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Unternehmensgründung

Joint Venture von Samson und Krohne entwickelt intelligenten Prozessknoten

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Das könnte den Markt verändern: Samson und Krohne gründen ein gemeinsames Unternehmen. Das 50:50 Joint Venture heißt Focus-On und soll zunächst einem neuen intelligenten Prozessknoten, der Ventilfunktion mit Durchfluss, Druck und Temperaturmessung integriert, zum Marktdurchbruch verhelfen.

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Gemeinsamer Auftritt der CEOs: Stephan Neuburger (Krohne, li.) und Dr. Andreas Widl (Samson, re.) vor dem enthüllten Focus-On.
Gemeinsamer Auftritt der CEOs: Stephan Neuburger (Krohne, li.) und Dr. Andreas Widl (Samson, re.) vor dem enthüllten Focus-On.
(Bild: Geipel-Kern)

Würzburg – Krohne und Samson hatten zur gemeinsamen Pressekonferenz geladen und die gesamte Führungscrew aufgeboten. Im Vorfeld: ein großes Geheimnis um die angekündigte Neuheit und Moderator Thomas Tauchnitz, ehemals Sanofi-Aventis und Namur-Vorstandsmitglied, jetzt Consultant in Sachen Digitalisierung, setzte noch eins drauf. „Das was wir heute sehen wird die Fließbilder verändern.“

Dann ging die Show los. Zunächst Auftritt der CEOs Dr. Andreas Widl von Samson und Stephan Neuburger, Krohne. Beide hoben die Gemeinsamkeiten der beiden Mittelständler hervor. Samson und Krone hätten nicht nur einen ähnlich Kundenkreis, auch die Produkte passten zusammen, betonte Neuburger. Aber nicht nur Produkte müssten zusammenpassen sondern auch Kulturen, Personen und Vertrauen.

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Vertrauen werde auch die Basis der Kooperation sein. Man habe Ideen zusammengeführt, die besten Leute daran gesetzt und in nur neun Monaten Focus-On entwickelt: ein intelligenter Prozessknoten mit adaptiver Regelung, der Sensorik, Aktorik und Regelung integriert.

Das Modul messe den Durchfluss in einer Rohrleitung und regele seine Ventilfunktion eigenständig entsprechend der vorgegebenen Sollwerte. Dadurch werde die Anlagenverfügbarkeit erhöht und in Zukunft könne auch die Anlagenkomplexität verringert werden. Dazu müsse man sich allerdings deutlich früher in den Engineering-Workflow einklinken, sagte Samson CTO Dr. Thomas Steckenreiter . Durch die integrierte Messsensorik für Durchfluss, Temperatur und Druck soll das Gerät z.B. Kavitation erkennen und vorhersagen. Besonders für Skid-Hersteller sei das Konzept interessant, da damit Platz und Engineering-Aufwand eingespart werden könne.

Zukunftsvision autonome Fabrik

Dem Konzept trauen die Beteiligten Großes zu. Das verdeutlichte die von Samson CTO Steckenreiter und Krohne CTO Dr. Attila Bilgic gemeinsam vorgetragene Zukunftsvision von einer autonomen Fabrik auf Basis des autonomen Prozessknotens.

Die, wie Widl betonte „Kooperation auf Augenhöhe“, mündet vorläufig in einem gemeinsamen Unternehmen. Das 50:50 Joint Venture agiert von Dordrecht in den Niederlanden aus und wird von André Boer (Krohne) und Kavreet Bhangu (Samson) geführt. Ziel sei jetzt erst einmal dem neuen Konzept zum Marktdurchbruch zu verhelfen und die konservative Branche von der neuen Architektur zu überzeugen. Fünf Testkunden gäbe es bereits, sagte Neuburger. Die Ex-Zertifikate werden im nächsten halben Jahr erwartet.

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