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Personalführung Industrie 4.0 gelingt nur mit aktivem Personalmanagement

| Autor / Redakteur: Michael Faller / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Der Wandel zur Industrie 4.0 wird von vielen Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau vor allem als technische Herausforderung begriffen. Unterschätzt werden die enormen Konsequenzen, die Vernetzung und Digitalisierung für die Arbeitswelt und damit die Anforderungen an das Personalmanagement haben.

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In der vernetzten Produktion lastet auf den Beschäftigten ein hoher Druck, der von den Unternehmen abgefedert werden muss.
In der vernetzten Produktion lastet auf den Beschäftigten ein hoher Druck, der von den Unternehmen abgefedert werden muss.
( © alphaspirit - Fotolia)

In der Industrie 4.0 erreicht die Automatisierung der Produktion eine neue Qualität: Digitalisierung und Vernetzung ermöglichen die Verkettung bislang getrennter Wertschöpfungsprozesse zu einem übergreifenden System, das in der letzten Ausbaustufe vom Endverbraucher bis zum Rohstofflieferanten reicht. Da die Prozesse innerhalb dieses Systems weitgehend autonom ablaufen sollen, wird die Industrie 4.0 auch zu einer Arbeitswelt 4.0 führen. Zwar macht auch die vierte industrielle Revolution die Arbeitskraft nicht überflüssig – einer Fraunhofer-Studie zufolge rechnet kaum ein Unternehmen mit künftig menschenleeren Fabriken. Die Arbeit in der Smart Factory wird jedoch flexibler und weniger planbar sein als heute. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Beschäftigten. Sie tragen mehr Verantwortung, haben aber weniger zu entscheiden, weil viele Handlungsparameter vom vernetzten System vorgegeben werden.

Soft Skills werden noch wichtiger

Um in der Arbeitswelt 4.0 zurecht zu kommen, brauchen Fach- und Führungskräfte mehr und stärker ausgeprägte Soft Skills als heute. Bei den meisten Betrieben hat sich diese Erkenntnis aber noch nicht durchgesetzt, wie aus einer Untersuchung der Baumann Unternehmensberatung hervor geht. Die befragten Personaler aus der Maschinen- und Anlagenbaubranche erwarten von der Fachkraft für die Industrie 4.0 nämlich vor allem Flexibilität, IT-Kenntnisse, eine ausgeprägte Lernbereitschaft sowie allgemein eine hohe fachliche Qualifikation (siehe Grafik).

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Deutlich seltener nennen die Personaler Merkmale wie Stressresistenz oder Teamfähigkeit. Einen Bedeutungszuwachs sozialer Kompetenzen sieht lediglich einer von hundert Befragten. Damit blenden viele Personaler ausgerechnet die Eigenschaften aus, die für eine erfolgreiche Umsetzung von Industrie 4.0-Konzepten wesentlich sind. Dies trifft erst recht auf die gut 20 % der Personalverantwortlichen aus dem Bereich Maschinenbau zu, die gar kein Anforderungsprofil für die Fachkräfte von morgen formulieren können.

Betriebe müssen Arbeit neu organisieren

Die Industrie 4.0 stellt aber nicht nur veränderte Anforderungen an die Soft Skills der Arbeitnehmer, sondern auch an die Arbeitsorganisation. Die Smart Factory kennt keine festen Produktionszeiten und -mengen mehr, sondern passt die Laufzeiten der Maschinen an den Bedarf beziehungsweise die Kapazitäten des Netzwerks an. Dies schlägt sich auch im Personalbedarf nieder. Das Fraunhofer-Institut ermittelte, dass bei 60 % der Unternehmen die Belegschaftsstärke künftig innerhalb eines einzigen Arbeitstages schwanken wird – derzeit ist dies nur bei rund jedem zehnten Betrieb der Fall.

Die Flexibilisierung der Produktion zwingt übrigens auch die Maschinen- und Anlagenbaubetriebe zu einer Auseinandersetzung mit der Industrie 4.0, die bislang einen Bogen um das Thema geschlagen haben. Denn die Vernetzung macht vor den Lieferanten der Maschinen nicht Halt: Um einen störungsfreien Ablauf der Produktion beim Kunden zu gewährleisten, übermitteln die Systeme ihren aktuellen Status beziehungsweise Wartungsbedarf in Echtzeit an den Hersteller. Ersatzteile und Servicetechniker können angefordert werden, noch bevor eine Maschine ausfällt.

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