Betriebssicherheitsverordnung IT-System und Datenbank unterstützen bei der Einhaltung von Prüffristen

Autor / Redakteur: Thomas Eulert / Anke Geipel-Kern

Ein IT-System erleichtert bei Großanlagen die Koordination von Prüfungen und die Einhaltung von Prüffristen nach der Betriebssicherheitsverordnung. TÜV Süd Industrie Service hat dazu eine Datenbank entwickelt und ein über das Internet abrufbares virtuelles Prüfbuch.

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Zu den im Prüfbericht dokumentierten technischen Objekten zählen Anlagen und Anlagenteile sowie Arbeitsmittel aller Art wie Druckbehälter, Sicherheitseinrichtungen, Tankanlagen, Hebezeuge, Kräne, Rohr- und Schlauchleitungen. Die Abbildung zeigt einen Screenshot des virtuellen Prüfbuchs.
Zu den im Prüfbericht dokumentierten technischen Objekten zählen Anlagen und Anlagenteile sowie Arbeitsmittel aller Art wie Druckbehälter, Sicherheitseinrichtungen, Tankanlagen, Hebezeuge, Kräne, Rohr- und Schlauchleitungen. Die Abbildung zeigt einen Screenshot des virtuellen Prüfbuchs.
( Bild: TÜV Süd )

Bei einem großen Produktionsbetrieb fallen mehrere Hundert Teilprüfungen zur Sicherstellung der Anlagenverfügbarkeit im Jahr an. TÜV Süd verwaltet allein bei den Schlüsselkunden über 150 000 Stammdaten technischer Objekte, rund 450 000 Prüfbefunde, über 590 000 Einzelprüfungen und rund 1,5 Millionen Merkmalsbewertungen. Bei dieser Komplexität fallen beträchtliche Datenmengen an, die es nicht nur zu dokumentieren, sondern auch zu verwalten und auszuwerten gilt. Erschwerend kommt hinzu, dass die technischen Objekte in vielen Betrieben unabhängig voneinander geprüft, gewartet und Instand gesetzt werden müssen. Dabei können Prüftermine schnell aus dem Blickfeld geraten.

Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen fordern den Betreiber besonders. Hier ist eine Kontrolle von Funktionen, die alle elektrischen und nichtelektrischen Komponenten erfasst, oftmals nur nach der vollständigen Installation möglich. Wartung und Instandsetzung sowie eine eventuell notwendige Modernisierung nach dem Stand der Technik erfordern eine präzise Koordination und ein lückenloses Anlagen-Management. Nur so können Sicherheits- und Ausfallrisiken reduziert werden, was die Wirtschaftlichkeit der Anlage steigert.

Effizientes Prüffristenmanagement

Um den Überblick zu behalten, sollte ein IT-System implementiert sein, das den kompletten Betriebszustand sowie die Prüfvorschriften, -fristen und -inhalte dokumentiert. So können unvorhergesehene Anlagenstillstände durch effizientes Prüffristenmanagement kompensiert werden, in dem Prüfungen benachbarter Bauteile vorgezogen und gegebenenfalls harmonisiert werden. Die lückenlose, jederzeit nachvollziehbare, rechtssichere Dokumentation der technischen Objekte ist das Ziel. Darunter fällt die gesamte Prüfungshistorie, mit Informationen über wesentliche Nutzungsänderungen, der Beseitigung von Mängeln usw.

Die Vernetzung von Informationen und die ganzheitliche Betrachtung über die in kontinuierlicher Wechselwirkung befindlichen technischen Objekte ist Voraussetzung für eine optimale Termingestaltung der Prüfungen. Die von TÜV Süd entwickelte relationale Datenbank SITAM unterstützt die Steuerung von Objektdaten, zeitkritischen Prozessabläufen, Verfahren und Maßnahmenplänen.

Die dezentrale Datenpflege für einen optimierten Informationsfluss ermöglicht das über das Internet abrufbare virtuelle Prüfbuch netDocX. Der Standard-Zugang wird autorisierten Nutzern ohne Systemvoraussetzungen eingerichtet. Ihnen eröffnet das Programm den Zugriff auf sämtliche Prüfberichte ihrer Anlagen. Über das Prüfbuch entsteht ein elektronisches Archiv mit der vollständigen Prüfungshistorie aller Anlagen. Mithilfe der zentralen Datenbank werden Fristen abgebildet und Mängel lassen sich rechtzeitig beseitigen. Außerdem können zu jeder Anlage technische Unterlagen wie Betriebsanleitungen hinterlegt werden.

Der Autor ist Prüfsachverständiger der TÜV Süd Industrie Service GmbH, Abteilung Elektro- und Gebäudetechnik.

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