Wasserstoff aus Ölfeldern Kanadisches Energieunternehmen fördert C02-neutralen Wasserstoff aus alten Ölfeldern

Redakteur: MA Alexander Stark

Das junge kanadische Öl- und Gasunternehmen Proton Technologies hat damit begonnen, Wasserstoff aus einem Ölfeld zu gewinnen. Mit dem ersten Abtransport des komprimierten Gases hat das Unternehmen nun begonnen, ehrgeizige Ziele in die Tat umzusetzen.

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Teammitglieder von Proton Technologies Canada posieren vor einem neuen Röhrenauflieger.
Teammitglieder von Proton Technologies Canada posieren vor einem neuen Röhrenauflieger.
(Bild: Business Wire)

Calgary/Alberta, Kanada — Bis 2040 will Proton Technologies zehn Prozent des gesamten Energiebedarfs der Menschheit decken. Ausgehend von einer 50-jährigen Produktionszeit sind nach den Berechnungen des Unternehmens hierfür beinahe zehn Prozent der kanadischen Ölressourcen erforderlich sein. Ein Teil soll auch aus der Nordsee stammen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Proton Technologies Lizenzen in über 20 Ländern verkauft. „Wir planen, so schnell wie möglich zu skalieren und zu wachsen. Gleichzeitig wollen wir eine Senkung der Energiepreise bewirken und unsere Gewinne optimieren“, erläuterte Grant Strem, Chairman und CEO. Mit der Skalierung des Prozesses sollen Kosten von unter 0,2 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erreicht werden.

Wenn Ölfelder aufgegeben werden, befindet sich ein großer Teil des Öls in der Regel noch im Boden. Bei dem von Proton eingesetzten Prozess werden Sauerstoff und Kohlenwasserstoff in alte Ölfelder eingetragen. Durch die dadurch in Gang gesetzte Reaktion entsteht Wasserstoff im Ölfeld. Die Einleitung von ionenreichen Gasströmen wandelt Kohlenwasserstoff in Karbonat um und erzeugt zusätzlichen Wasserstoff, während der Kohlenstoff im Boden verbleibt. „Unser Wasserstoff sollte letztlich eine Kohlenstoffintensität von weit unter null aufweisen, da wir riesige Mengen an Kohlenwasserstoff mit Sauerstoff eintragen können“, führt Stem aus und Proton-COO Seta Afshordi ergänzt: „Große, alte Ölfelder befinden sich in der Regel in der Nähe umfangreicher Infrastrukturen wie Bohrlöcher, Stromleitungen, Straßen, Städte und Pipelines, sodass wir im Gegensatz zu zahlreichen Alternativen neue Umweltbelastungen und Kosten vermeiden können“.

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