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Im Gespräch mit Bilfinger-CEO Tom Blades

Influencer in der Instandhaltung: So will Bilfinger digital werden

| Redakteur: Dominik Stephan

„Früher bauten wir 
Brücken aus Zement, heute bauen wir digitale Brücken“ – Bilfinger-CEO Tom Blades.
„Früher bauten wir 
Brücken aus Zement, heute bauen wir digitale Brücken“ – Bilfinger-CEO Tom Blades. (Bild: PROCESS)

Vom Baukonzern zum App-Entwickler: Der Industriedienstleister Bilfinger setzt auf digitale Lösungen von der Daten-Analyse zum Video-Content, die Anlagenbetreibern realen Mehrwert schaffen sollen.

Geht es CEO Tom Blades, sollen auch im Instandhaltungs- und Turnaround-Geschäft Algorithmen, Apps und selbstlernende Systeme so selbstverständlich wie Schneidbrenner und Schraubenschlüssel werden. Für diesen Wandel sieht Blades sein Unternehmen durchaus gut aufgestellt – dank der einzigartigen Nähe zu Kundenanlagen und Prozessen.

Schon 2017 hatte die Konzernführung in Mannheim zum Sturm auf die Datenpools geblasen. Doch was steckt hinter der Vision vom digitalen Instandhalter? Vor allem die Möglichkeit, vorhandene Prozessparameter und Messwerte als Kristallkugel für die vorausschauende Instandhaltung zu nutzen – doch das sei erst der Anfang, betont Blades in Frankfurt: „Unsere Kunden in der Prozessindustrie haben Ihre Leitsysteme und IT-Plattformen – jetzt merken sie, da müsse drin sein, wenn man die Datenpools verbindet“, ist sich Blades sicher.

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Dabei soll die smarte Anlage zur lernenden Anlage werden – und so echte Intelligenz schaffen, erklärt der Manager. Von der Beschreibung, was ist, zu dem was sein kann – und wird. Predictive Maintenance also, aber eines, das wie Blades sagt, dem Betreiber gleich mögliche Handlungsoptionen aufzeigt. Von smart zu intelligent.

Digitaler Zwilling, echter Mehrwert

Derartige Ansätze, wie sie im Maschinenbau, der Automobilindustrie oder dem Finanzsektor schon Realität sind, seien in der Prozessbranche noch echte Visionen. Immerhin reicht es hier nicht aus, programmieren zu können. Man müsse den Prozess verstehen, die Anlage kennen und den Unterschied zwischen einem lediglich funktionierenden Verfahren und einer Produktion auf höchstem Niveau begreifen, erklärt der Bilfinger CEO.

Genau da soll nach Blades die Expertise als Industriedienstleister ins Spiel kommen: „Wir als Bilfinger sind ja bereits in der Anlage – wir haben 20. 000 Monteure und nochmal 8. 000 Ingenieure. Wir sind mitten drin. Wir kennen die Anlagen – manche seit über 70 Jahren“, gibt sich der Manager selbstbewusst. Referenzprojekte zeigen, dass die Mannheimer nicht nur „darüber reden“, sondern schon heute mit digitalen Ansätzen echten Mehrwert schaffen können.

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Dass die Datencloud kein Luftschloss wird, zeigen schon heute digitale Produkte und Prozesse, die Bilfinger auf die Achema mitgebracht hat. So etwa das Programm PID-Graph, dass mit künstlicher Intelligenz hilft, aus handgezeichneten R&I-Schemata automatisch einen digitalen Anlagenzwilling zu erstellen und so Kostensenkungen bis zu 50 % zu ermöglichen, das Maintenance Radar genannte Dashboard zur Potenzialanalyse oder Industrial Tube – eine Video-Plattform für E-Learning-Inhalte mit Assistenz-Funktion.

Ob die Industriedienstelister so zum Digitalen Instandhaltungs-Influencer werden? Was die Möglichkeiten der digitalen Anlage angeht, sei man jedenfalls noch „ganz am Anfang“ so Blades. Auch bekannte Anlagen und Prozesse böten so noch selbst erfahrenen Ingenieuren Überraschungen. Und „die Möglichkeiten, die durch die Vernetzung der Datenpools entstehen, und das dadurch mögliche Wissen und Voraussagen, steigen exponentiell.“

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