Klimaschutz im Luftverkehr Industriepark Höchst wird zum Innovationshub für CO2-neutrale Kraftstoffe

Redakteur: MA Alexander Stark

Vor einem Jahr hat Hessen das Kompetenzzentrum für Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr ins Leben gerufen. Nun wurden am Industriepark Höchst die geplanten Entwicklungen vorgestellt, die mit einer Power-to-Liquid-Anlage für alternative Kraftstoffe und einem Power-and-Biogas-to-Liquid-Verfahren beginnen sollen.

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Im Industriepark Höchst werden mit dem Bau einer Pilotanlage zur Herstellung von synthetischem Kerosin wichtige Erfahrungen gesammelt, um alternative Kraftstoffe zu entwickeln.
Im Industriepark Höchst werden mit dem Bau einer Pilotanlage zur Herstellung von synthetischem Kerosin wichtige Erfahrungen gesammelt, um alternative Kraftstoffe zu entwickeln.
(Bild: Infraserv Höchst)

Frankfurt am Main – Bis zum Beginn der Corona-Pandemie sind die CO2-Emissionen im Luftverkehr stetig angestiegen. Um für CO2-Einsparungen im Luftverkehr zu sorgen, setzt Hessen bei dem Zukunftsthema Power-to-Liquid jetzt vor allem auf synthetisches Kerosin. So plant Ineratec im Industriepark Höchst den Bau einer Power-to-Liquid Pionier-Anlage, die ab 2022 bis zu 4,6 Millionen Liter/Jahr alternative, CO2-neutrale Kraftstoffe produzieren soll. Das Unternehmen Caphenia entwickelt zudem ein innovatives Power-and-Biogas-to-Liquid-Verfahren (PBtL) zur Herstellung von erneuerbaren Kraftstoffen und Grundchemikalien. Im Industriepark Höchst werden mit dem Bau einer Pilotanlage zur Herstellung von synthetischem Kerosin wichtige Erfahrungen gesammelt, um alternative Kraftstoffe zu entwickeln.

Bereits Ende 2018 wurde im hessischen Koalitionsvertrag vereinbart, den Bau einer Pilotanlage für synthetisches Kerosin voranzutreiben, um erste wichtige Erfahrungen für die Kraftstoffwende vor allem im Luftverkehr zu ermöglichen. Seitdem wird intensiv daran gearbeitet, nicht nur die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, sondern auch die bundesweite Vernetzung bei dieser neuen Technologie voranzubringen und dabei für die guten Standortvoraussetzungen in Hessen zu werben.

Seit der Gründung des Kompetenzzentrums für Klima- und Lärmschutz im Luftverkehr vor einem Jahr, hat das Thema eine starke Dynamik entwickelt. Die EU und die Bundesregierung arbeiten an regulatorischen Rahmenbedingungen. Der Bund hat zudem umfangreiche Fördermittel für alternative Kraftstoffe und die Herstellung von „grünem“ Wasserstoff als wichtiges Eingangsprodukt für „Power-to-Liquid“-Kraftstoffe im Bundeshaushalt verankert. Parallel wird von Bund, Wirtschaft und Ländern eine Roadmap „Power-to-Liquid“ erarbeitet, an der Hessen maßgeblich beteiligt ist. Das Land Hessen hat darüber hinaus das Ziel, ein Wasserstofftechnologie-Zentrum nach Hessen zu holen. Gemeinsam mit der Landesenergieagentur (LEA) sowie der Hessen Trade and Invest unterstützt das Verkehrsministerium die Bewerbung eines Konsortiums aus Industrie, Forschung und Wirtschaftsförderung für ein solches Zentrum am Standort Frankfurt-Höchst.

Ineratec wurde aus dem Karlsruhe Institute of Technology gegründet. Es entwickelt, baut und betreibt Anlagen, die in modularem Aufbau synthetische Kraftstoffe und Wachse mittels des Fischer-Tropsch Verfahrens herstellen. Es plant derzeit die weltweit größte Anlage für PTL im Industriepark Höchst in Frankfurt.

Caphenia entwickelt mit dem Power-and-Biogas-to-Liquid-Verfahren ein innovatives Verfahren zur Herstellung von erneuerbaren Kraftstoffen und Grundchemikalien. Als Ausgangsstoffe dienen Biomethan, CO2, Wasser sowie Strom aus erneuerbaren Energien. Die erste Pilotanlage für diese Technologie wird ebenfalls im Industriepark Höchst in Frankfurt entstehen.

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