotanlage über die komplette Prozesskette in Betrieb genommen.

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Entnahme einer Probe aus der Syntheseanlage: Professor Jörg Sauer, Sprecher desBioliq-Projekts (rechts) mit dem Betriebsleiter der Syntheseanlage, Ulrich Galla (links)und Daniel Richter (Mitte).
Entnahme einer Probe aus der Syntheseanlage: Professor Jörg Sauer, Sprecher desBioliq-Projekts (rechts) mit dem Betriebsleiter der Syntheseanlage, Ulrich Galla (links)und Daniel Richter (Mitte).
(Bild: Dr. Thomas Zevac/KIT )

Karlsruhe — Die bioliq-Pilotanlage am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) läuft nun über die gesamte Prozesskette. Alle Stufen des Verfahrens sind nun miteinander verbunden: Schnellpyrolyse, Hochdruck-Flugstromvergasung, Heißgasreinigung und Synthese. Durch bioliq wird Restbiomasse in umweltfreundliche und motorenverträgliche synthetische Kraftstoffe umgewandelt.

„Dies ist ein weiterer wichtiger Baustein für den Erfolg der Energiewende“, sagte der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka bei der heutigen feierlichen Inbetriebsetzung der Anlage. Das KIT hat das von Bund, Land und EU geförderte Pilotprojekt mit mehreren Industriepartnern verwirklicht; die Gesamtinvestition beträgt 64 Millionen Euro.

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Industrietaugliches Verfahren

Die Pilotanlage produziert Benzin von hoher Qualität – umweltfreundlich und voll kompatibel zu herkömmlichem Benzin. Der Output beträgt rund eine Tonne Kraftstoff pro Tag. Grundsätzlich lassen sich nach dem Bioliq-Konzept auch Kraftstoffe für Dieselmotoren und Flugzeuge herstellen. Da der Prozess auf Stroh und andere biogene Reststoffe zurückgreift, die keine zusätzlichen Anbauflächen beanspruchen, konkurriert er nicht mit der Nahrungs- und Futtermittelproduktion.

„Biomasse hat als erneuerbare Energie eine essenzielle Bedeutung für die Energiewende“, sagte der KIT-Präsident Professor Holger Hanselka. „Mit Bioliq verfügen wir nun über ein nachhaltiges und industrietaugliches Verfahren zur effektiven Nutzung von Reststoffen aus der Land- und Forstwirtschaft. Die Pilotanlage am KIT produziert nicht nur hochwertige Kraftstoffe, sondern bietet auch eine hervorragende Forschungsplattform zur Entwicklung neuer Technologien und Produkte.“

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