Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie Investoren für Dyneon in Gendorf und Domo in Premnitz gefunden

Von Wolfgang Ernhofer 11 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

13.05.2026

Darmstadt (dpa) *09:01 Uhr – Merck rechnet nach gutem Jahresstart mit mehr

Der Darmstädter Merck-Konzern hat zum Jahresstart negativen Wechselkurseffekten und Umsatzrückgängen bei wichtigen Medikamenten getrotzt. «Auf Grundlage unserer Leistung im ersten Quartal und der aktuellen Marktbedingungen heben wir unsere Finanzprognose für das Gesamtjahr 2026 an», sagte der neue Konzernchef Kai Beckmann laut Mitteilung. Der Manager hatte das Ruder Anfang Mai von Belen Garijo übernommen, die an die Spitze des französischen Pharmakonzerns Sanofi gewechselt ist.

Das Management erwartet nun für 2026 einen Umsatz in der Bandbreite von 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro. Zuvor standen 20,0 bis 21,1 Milliarden Euro im Plan. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei 5,7 bis 6,1 Milliarden Euro herauskommen, statt wie zuvor geplant bei 5,5 bis 6,0 Milliarden.

Im ersten Quartal war Mercks Umsatz um 2,8 Prozent auf gut 5,1 Milliarden Euro zurückgegangen, das hatte seinen Grund auch in ungünstigen Wechselkursen. Organisch wuchs der Erlös um 2,9 Prozent.

Das operative Ergebnis lag mit 1,53 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Analysten hatten hier mit einem größeren Rückgang gerechnet. Dabei profitierte der Laborzulieferer und Pharma- und Technologiehersteller auch von einem positiven Einmaleffekt in der Elektroniksparte. Unter dem Strich ging der Gewinn aber um gut 9 Prozent auf 669 Millionen Euro zurück.

12.05.2026

Gendorf (stmwi) – Aiwanger: „Arbeitsplätze im Chemiedreieck bleiben erhalten – ein starkes Signal für die Region“

Die Arbeitsplätze bei der Firma Dyneon im Chemiepark Gendorf bleiben erhalten, ebenso die Weiterproduktion von Fluorpolymeren. Der amerikanische Mutterkonzern 3M hat das Unternehmen an die schweizerische Capmont Group AG verkauft. Für Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger ist das ein lang erwarteter Lichtblick nach schlechten Nachrichten für die Chemieindustrie. Aiwanger betont: "Ich bin erleichtert, dass mit der Dyneon die Weiterproduktion von Fluorpolymeren und damit die Arbeitsplätze im Chemiedreieck erhalten bleiben. Das stärkt nicht nur den Chemiepark, sondern den gesamten Landkreis. Dadurch wird eine noch stärkere Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten, zum Beispiel aus Asien, verhindert. Grundstoffproduktion im Land stärkt die Widerstandskraft der gesamten europäischen Industrie", so Aiwanger. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat sich in den vergangenen Jahren intensiv für den Verkauf von Dyneon und die Weiterproduktion von Fluorpolymeren sowie den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt. Laut 3M ist die Vereinbarung über den Verkauf nun erfolgreich abgeschlossen worden.

Premnitz/Leuna (dpa) *18:32 Uhr – Insolvenzverwalter: Investor für Domo in Premnitz gefunden

Für den insolventen brandenburgischen Kunststoff-Veredler Domo Engineering Plastics ist ein neuer Investor gefunden. Der Standort in Premnitz (Kreis Havelland) sowie 50 Arbeitsplätze blieben erhalten, teilte der Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit. Er habe sich mit einem Investor auf die Übernahme des Geschäftsbetriebs geeinigt. 20 Beschäftigte in Premnitz werden demnach aber nicht übernommen.

Domo in Premnitz ist eine Tochterfirma des belgischen Chemieunternehmens Domo-Chemicals. Zwei andere Domo-Töchter mit Sitz im sachsen-anhaltischen Leuna wurden bereits von einer neu gegründeten Gesellschaft übernommen.

Insolvenzverwalter Flöther teilte mit, nun habe auch der Standort Premnitz wieder eine Perspektive außerhalb der Insolvenz. Hinter dem Käufer stehe der branchenerfahrene und international ausgerichtete Investor Lone Star Funds. Er übernehme auch weitere Teile der weltweit tätigen Domo-Gruppe, so Flöther. «Bezüglich der 20 Beschäftigen, die nicht Teil der Investorenlösung sind, wurde mit dem Betriebsrat ein Interessenausgleich mit Sozialplan abgeschlossen.»

Die Domo Engineering Plastics in Premnitz veredelt spezielle technische Kunststoffe (Polyamid 6) mit hoher Festigkeit. Sie werden in der Automobil-, Elektro- und Konsumgüterindustrie eingesetzt.

Leuna (dpa/sa) *17:04 Uhr – Bioraffinerie Leuna soll 2027 volle Kapazität erreichen

Die Bioraffinerie in Leuna soll im Lauf des kommenden Jahres ihre volle Produktionskapazität erreichen. «Nachdem Ende 2025 bereits die ersten kommerziellen Lieferungen von Industriezucker erfolgten, soll in den kommenden Wochen die Produktion von erneuerbaren funktionellen Füllstoffen beginnen, die in verschiedenen Gummi- und Plastikapplikationen eingesetzt werden», teilte das Umweltministerium in Magdeburg mit.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Der finnische Konzern UPM investierte in die Raffinerie im Chemiepark Leuna 1,3 Milliarden Euro. Hier werden Biochemikalien aus Hartholz hergestellt und ersetzen fossile Rohstoffe. «Innovative Biochemikalien sind ein echter Gamechanger», sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider, der mit Landesumweltminister Armin Willingmann (SPD) die Anlage besuchte. «Wenn aus Holz neue Verpackungen, Klebstoffe oder Textilien entstehen, dann spart das Plastik und hilft dem Klima.» Willingmann sprach von der Bioraffinerie als «Leuchtturm der Bioökonomie», der den Chemiestandort Leuna stärke.

11.05.2026

Landshut (dpa/lby) *17:19 Uhr – Chemikalie tritt bei Staatsanwaltschaft aus – Verletzte

Nach dem Austritt einer Chemikalie sind Teile eines Gebäudes der Staatsanwaltschaft Landshut geräumt worden. Vier Menschen wurden durch den Stoff verletzt und mussten im Krankenhaus behandelt werden, wie die Polizei mitteilte. Am Nachmittag hatten sie die Klinik aber schon wieder verlassen. Eine Gefahr für weitere Mitarbeiter oder Anwohner habe nicht bestanden.

Laut Feuerwehr waren etwa 100 Feuerwehrleute vor Ort - teils in Spezialanzügen. «Die Einsatzkräfte konnten den Gefahrstoff im Gebäude auffangen und diesen in speziellen Behältnissen sicher aus dem Gebäude ins Freie verbringen», teilte die Polizei mit. «Dieser wird nun fachgerecht untersucht und entsorgt.» Um welchen Stoff es sich handelte, war zunächst unklar.

Untersuchungen der Polizeiinspektion Landshut und der Fachkräfte für Gefahrgut der Verkehrspolizeiinspektion Deggendorf ergaben, dass die Chemikalie nach ersten Hinweisen beim Entsorgen beschlagnahmter Gegenstände ausgetreten war.

Ludwigshafen (dpa/lrs) *13:48 Uhr – BASF nimmt neue Anlage in Ludwigshafen in Betrieb

Die BASF hat eine neue Fermentationsanlage für biologische Pflanzenschutzprodukte in Ludwigshafen in Betrieb genommen. Die BioHub genannte Anlage solle biologische Fungizide und Produkte zur biologischen Saatgutbehandlung herstellen, teilte das Unternehmen mit.

«Im BioHub wandeln Mikroorganismen nachwachsende Rohstoffe wie etwa Glukose in die gewünschten Produkte um - ein Prozess, der als Fermentation bekannt ist.» Mit der Investition im hohen zweistelligen Millionen-Bereich stärke das Unternehmen das Portfolio biologischer Innovationen, hieß es. Die eigene Fermentationsanlage erhöhe die Produktionsflexibilität und Widerstandsfähigkeit der Lieferketten.

Schwedt (dpa) *11:56 Uhr – Reiche: Bund verlängert Garantie für Raffinerie Schwedt

Der Bund verlängert die Beschäftigungsgarantie für die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt um ein halbes Jahr ab Juli. «Mit der Verlängerung der Beschäftigungsgarantie geben wir Perspektive und Sicherheit», sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollen Schwedt langfristig stärken, industrielle Wertschöpfung sichern und neue Perspektiven für die Region schaffen.»

Reiche besucht die Raffinerie heute. «Schwedt steht für industrielle Stärke, Versorgungssicherheit und den Zusammenhalt einer ganzen Region», betonte sie. Gerade in geopolitisch schwierigen Zeiten zeige sich, wie wichtig leistungsfähige industrielle Standorte für Deutschland seien.

«Die Beschäftigten der PCK leisten täglich einen entscheidenden Beitrag dazu, die Energieversorgung im Nordosten Deutschlands sicherzustellen - unter Bedingungen, die weiterhin herausfordernd bleiben. Deshalb ist klar: Bund und Land stehen an der Seite des Standorts», so die Wirtschaftsministerin.

Die Sorgen um die Zukunft der Raffinerie bei den rund 1.200 Beschäftigten sind groß. Die Anlage versorgt weite Teile des Nordostens Deutschlands und Berlins mit Sprit, Heizöl und Kerosin.

(ID:50833071)